'Es müssen neue Wege gefunden werden, um die Betroffenen zu heilen.' Diesen Satz aus dem Klappentext hat sich Wolf-Dieter Storl gleichsam zum Leitmotiv seines Buches und auch seiner CD gemacht. Beides ist in Fachkreisen nicht unumstritten. Als Storl das Buch 2007 veröffentlichte, ging ein Aufschrei durch die Ärztebranche. Zahlreiche Berichte warnten davor, dass die Heilung der Borreliose ' so wie Storl sie propagiert ' fahrlässig ist.
Was die Gemüter der Ärzte und auch Phytotherapeuten erhitzt, ist schnell erklärt: Wolf-Dieter Storl wendet sich entschieden gegen die Meinung der Schulmedizin, die bei der Behandlung der Borreliose nur einen Weg kennt: Antibiotika. Er hat einen anderen Weg gefunden, beruft sich auf die Heilkraft einer Pflanze ' der Karde, die auch plakativ das Cover der CD und des Buches ziert. Durch sie ist er von der Borreliose geheilt worden, erzählt Storl, der vor ungefähr 12 Jahren selbst zu den Betroffenen zählte. Nach dem Besuch einer Schwitzhütte hatte er sich am Morgen im Tau gerollt. Dabei wurde er von einer Zecke gestochen, die mit Borrelien infiziert war. Zu seinem Unglück bemerkte der Autor die Zecke auch nicht gleich, sondern erst, als es schon zu spät war. Wolf-Dieter Storl bekam die typische Wanderröte, in den meisten Fällen das erste Anzeichen für die Krankheit. Danach hatte er grippeähnliche Symptome und furchtbare Schmerzen in den Gelenken. Ein befreundeter Arzt tippte sofort auf Borreliose und erklärte ihm, dass Antibiotika hier die einzige Behandlungsmöglichkeit sind.
Wolf-Dieter Storl war jedoch skeptisch: 'Mit Antibiotika hatte ich Schwierigkeiten, weil ich einmal nach einer Antibiotika-Therapie eine Superinfektion bekommen hatte.'
Storl begann also, sich intensiv mit dem 'Feind' in seinem Körper, den Borrelia oder Spirochäten, auseinander zu setzen. Er fand die Verbindung zur Syphilis, deren Erreger auch die Spirochäten sind. Hier schildert Storl, wie die Indianer, von denen die Krankheit im 16. Jahrhundert eingeschleppt worden war, die Syphilis bekämpften ' durch das Harz eines Baumes und mit Schwitzhütten. Auf Grund der Parallelen zur Borreliose bezeichnet er sie als 'Syphilis der Neuzeit.'
Bevor Storl durch seine Recherchen zur Karde fand, ging er ' einem Impuls folgend - nach Indien. Dort schwitzte er viel und ernährte sich ausschließlich von leichtem Essen, unter anderem von Kokosnussmilch, die, wie er später heraus fand, auf die Behandlung unterstützend wirkte. Danach fühlte er sich deutlich besser, wie er erzählt. Jedoch waren die Spirochäten immer noch in seinem Körper.
Die Karde entdeckte er durch das Buch 'The Book of herbal Wisdom', geschrieben vom amerikanischen Heiler und Herbalisten Matthew Wood. Der wiederum schildert, dass die Karde in der Traditionellen Chinesischen Medizin als die Kaiserpflanze gilt und viele Krankheiten mit dieser Pflanze behandelt werden. Und Wood schreibt von Erfolgen mit der Karde, die er an seinen Patienten testete. Das brachte Wolf-Dieter Storl auf die Idee, diese Pflanze an sich selbst auszuprobieren. Gemeinsam mit einem Freund, der auch an der Borreliose litt, machte er eine Kardentinktur, deren Zubereitung er auf der CD auch ausführlich beschreibt. Durch diese Tinktur, leichtem Essen und einer Überhitzungstherapie war der Ethnobotaniker nach einem Monat beschwerdefrei. Und die Krankheit ist auch bis heute nicht wieder aufgetreten.
