Nicht nur auf der Leinwand werden die Streiche des Fresh Prince aus Bel Air stets mit großer Spannung erwartet, auch musikalisch sorgt der Lifestyle-Eddie-Murphy immer wieder für Überraschungen. Präsentierte sich der noch vor kurzem als kredibiler Hip Hopper, so darf "Born To Reign" eben im sprichwörtlichen Sinne aufgefasst werden. Will Smith will sie nämlich alle: die R'n'B- Fraktion, die Hardcore-Rap-Devotees, Popfans, Kinogänger, Schmusekatzen und natürlich die komplette weibliche Belegschaft - am besten tanzend unterm Zepter des Sex-Appeal-Clowns. Und dass das tatsächlich funktioniert, belegen die vierzehn Songs des aktuellen Albums. Da tischt Will Smith bombastischen Symphony-Rap auf, gibt sich ein flockiges Stelldichein mit Christina Vidal ("Nod Ya Head"), covert Saubermann Luther Vandross und sorgt per "Men in Black-Soundtrack" obendrein noch für Leinwandatmosphäre ("Black Suits Comin'"). Nur Smith hören reicht eben nicht, weshalb auch im Booklet nett für die Mädels posiert wird. "Wild Wild West" hat nicht jedem gefallen, aber dieser animalische Mixtur aus HipHop in all seinen Spielarten macht schlichtweg glücklich. Das Willenium hat begonnen, und sicher zieht keiner schneller.