Doug Madsen (Tim Allen), Woody Stevens (John Travolta), Bobby Davis (Martin Lawrence) und Dudley Frank (William H. Macy) sind begeisterte Hobbybiker. Als "Wild Hogs" (Wildschweine) - so auch der Originaltitel des Films -' cruisen sie jedes Wochenende auf ihren Harleys für ein paar Stunden durch die Gegend von Cincinnati, Ohio.
Die vier Freunde befinden sich aufgrund ihres derzeit unbefriedigenden Daseins in der Midlife-Crisis. Zahnarzt Doug ist zwar glücklich verheiratet, aber dennoch irgendwie unzufrieden mit seinem Leben und dem Verhältnis zu seinem Sohn. Ex-Playboy Woody lief gerade erst Ehefrau und das ganze Geld davon. Klempner Bobby versucht sich seit einem Jahr erfolglos als Schriftsteller und steht gehörig unter der Fuchtel seiner Frau. Dudley ist ein Computerexperte, ein Genie im Umgang mit Bits & Bites, doch bei Frauen kriegt der schüchterne Tolpatsch einfach nichts auf die Reihe. Die Sehnsucht nach etwas Abwechslung aus ihrem Alltagsleben, die Suche nach Abenteuer und um die Freiheit aus alten Jugendtagen wieder aufleben zu lassen, läßt die vier Kumpels ohne Handy und Navigationssystem, und somit einfach frei Schnauze, zu einem einwöchigen Road-Trip an die Pazifikküste aufbrechen.
Trotz diverser Peinlichkeiten verläuft der Trip anfangs recht gut, bis die Hobbybiker in einer Biker-Bar mitten in der Pampa irgendwo in New Mexico einkehren wollen und auf Hardcore-Biker Jack (Ray Liotta) und seine Motorradgang "Del Fuegos" treffen. Als beinharte Biker finden die es nämlich gar nicht lustig, daß da so Poser in ihrem Gebiet aufkreuzen. Zwei Welten treffen aufeinander und Jack luchst Dudley seine Harley ab. Da sie sich mit dem Haufen nicht anlegen wollen, ziehen die Wild Hogs weiter. Doch Woody will das nicht auf sich sitzen lassen und beschließt die Harley von Dudley zurückzuholen. Als Folge jagt er die Biker-Bar aus Versehen in die Luft. Das stößt bei Jack und seiner Gang ziemlich sauer auf und Woody hat mit seinen ahnungslosen Kumpels nun mächtig Ärger als Hals. Während es die vier Asphaltcowboys in das Festival feiernde Nest Madrid verschlägt, sind die Del Fuegos ihnen bereits auf den Fersen, wo es auch letztendlich zum Showdown kommt...
Born To Be Wild '- Saumäßig unterwegs wartet mit einer hochkarätigen Besetzung auf, die unterschiedlicher eigentlich nicht sein könnte. Endlich sehe ich Tim Allen nach Galaxy Quest mal wieder in keinem reinen Kinderfilm (Shaggy Dog, Santa Clause 1-3). John Travolta hebt sich mit seinem weinerlichen Part von seinen anderen Rollen ab. Die coole Schnauze Martin Lawrence entpuppt sich als kuschender Pantoffelheld und Charaktermime William H. Macy darf mit den meisten Lachern auf seiner Seite einen herrlich liebenswerten Trottel verkörpern, was ihm auch sichtlich Spaß macht. Ray Liotta verkörpert von Kopf bis Fuß tätowiert den harten Schurken und Marisa Tomei darf sympathisch wie immer den Kopf von Dudley verdrehen. Das sollte eigentlich schon eine Garantie für eine erstklassige Komödie sein. Ist es auch ' fast.
Leider macht da das Drehbuch einen Strich durch die Rechnung. Denn dem fehlt es an Einfallsreichtum und Substanz, was den Plot dann doch recht banal und vorhersehbar erscheinen läßt. Im Grunde gehen hier die City Slickers anstatt durch die Prärie on the road. Wenn man da aber ein Auge zudrückt, diese Schwäche beiseite legt und sich auf den Rest des Filmes konzentriert, macht es das Ensemble wieder ein bißchen wett, wenn sie manch aberwitzige und peinliche Situation meistern. Wie die vier Buddies die Sau rauslassen und als Freizeit-Rebellen auf den Feuerstühlen durch die Weite brausen, das hat schon Charme, auch wenn der Running Gag mit einem schwulen Cop sich schnell in Plattheit erschöpft. Stellenweise nehmen sich die Herren gar selbstironisch auf die Schippe. Langeweile kommt aufgrund der vielen Gags, Kalauern und Slapstick-Einlagen nicht auf und sorgt durchweg für einen gutgelaunten Kinoabend. Der Soundtrack ist auch positiv hervorzuheben, da er wirklich stimmig zum Film ist. Wer also - wie unsere vier Protagonisten - vom Alltag mal so richtig abschalten und Popcorn-Kino genießen will, ist in diesem Film doch recht gut aufgehoben.
Nennenswerte Gastauftritte im Film haben auch recht bekannte Gesichter wie Jill Hennessy (Crossing Jordan), John C. McGinley (Scrubs), Paul Teutul Sr. & Paul Teutul Jr. von American Chopper und einer der Original-Easy-Rider: Peter Fonda.
Letztendlich hat der Film auch eine kleine Botschaft. So erkennen die vier Kumpels worauf es eigentlich im Leben ankommt: Echte Freunde und den Mut etwas zu wagen, auch wenn das Leben scheinbar schon alle Weichen gestellt hat.
Wofür der Film jetzt absolut nichts dafür kann, mir aber schon von jeher sauer aufstößt, ist die unsägliche Unsitte der Deutschen von TV und Kino, fast jedem Serien-/Film-Titel einen eingedeutschten Namen, möglichst noch mit unnützem Zusatztitel, zu verpassen. Hier schlägt man aber noch weiter in die Kerbe, indem anstatt des englischen Originaltitels im deutschen ein anderer englischer Titel nebst einem Zusatztitel verpaßt wird. Oh Mann.
Nichtsdestotrotz ist Born To Be Wild '- Saumäßig unterwegs eine turbulente, freche, witzige, nette und kurzweilige Komödie, in der man sich 95 Minuten lang wirklich köstlich amüsieren kann.