Es erinnert optisch an einen Staubsauger, das Bosch-Feinsprühsystem PFS 105 E. Dabei ist das Basisgerät allerdings deutlich leichter und lässt sich problemlos auch von weniger kräftigen Personen tragen. Das ist ein wichtiges Kriterium für den mobilen Einsatz in Haus und Garten.
AUFBAU
Zusammengebaut ist das Gerät innerhalb weniger Minuten. Eine Anleitung braucht man dafür nicht, denn es ist alles selbsterklärend: Man schließt den Schlauch an die Basisstation an. Ans andere Ende kommt die Sprühpistole. Zur Verfügung stehen zwei transparente Farbbecher: 600 ml und 800 ml, die einfach angeschraubt werden. Verwendet man den größeren Becher, benötigt man zusätzlich die Handgriffverlängerung. Dann lässt sich die Sprühpistole sicher in die Parkposition stellen.
TRAININGS-DVD
Die beiliegende Trainings-DVD ist hervorragend gemacht. Auch für Anfängerinnen und Anfänger ist sie auf Anhieb verständlich. Aufgeteilt in einzelne Kapitel lassen sich "Einleitung", "Vorbereitung" und die eigentlichen Anwendungen der unterschiedlichen Bosch-Sprühsysteme (PFS 55, PFS 65, PFS 105 E) ansteuern. "Tipps & Tricks" und Hinweise zur korrekten Reinigung bilden den Abschluss. Der Sprecher erläutert Einstellung und Arbeitsschritte des Farbsprühsystems mit angenehmer Stimme. Die Geschwindigkeit ist ideal; dank der Filmsequenzen in ausgezeichneter Ton- und Bildqualität begreift man den Umgang mit dem Gerät innerhalb weniger Minuten. Anschaulich, praxisnah und informativ.
Neun europäische Sprachen stehen neben Deutsch zur Auswahl: Dänisch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Holländisch, Polnisch, Russisch und Schwedisch.
PRAXISTEST
Ich habe das Bosch-Feinsprühsystem PFS 105 E im Innenbereich getestet. Zwei Wände im Haus - eine Fläche von 20 Quadratmetern - habe ich mit einem neuen, frischen Farbanstrich versehen. Verkleidet sind die Wände mit 15 Jahre alten, dunklen Holzpaneelen. Im Laufe der Zeit waren sie doch recht unansehnlich geworden. Im Baumarkt wurde mir erklärt, dass es Schwierigkeiten beim Streichen geben könne, weil die Farbe vermutlich nicht richtig haften werde. Die Paneele komplett zu entfernen und die Wände neu zu vertäfeln, hätte nicht nur einen enormen Zeit-, sondern auch einen hohen Kostenaufwand bedeutet. Also entschied ich mich dafür, es mit einem zähflüssigen Acryllack in der Farbe "Latte Macchiato" und dem Feinsprühsystem zu versuchen.
Als erstes klebte ich die Bereiche mit Folie ab, die geschützt werden sollten.
Um den Untergrund gleichmäßig aufzuhellen und einen höheren Deckungsgrad zu erzielen, habe ich zunächst Vorstreichlack verwendet.
Die Handhabung des PFS 105 E erwies sich als überraschend einfach: Selbst ohne jegliche Erfahrung kommt man problemlos damit zurecht. Der Luftschlauch ist so lang, dass man die Basisstation nur selten umsetzen muss und sich voll und ganz auf das Sprühen konzentrieren kann. Dabei liegt die Sprühpistole angenehm leicht in der Hand; selbst größere Projekte lassen sich ohne Ermüdungserscheinungen fertigstellen.
Der Abstand zur Wand bzw. dem zu besprühenden Objekt sollte möglichst gleich bleiben. Wichtig ist auch, nicht zu schnell vorzugehen, sondern auf gleichmäßige Bewegungen zu achten. Das Endergebnis überrascht und überzeugt: Der Farbauftrag ist vollkommen gleichmäßig und wirkt sehr professionell. Mit einem Anstrich von Hand wäre das nie mit dieser Präzision, Effektivität und Effizienz zu bewerkstelligen. Nicht eine einzige Ungleichmäßigkeit ist zu sehen! Keine "Nasen", keine Aussetzer, keine "übersehenen" Ecken und Stellen!
Dazu kommt die beachtliche Zeitersparnis: Knapp sechs Quadratmeter habe ich in 30 Minuten zweimal gestrichen. Man kann senkrecht, waagrecht und sogar über Kopf arbeiten; entscheidend ist dabei die richtige Positionierung des Ansaugrohres. Auf der DVD wird auch das ausführlich erläutert.
