Nachdem ich schon seit über einem Jahr den Vorgänger dieses Modells nutzte, dachte ich mir, als ich auf der Bosch-Webseite die Ankündigung des neuen Modells sah: Kleiner, 200 Gramm leichter? Und was bitte schön ist "Bosch PowerControl"?
Nachdem mir ein freundlicher Bosch-Mitarbeiter auf meine Mail-Anfrage schnell das Nötigste erklärt hatte, war ich neugierig geworden und suchte zunächst vergeblich nach einem Händler, der den Schrauber schon anbot - bis ich dann hier fündig geworden bin.
Der Anschaffungspreis von knapp unter 100,- ¤ hielt sich zudem in Grenzen, denn dank der "Bosch Power4All" Taktik habe ich schon mehr als genug passende 18V-Akkus durch die bereits in meinem Besitz befindlichen und kompatiblen 18V-Geräte.
Als ich dann nach knapp einer Woche die Generation 2011 endlich in den Händen halten durfte, war ich mehr als begeistert: die "nur" 200 Gramm Gewichtsersparnis sind durchaus spürbar, der Schrauber ist noch kompakter und wirkt dadurch fast niedlich, aber dies bei der exakt selben Leistung wie das ältere Modells aus 2010. Dies liegt wohl hauptsächlich daran, daß keine mechanische Drehmomentbegrenzung im Bereich des Bohrfutters mehr stattfindet, sondern dies nun elektronisch geregelt wird, ebenso wie der zweite Gang (Drehmoment und Gangwahl nun nur noch über einen einzigen Schieber).
Die Blende um die 3 LEDs, die den jeweils aktuellen Akku-Ladezustand anzeigen, ist nur schwarz anstatt weiß, was eine bessere Ablesbarkeit gewährleistet. Zudem sind die LEDs jetzt rechteckig anstatt rund.
"Bosch PowerControl" ist nun die elektronische Drehmoment- und Gangwahl-Funktion. Anstatt wie früher den (meist schwergängigen) roten Schieber oben auf dem Schrauber zum Umschalten zwischen dem 1. und 2. Gang zu betätigen, schiebt man nun den quer angebrachten Schieber einfach ganz nach rechts auf die Bohrstufe (= 2. Gang).
Der 1. Gang beinhaltet gleichzeitig die "Bosch PowerControl"-Funktion: Schraubt man eine Schraube z.B. in Holz bis zum gewünschten Punkt, leuchten in der PowerControl-Anzeige bis zu einer entsprechenden Stelle kleine LEDs auf. Schiebt man nun den Schieber (der zuvor am Ende des 1. Ganges stehen sollte, da ansonsten das Drehmoment zu früh abgeregelt werden könnte) zurück bis zum Endpunkt der leuchtenden LED-Reihe, werden alle folgenden Schrauben automatisch nur bis zu dem Drehmoment der ersten Schraube eingeschraubt - aber ich denke mal, das funktioniert wie früher auch nur dann, wenn das Holz immer die gleiche Härte hat.
Aber das Beste: Beim Erreichen des eingestellten Drehmoments rattert der Schrauber nun nicht mehr, indem er das Bohrfutter entkoppelt, sondern jetzt wird die Stromzufuhr getrennt, sprich, der Schrauber bleibt einfach stehen! Und genau das finde ich persönlich am allerbesten bei der Generation 2011, konnte das ständige Geratter auf Dauer und insbesondere beim Schrauben zu ruhigen Zeiten schon etwas nerven.
Das einzige, was mir bisher negativ aufgefallen ist, ist die Tatsache, daß der Akku ein wenig wackelt, also nicht mehr so preß am Fuß des Schraubers anliegt (habe schon verschiedene Akkus probiert, aber bei allen dasselbe). Diesbezüglich werde ich mich aber noch einmal an Bosch wenden, aber letztlich kann ich damit leben oder mit irgend etwas Abhilfe schaffen.
Zusammenfassend muß ich sagen, daß es Bosch mit diesem Gerät wieder einmal gelungen ist, etwas zu verbessern, was man eigentlich kaum verbessern konnte (siehe die überwiegend positiven Rezensionen beim "alten" Modell).
Und dank eines großen Auktionshauses konnte ich meinen alten PSR 18 LI-2 noch ganz gut veräußern, so daß ich jetzt für lediglich ein wenig "Aufpreis" mit dem neuen Modell weiterschrauben werde.