Die Suche nach dem perfekten mobilen Lautsprecher hat endlich ein Ende gefunden! Der kleine Soundlink Wireless Mobile Speaker von Bose schlägt alle anderen mir bekannten Lautsprecher um Längen! Was Bose da an Sound gezaubert hat, grenzt fast an Magie! Als einziger Nachteil wäre vielleicht der etwas hohe Preis zu sehen, aber wenn ich mir anschaue was Tivoli für den
PAL verlangt, oder Jawbone für die
Jambox, die im Vergleich dazu wie Spielzeuge klingen, ist der Bose bei weitem nicht überteuert.
Die Audioquellen verbinden sich mit dem Soundlink per Bluetooth oder per Aux-Kabel, hinten ist eine 3,5mm Buchse vorhanden. Viele kritisieren, dass Bose Apple's Airplay nicht inkludiert hat, aber dann wäre der Lautsprecher dank der Lizenzen an Apple mit Sicherheit noch teurer geworden, außerdem macht Airplay bei mobiler Wiedergabe kaum Sinn, da für Airplay immer ein zusätzlicher Router benötigt wird. Trotz Bluetooth hat der Soundlink keinerlei Freisprechfunktion. Hinten ist ein USB-Anschluss vorhanden, der jedoch nur etwaigen Updates dient. Was da noch kommen soll, kann ich mir nicht vorstellen, ein Mikrofon hat das Gerät nicht, also wird auch Freisprechen in Zukunft nicht möglich sein. Bekannterweise wird die Audioqualität bei Bluetoothübertragung in Mitleidenschaft gezogen. Bei einigen Bluetoothgeräten hört man vor allem im Höhenbereich ein typisches "Flattern" aber auch Fiepsen. Sogar die Jambox hat da leichte Probleme und erzeugt bei Bluetoothübertragung Störgeräusche. Beim Soundlink ist mir bisher nichts negativ aufgefallen, vielleicht optimiert Bose intern den Klang noch eingermaßen. Schlecht codierte MP3-Files klingen auch am Soundlink schlecht.
Der Soundlink ist in etwa so groß wie ein durchschnittliches Buch, oder ein Küchenradio. Auch das Design hat einen retro-Touch und kontrastiert mit dem modern-organischen Designs von Logitech. Ich muss ehrlich gestehen, dass mir das Design von Bose mehr zusagt und der Lautsprecher mit zugeklapptem Cover sehr dezent wirkt. Die Cover sind in verschiedenen Farben erhältlich und lassen sich tauschen. Es gibt sowohl "normale" Varianten aus Nylon, als auch teurere aus Leder. Für den Betrieb wird das Cover ähnlich wie beim Ipad zurückgeklappt und fungiert dann als Ständer. Beim zuklappen wird der Soundlink automatisch ausgeschaltet. Der eingebaute Akku hat 23Wh und sollte tauschbar sein, falls er mal zuneige geht. Der Akku wird von den selben Torx-Schrauben gehalten wie die Schrauben der austauschbaren Cover. Laut Bose gibt es noch keine Ersatzakkus, aber dafür ist es wohl zu früh. Die Akkulaufzeit habe ich noch nicht genau messen können, den Angaben von Bose zufolge soll er aber 3-4 Stunden bei maximaler Lautstärke halten, bzw 8 Stunden und mehr bei normaler Lautstärke.
Ich kann mir vorstellen, dass der Akku sogar mehr als 10 Stunden hält. Die Angaben diesbezüglich waren schon beim Sounddock portable sehr zurückhaltend.
