Da ist der Track eins "Born to Fly" noch keine Minute alt, da ist eigentlich schon alles klar !
Unter der Vorraussetzung, dass die kommenden Titel hoffenlich genauso gut sind kann man da nämlich
schon sagen, dass das Schlagzeug total genial ist, die Stimme supergut, sehr direkt und hart aber
dennoch gefühlvoll gesungen, einige wunderbar verspielte Gitarren irgendwo und ne hochwertig und
beinahe virtuos gespielte Geige ist da auch noch zu hören ...
Ich mein, nun mag nicht jeder Track sooo gut starten und mit solch offen'sichtlichen' Merkmalen
daherkommen, aber schlechte Titel gibts auf diesem Album kaum !
"Saint And Angels" fängt nach ebend dieser Minute grad mit dem Refrain an; der Song ist aber auch
sehr schön, wenn auch weniger spritzig als der Vorige.
Aber er ist durchaus einer der Besten, sehr kraftvoll und mit schön harmonischer Melodie und tollem Bass.
Absolut überzeugend auf dem Album ist die Instrumentierung, die wirklich erstklassig ist, wie ich meine.
Das fängt natürlich bei 'Matt Chamberlain' am Schlagzeug an, geht über 'Glenn Worf' am Bass
bis hin zu Gitarren, Geigen und nem Piano - hier ist vieles dabei und alles auf hohem Niveau.
Allein das zum Gesang perfekt synchronisierte Schlagzeug bei dem Refrain von "I Could Not Ask For More"
(Track 3) und das wirklich ganz tolle Orchester, was den Titel begleitet sind wirklich ganz hohe Kunst.
Und auch hier gilt natürlich meine Empfehlung, ein Video von z.B. "I Could Not Ask For More" nicht
unbedingt vor dem Hören der CD anzusehn, weil man dann vielleicht von dem sehr argen 'country-Look'
etwas abgeschreckt werden könnte, was natürlich nicht für die gezeigte Person gilt :)
Etwas schmissiger wirds dann mit "I Keep Looking", wo mir speziell der Gesang sehr gut gefällt, wenn
auch vielleicht der Refrain (wobei die Moral ihrer Aussage relativ fragwürdig ist) etwas oft wiederholt
wird für meinen Geschmack.
Dann gibts noch ein paar sehr schöne ruhige Lieder, wo man sich ganz entspannen kann, der traumhaften
Art ihres Gesangs zuhören und sich an den gekonnt behutsamen Steigerungen erfreuen darf.
So z.B. in "I Learned That From You" oder "Why Should I Care", wobei letzterer nicht ganz soo ruhig ist,
aber er ist DER typische herzschmerz-Song diese Albums und der darf natürlich nicht fehlen :)
Etwas schneller gehts weiter dann in "Let's Dance", wo ich als "Matt Chamberlain"-Fan schon wieder bissl
mehr auf meine Kosten komme, aber er hat auch ne schöne Atmosphäre und .. ja ist einfach n freundlicher Song.
Das Klavier da mittendrin klingt fast nach "Bruce Hornsby" - wirklich sehr gut.
Auch noch hervorheben würde ich "You Don't" - einer der mit besten Tracks dieser CD, er vermittelt Energie
auch wenn er nicht sonderlich schnell ist, ist toll gespielt und klingt leicht nach Folk.
Und auch der darauf folgende Titel "Every Little Kiss" dessen Anfang einfach super ist - erst wieder dieses Klavier
dann diese wunderbare Geige/E-Gitarre-Passage begleitet durchs perfekte Schlagzeug - schon überzeugend gut.
Alles in Allem ein sehr solides Country Album, was auch mehr Country beinhaltet, als Rock aber dennoch für
Genre-Fremde hörer durchaus interessant sein dürfte - diese "Sara Evans" versteht es offensichtlich
verschiedene Genres gekonnt miteinander zu vereinen.