Verbraucht habe ich lediglich knapp ein halbes Kilo Farbe für zwei Anstriche. Ein hervorragendes Ergebnis! Die Farbe war so schnell trocken, dass ich den zweiten Anstrich praktisch ohne Wartezeit aufbringen konnte. Sehr vorteilhaft ist das für Haushalte, in denen sich Tiere oder Kleinkinder aufhalten. Erfahrungsgemäß ist es nicht einfach, sie längerfristig von frisch gestrichenen Wänden oder sonstigen Objekten fernzuhalten...
Die anfängliche Sorge, dass die Düse wegen des sehr zähen Lacks verstopfen könnte, hat sich als vollkommen unbegründet erwiesen: Alles funktionierte reibungslos und zuverlässig.
Es gab nur sehr wenig Farbnebel. In der Wohnung kann man dieses System also bedenkenlos verwenden.
Auch bei meinem eigentlichen Anstrich in der Farbe "Latte Macchiato" zeigte sich, dass die Farbe sehr viel schneller trocknete, als vom Hersteller angegeben. Auf der Dose ist eine Trocknungszeit von ca. 8 Stunden genannt. In der Realität verging kaum eine Stunde, bis alles trocken war. Jetzt erstrahlen meine Wände in edlem Glanz. Optisch kein Vergleich zu vorher!
Auch meine Flurgarderobe ist in die Jahre gekommen. Das Holz selbst ist noch vollkommen in Ordnung. Nur die Farbe - Eiche rustikal - ist einfach nicht mehr zeitgemäß und schluckt viel Licht. Auf dem nun hellen, freundlich aussehenden Flur wirkte sie wie ein Fremdkörper. Also habe ich die Haken entfernt und sie im Freien ebenfalls mit Acryllack besprüht. Wichtig ist dabei, einen möglichst windstillen Tag auszuwählen. Ein alter Terrassentisch gewährleistete eine rückenschonende Arbeitshöhe. Pappe und Styroporplatten schützten ihn vor unerwünschtem Farbnebel.
Für das Bosch-Feinsprühsystem war auch das kein Problem! Die Intarsien kommen wieder voll zur Geltung. Im Flur angebracht sieht die Garderobe aus wie neu. Die Wirkung, die sich erzielen lässt, ist erstaunlich!
TIPPS
An der Düse trocknet die Farbe ein, wenn man längere Pausen einlegt. Das Gerät läuft weiter und wird deutlich lauter. Daran merkt man, dass etwas nicht stimmt. Das liegt an der elektronischen Luftmengenregulierung: So wie die Farbe in Windeseile an der Wand getrocknet wird, geschieht das auch mit der Farbe an der Düse. Der kleine Pfropfen, der sich infolgedessen vorn bildet, lässt sich mit einem Papiertuch abwischen - und schon kann es weitergehen. Diesen kleinen zusätzlichen Handgriff (dauert keine Sekunde) nehme ich gern in Kauf bei diesem sagenhaften Gesamtergebnis!
Wichtig ist, dass man die Sprühpistole generell in die Parkstation einstellt, wenn man die Arbeit unterbricht. Man sollte sie nicht neben sich stellen oder legen, denn der Luftstrom ist so stark, dass sie schlicht weggeweht wird.
SCHUTZAUSRÜSTUNG
Der feine Sprühnebel setzt sich in die kleinsten Ritzen. Das erleichtert die Arbeit ungemein, bedeutet aber auch, dass Schutzkleidung erforderlich ist. Unverzichtbar sind eine Atemmaske, Handschuhe und eine Schutzbrille. Wer sehr lärmempfindlich ist, kann zudem einen Gehörschutz verwenden. Von der Lautstärke her erinnert das Feinsprühsystem an einen alten Staubsauger.
REINIGUNG UND AUFBEWAHRUNG
Die Reinigung des Bosch-Feinsprühsystems PFS 105 E ist ebenfalls unproblematisch: Alles, was man benötigt, sind warmes Wasser und Spülmittel. In wenigen Augenblicken sind die Farbreste entfernt und der Behälter gesäubert. Die einzelnen Komponenten - Stecker, Schlauch, Stromanschluss - sind hinterher sinnvoll verstaubar. Viel Stellfläche braucht das kompakte Sprühsystem in Keller, Werkstatt oder Schuppen also nicht.
FAZIT
Mit diesem Feinsprühsystem zu arbeiten, ist eine Freude! Ich bin von der Maschine begeistert und wünschte, ich hätte sie bereits bei früheren Projekten zur Verfügung gehabt. Ein durchweg gelungenes, sinnvoll konzipiertes Produkt! Man merkt, dass sich wirklich jemand Gedanken gemacht hat, wie man passionierte Heimwerker, die Größeres vorhaben, unterstützen kann. Renovieren und Restaurieren ist damit ein Kinderspiel!