Im Gegensatz zur anderen Rezension hier weicht meine Meinung etwas ab:
Zum Preis. Den finde ich realistisch betrachtet gar nicht teuer. Für eine 1400 Watt Marken-Oberfräse ist der Preis fair. Der Hauptvorteil gegenüber der 1200er sind nach meiner Meinung nicht die 200 Watt mehr, sondern die Feineinstellung der Frästiefe über eine Drehskala. Das ist zumindest mir den Aufpreis wert, selbst wenn diese Einstellung im Freihandbetrieb etwas umständlich zu handhaben ist. Im Frästisch funktioniert sie dagegen wunderbar.
Zur Sicherheit: Dass sich der Schalter nicht arretieren lässt, dient natürlich der Sicherheit. In einem Frästisch montiert wird dies aber zum echten Ärgernis, wenn man den Schalter deshalb mit einem Klettbandgurt oder einem ähnlichen "Provisorium" fixieren muss. Ich habe leider in der Anleitung keine Möglichkeit gefunden, dies anders zu lösen.
Ebenso vermisst man die Arretierung, wenn man mit dem Fräszirkel arbeitet. Oder wenn man wie ich Linkshänder ist. Man wünscht sich dann eben gelegentlich, mit befestigtem Staubsauger die Fräse während des Betriebes auch kurz alleine auf der anderen Seite halten zu können. Wer jetzt sagt, ich sollte die Fräse mit beiden Händen halten, hat sicher recht, aber er soll mir mal vorführen, wie er ohne Assistenten einen ordentlichen Kreis ohne Abzusetzen fräsen kann, wenn Stromkabel und Staubsaugerschlauch an der Fräse hängen und beide Hände an den Griffen bleiben sollen. Also behilft man sich wieder mit einem Gurt oder etwas Ähnlichem, wodurch letztlich die Sicherheit eher mehr gefährdet ist als wenn dort eine leicht auslösbare Vorrichtung zum Arretieren vorhanden wäre.
Schliesslich: Die Absenkung ist eher schwergängig und verkantet leider ein wenig. Wenn man mal eine Metabo oder gar eine richtie Profifräse antestet, spürt man, wie butterweich so eine Absenkung laufen kann. Dafür kosten diese Fräsen aber auch mehr als das Doppelte, weshalb ich wiederum sagen will, dass eben das Preis-Leistungsverhältnis hier stimmt. Also akzeptiert man das bisschen Hakeln...
Alles in allem bin ich also zufrieden. Mittelfristig werde ich das schöne Teil aber in meinem Frästisch belassen (der natürlich einen Sicherheitsschalter besitzt), wo sie dank der Feineinstellung einen prima Job macht. Für Freihandarbeiten werde ich mir wohl noch ein zweites Gerät anschaffen, dann spare ich mir in Zukunft auch das lästige Hin- und Herschrauben der Fräse.
Ergänzung: Inzwischen habe ich noch weitere Kopierhülsen für die Fräse gekauft und musste feststellen, dass die Absaugabdeckung den Verschlußriegel des Bajonettverschlusses auf den letzten Millimetern blockiert. Dadurch kann man die größeren Kopierhülsen nur einsetzen, wenn man die Abdeckung vorher entfernt, womit der Vorteil des schnellen Bajonettverschlusses verspielt wird. Ich habe mir inzwischen damit beholfen, an der Abdeckung dort ein kleines Eck auszuschleifen, so geht es dann auch ohne große Schrauberei.