Der Beitrag von Alexander Borodin zur Klaviermusik ist mengenmäßig durchaus überschaubar. Es ist das Verdienst dieser Aufnahme, alle Werke einander gegenüberzustellen.
Gleich zu Beginn der CD erklingen die bekanntesten Klavierwerke Borodins: die siebenteilige "Petite Suite" und das Scherzo in A-Dur, beide aus den Jahren 1885. Weiters gibt es "Aus den Steppen von Zentralasien" in einer vierhändigen Version, einige Jugendwerke für Klavier solo und weitere Stücke zu vier Händen. Auch ein Kuriosum bietet die CD an: die vierhändigen "Paraphrases" der Jahre 1878/79, von denen auch jene von Rimsky-Korsakov, Lyadov und Cui erklingen. Sie basieren auf einer gleichbleibenden, banalen Tonfolge, zu der der 2. Spieler eine virtuose Begleitung darbietet. Das klingt jedoch theoretisch interessanter als es ist, denn die Idee ist auch eine Fessel für die musikalische Kreativität - tatsächlich sind diese 15 Stücke recht enervierend und vorhersehbar in der Ähnlichkeit ihrer Textur.
In der Interpretation durch Marco Rapetti liegen Licht und Schatten beieinander. Am besten gelingen dem Pianisten die virtuosen Piecen, allen voran das Scherzo in A. In den ruhigeren, romantischeren Stücken kommt die Musik oft nicht ins Fließen, verstört Rapettis eigenwillige Auffassung von Notenwerten.
Da auch klanglich einige Wünsche offen bleiben (das Heben des Pedals beendet die Töne nicht einheitlich sauber), wird man einfach daran erinnert: es ist doch "nur" eine Billig-Aufnahme. Mehr als eine akzeptable Einspielung zum Kennenlernen ist es eben nicht geworden.