Der Soundlink wäre durchaus auch als "günstige" Alternative zum Sounddock portable zu sehen, für jemanden der besonders portabel sein will, oder auch keinen Apple Dock benötigt. Der Sounlink klingt dem Sounddock sehr ähnlich, wobei er bei der maximalen Lautstärke natürlich nicht mithalten kann. Im direkten Vergleich zum Sounddock fällt auf, dass der Bass vom deutlich kleineren und fast die Hälfte leichteren Soundlink ähnlich druckvoll ist, jedoch anders abgestimmt. Der Sounddock reicht tiefer, der Bass vom Soundlink spielt sich eher im oberen Bereich ab und ist auch lauter, wobei er vor allem in kleinen Räumen schnell wummig klingen kann. Auch die Höhenwiedergabe ist etwas zurückhaltender als beim Sounddock, insgesamt bleibt der Klang in sich aber sehr rund und ausgewogen und vor allem überraschend erwachsen und voll. Echte Stereotrennung ist bei dieser Größe natürlich kaum zu erwarten, aber für einen mobilen Lautsprecher auch nicht unbedingt notwendig. Statt einer Waveguide wie beim Sounddock setzt Bose ähnlich wie schon bei den Computer Music Monitors, die für ihre geringen Maße auch extrem "groß" klingen, zwei gegenüberliegende Passivradiatoren ein. Angeblich müsste bei dieser Gehäusegröße eine Waveguide 60cm lang sein, um eine entsprechende Basswiedergabe zu erlauben. Aus dem Grund sind Passivradiatoren die einzige sinnvolle Alternative. Die beiden im Soundlink verbauten Passivradiatoren sind durch ein patentiertes "Waffel-Gerüst" verstärkt. Durch die Tatsache, dass sie gegenüber liegen, minimiert Bose die Weitergabe der Vibrationen an das Gehäuse. Die Jambox von Jawbone z.B. hat einen einzelnen Passivradiator hinten, der zudem die Masse des Akkus zum Tuning missbraucht, wodurch die Jambox bei lauteren Pegeln fröhlich vor sich rumhüpft. Bose hat es auch geschafft, das Tuning der Radiatoren auf raffinierte Weise für die Basswiedergabe zu splitten, so scheint der hintere Radiator eher für die tieferen Bassfrequenzen zuständig zu sein, wo der vordere eher den oberen Bassbereich übernimmt. Pro Kanal sind 2 Chassis verbaut, wobei beide offenbar den vollen Frequenzbereich wiedergeben, eine Trennung nach Höhen/Mitten konnte ich nicht festellen.
Klanglich ist der Soundlink eine echte Wucht. Gerade wenn man mobil sein will, und trotzdem einen vollen Klang genießen, gibt es kaum Alternativen. Wenn ich etwas kritisieren würde, dann den leicht übertrieben abgestimmen Bass. Ich würde den Bereich um 100hz eine Spur runterregeln und bei den Höhen bei 12-14khz leicht hochregeln, dann wäre der Klang perfekt und für ein Gerät dieser Größe wahrlich konkurrenzlos. Ich habe den Soundlink mal gegen einen etwas größeren aber auch deutlich günstigeren und vielfach gelobten
Logitech S715i Lautsprecher antreten lassen. Bei Netzbetrieb klingt der Logitech gar nicht schlecht, aber er ist bei den Höhen schriller und auch der Bass ist bei weitem nicht so druckvoll. Bei Akkubetrieb klingt der Logitech nur noch halb so gut, und ist auch von der maximalen Lautstärke dem Soundlink deutlich unterlegen. Der Logitech klingt im Freien wie eine billige Tröte, der Soundlink hingegen wie ein großer Lautsprecher. Auch gibt der Akku vom Logitech nach 30 Minuten bei voller Lautstärke den Geist auf. Durch die Breite, ist der Logitech kaum in einem normalen Rucksack zu verstauen, der Bose hätte zur Not sogar in einer Damentasche Platz.
Die maximale Lautstärke vom Soundlink ist relativ hoch und für meinen Geschmack mehr als ausreichend. Die Lautstärke ist definitiv höher als bei den meisten anderen portablen Lautsprechern, wobei er natürlich gegen die großen Konkurrenten wie
Altec Lansing MIX nicht ankommt. Verzerrungen sind beim Soundlink trotz maximaler Lautstärke nicht zu vernehmen. Dem wirkt der intelligente DSP Algorithmus von Bose entgegen und optimiert die Klangwiedergabe für jede Lautstärke. Bei maximaler Lautstärke wird zwar der Bass zurückgenommen und die Pegelspitzen komprimiert, aber die Musik bleibt trotzdem intakt und hörbar. Auch der Altec Lansing MIX komprimiert bei hoher Lautstärke und regelt den Bass zurück und sogar der
Harman Kardon Go + Play klingt beim mobilen Betrieb von Batterien nicht so druckvoll wie der kleine Soundlink, wobei der go + play natürlich höhere Pegel schafft.
Wer schon immer nach einem kompakten Lautsprecher für unterwegs gesucht hat und gleichzeitig so wenig Abstriche beim Sound zu machen wie möglich, dem kann man den Soundlink wärmstens empfehlen, trotz des hohen Preises. Das Gerät ist dank der Größe wirklich portabel und kann überall verstaut werden und hat dank des starken Akkus auch genügend Power für längere Laufzeiten bzw höhere Lautstärken. Der Klang ist überraschend voll und erwachsen, und es macht richtig Spaß damit Musik zu hören und auch mal lauter aufzudrehen. Auch im Freien, wo portablen Lautsprechern üblicherweise schnell die Puste ausgeht, klingt der Soundlink überzeugend und schafft es eine ansprechende Klangkulisse zu erzeugen.
"Musik immer und überall", verspricht Bose und hat meiner Meinung nach wirklich Recht.