Neulich im Bezahl-TV: eine junge Frau präsentiert sich in einer Kirche sitzend, lippenaufgeblasend und am Ende blutüberströmt in einem neuen Musikvideo. Die anämische Dame ist mir völlig unbekannt, recht hübsch anzusehen - etwas verpeilt und schräg aber wenigstens nicht alltäglich.
Das Lied begeisterte mich von Anfang an durch seinen schleppenden Rhythmus, die opulente Orchestrierung und die melancholische, eingängige Stimme der Interpretin. Der Text, mehrdeutig und voller Bilder über verpasste Gelegenheiten und gescheiterte Wünsche, hebt sich deutlich vom Popzirkusgesinge der Konkurrenz ab und passt wunderbar in dieses Schicksalsjahr 2012 - immerhin soll ja die Welt untergehen, bzw. die Welt erneut vor FEINDEN DER DEMOKRATIE mit aller Brutalität beschützt werden....
Lana del Rey schwimmt mit diesem Lied gegen den Strom und verbreitet keine hohlen amerikanischen Lebensweisheiten à la BORN THIS WAY today, sie will nicht, daß wir ihr ALL our LOVIN geben und trällert auch nicht vom heißen Tanz am Karibikstrand oder liefert Gängstarhymes für die Unterschicht.
Die Aufnahme selbst klingt allerdings ungewohnt hohl. Der SOUND hat keine Tiefe. So klangen früher Kopien von Kopien auf MC. Ist das eine neue Aufnahmetechnik oder mischt man Lieder jetzt so ab? Bei David Bowie oder Annie Lennox gab es ja auch schon klangtechnische Spielereien in Form von zB Rauschen oder Mono...und vielleicht ist das hier ganz bewußt eingesetzt worden, um die soundgeboosteten Ohren der Höhrer zu entlasten? Eins steht fest, auch wenn der Kopfhöhrer auf GANZ LAUT steht, schmerzt dieses Lied mit keinem Ton in den Ohren.
5 Sterne.