Einem an der Borreliose Erkranktem empfiehlt Storl dasselbe. Aber er betont, dass bei der Überhitzungstherapie unbedingt ein Arzt hinzugezogen werden sollte und diese für Menschen mit Herz- und Kreislaufproblemen ungeeignet ist.
Die Karde, sagt er, ist die Antwort auf eine durch Antibiotika regierte Welt. Sie bietet sich den Menschen an.
Antibiotika, warnt Storl, sind nicht die Lösung, da viele Bakterien mittlerweile dagegen resistent sind und Krankheiten daher immer wieder auszubrechen drohen. Und er erklärt auch, dass es nichts bringe, die Spirochäten mit der Antibiotika-Keule auszurotten. Der Autor propagiert den sanfteren Weg, den der Änderung des Milieus. Durch diesen würden die Erreger schließlich verschwinden.
Nach der Veröffentlichung des Buches erhielt Wolf-Dieter Storl viele Anfragen oder Erfahrungsberichte von Menschen, die entweder auch durch die Karde geheilt wurden oder noch verzweifelt nach einer Heilung von der Borreliose suchten. Das brachte ihn zum Entschluss, auch eine Audio-CD über dieses Thema zu veröffentlichen.
Im Buch und auch auf der Audio-CD verarbeitet der Autor sehr persönliche Erfahrungen. Dies wird nicht zuletzt an den umfangreichen Informationen bemerkbar, die Storl zu diesem Thema zusammen getragen hat.
Ungeachtet der vielen positiven Reaktionen - darunter auch von Personen, die seit Jahren an der Borreliose leiden ' wurde das Buch von der Schulmedizin in den Bereich der Scharlatanerie abgeschoben. Storl sei fahrlässig, da er behaupte, dass Antibiotika nichts helfen. Eine Empfehlung der Überhitzungstherapie könne lebensgefährlich sein, es sei unverantwortlich, diese zu empfehlen.
Zu diesen Anschuldigungen nimmt der Autor im Vorwort zur zweiten Auflage Stellung (S. 21): 'Ich sage nicht, dass Antibiotika nicht helfen, sondern, dass sie oft nicht helfen. Ich schrieb dieses Buch unter anderem, weil mich hunderte Briefe und Mails erreichten von Betroffenen, die trotz Antibiotikakur nicht gesund wurden und die gehört hatten, es gäbe andere Möglichkeiten. Im Anfangsstadium ist es eher möglich, die Infektion mit Antibiotika zu stoppen.'
Weiter unten auf der Seite geht er auf den Vorwurf zur Überhitzungstherapie ein: 'Auch die Überhitzungstherapie mit Temperaturen von gut 40 Grad Celsius, eine Anregung aus dem karibischen Kulturkreis, wurde als lebensgefährlich kritisiert. Sie kann in der Tat gefährlich sein, aber nur für Menschen mit äußerst schlechter Konstitution, mit Kreislaufproblemen oder mit Epilepsie. Doch das steht ja schon im Text. Schwitzhütten oder die üblichen Temperaturen im Gangestal in der Vormonsunzeit sind noch heißer (45 Grad). Zuletzt möchte ich festhalten, dass es mir trotz gelegentlich zugespitzter Formulierungen keineswegs um eine 'Ärzteschelte' oder eine Kampagne gegen die 'Schulmedizin' geht. Ich weiß um den Stress und die Last, die der praktische Arzt zu tragen hat, Nicht Dogma, sondern Anregungen soll dieses Buch bieten.'
Fazit: Wolf-Dieter Storl erklärt selbst, wie er sein Buch und die Audio-CD verstanden wissen möchte: Keine neuen Heilmethoden, kein Ersatz für schulmedizinische Behandlungen, sondern als Zusatzinformation und auch als eine Art letzte Rettung, wenn die Schulmedizin keinen Ausweg mehr weiß. Und die vielen positiven Bewertungen Betroffener im Internet scheinen zu bestätigen, dass er mit der Veröffentlichung der Kardentherapie auf einen Heilungsweg hingewiesen hat, der genauer untersucht werden sollte. Empfehlenswert - nicht nur für die Personen, die von Borreliose direkt betroffen sind.