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Produktinformation
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Beim ersten Durchblättern fällt sofort die spielerisch leichte, wie beiläufig wirkende Art der Fotografie auf. Tim Mälzer ist immer präsent, ohne dass das Ganze zur Inszenierung verkommt. Hier lässt uns ein interessanter Koch an seinem Wissen teilhaben, ohne sich dabei selbst zu feiern. Natürlich wäre Tim Mälzer nicht er selbst ohne ganz besondere Auftritte. Und auch dafür gibt es Platz im Buch.
Tim Mälzer ist nicht gerade bekannt für filigran gedrechselte Häppchen auf teurem Porzellan. Das spiegelt sich auch in den Rezeptfotos wider, bei denen man nicht in ehrfürchtige Erstarrung verfallen muss. Vielmehr denkt man ans Nachkochen und Ausprobieren -- oder an einen bedenklich knurrenden Magen. Born to Cook 2 macht einfach Appetit.
Ein weiterer Pluspunkt des Buches ist die großzügige Gestaltung. Sie wirkt ruhig, ohne dabei Lücken auf dem Blatt entstehen zu lassen, ist klar und übersichtlich gegliedert, ohne Verspieltheit. Die Rezeptseiten sind für eine unkomplizierte Nutzung angelegt, selbst wenn man beim Kochen gerne die gleiche Zeile noch mal und noch mal durchliest. Mit zwei Worten: modern und anwenderfreundlich.
Inhaltlich hat Tim Mälzer die Einteilung der Kapitel nach klassischer Menüfolge zugunsten mehrerer Workshops aufgelöst. Neben diesen Tipps und Hinweisen gibt es auf den Rezeptseiten viele Informationen zu einzelnen Produkten und ihrer Verarbeitung.
Nicht zu vergessen bei einem Kochbuch: die Rezepte! Sie sind typisch Tim Mälzer. Viel Unkonventionelles, manch Bodenständiges und Speisen für jede Gelegenheit lassen sich über das ausführliche Register auffinden. Selbst Profis dürften hier die eine oder andere Überraschung erleben. --Stefan Abtmeyer
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Das Buch beginnt mit einem sehr geschickten kurzen Vorwort des Autors zum Thema "Inspiration" (Titel: "Vorbilder - irgendwie ist alles nur geklaut"), womit Mälzer all jenen Kritikern direkt zu Beginn den Wind aus den Segeln nehmen will, die in ihm nur einen zweitklassigen Jamie Oliver-Epigonen sehen. Mälzer beschreibt wie ich finde sehr ehrlich und sympathisch, wie Köche zu ihren Repepten kommen. Sie lesen viel, lassen sich anregen und inspirieren, übernehmen Dinge, die sie für sich "passend" finden und entwickeln so nach und nach ihren eigenen Stil. Daran ist absolut nichts auszusetzen und wer glaubt, dass der große Bruder von der Insel das Kochen neu erfunden hat, dürfte sein blaues Wunder erleben, wenn er mal das "River Cafe Easy Kochbuch" (Rose Grey, Ruth Rogers) zur Hand nimmt.
Danach geht es dann los. Etwas ungewöhnlich ist die fehlende (klassische) Unterteilung der Rezepte in "Vorspeisen", "Salate", "Fleisch" etc. Auf das erste Rezept (Club Sandwich) folgt sofort die Thai-Suppe, bei der der Autor dann auch gleich mal die Quelle seiner "Inspiration" angegeben hat. Auf den folgenden ca. 170 Seiten gibt es eine Vielzahl von Rezepten die dann in der Tat von den besagten Vorspeisen zu den Desserts und Kuchen reichen. Alle Rzepte sind bebildert, wobei die "Highlights" bzw. Grundrezepte einer Kategorie (z.B. zum Thema "Pizza") größeren Raum einnehmen. Die Zutatenliste steht links und die Zubereitungsschritte gut gegliedert rechts. Ergänzt werden die "größeren Rezepte" (wie ich sie mal nennen möchte) durch einen Zeitstrahl, der die anfallenden Arbeiten chronologisch auflistet. So kann nun wirklich nichts mehr schiefgehen und man muss schon zwei linke Hände haben, um hier kein gutes Ergebnis hinzubekommen. Gut gefallen haben mir die Tips unter einigen Rezepten. Dort gibt es dann u.a. Hinweise darauf, welche Varianten bei dem Rezept möglich sind. Alle 20-30 Seiten wird auf einer Doppelseite ein kurzer "Workshop" eingeschoben (Themen: Vinaigrette, Salat, Kräuter, Fisch, Bratpfannen, Fleisch, Karamell, Gewürze), die sich doch eher an Koch-Starter wenden. Wer schon Übung am Herd hat und auch schon ein Dutzend Kochbücher gelesen hat, kann diese Seiten getrost überfliegen.
Die Gerichte selbst gehen queerbeet und neben traditionellen Gerichten (Ente, Heilbutt, gefüllte Kalbsbrust, Schweinebraten, geschmorte Beinscheiben, Omas Steckrübeneintopf etc.) sind auch Penne, Pizza, Salate und Desserts/ Kuchen usw. reichlich vertreten. Kurz: Es ist wirklich für jeden etwas dabei und jeder Leser wird seine eigenen Favoriten unter den Rezepten - die natürlich nicht alle ganz neu sind - finden. Gut fand ich die Geflügelleber mit Ingwer-Kirschen und die kurzgebratene Rehkeule und für das schnelle (und leckere!) Erdbeer-Eis werden insbesondere die Eltern kleiner Kinder dankbar sein.
Fazit: Ein gutes, schön gemachtes Kochbuch ohne größere Schwächen mit vielen leckeren Rezepten, das sich an die gleiche Zielgruppe wendet wie Jamie Oliver. Lafer- und Witzigmann-Jünger werden hiermit wenig anfangen können. Nicht nur für Fans der Sendung ein guter Griff!
Tim Mälzer hat sich zweifelsfrei seit seinem letzten Buch beständig weiterentwickelt: die Rezepte sind ausgefeilter und teilweise niveauvoller als im ersten "Born to cook". Das heißt allerdings nicht, dass man Angst haben muss, hier ein Werk für ambitionierte Profiköche vorliegen zu haben. Tims Stärke ist seine klare Ausrichtung auf Praxistauglichkeit im Alltag. Das schreckt aber sicher auch einige Hobbyköche ab, die auf der Suche nach "Sonntags-Rezepten" hier wohl nicht fündig werden.
Tim Mälzer bleibt schliesslich bei dem was er kann und ihn bekannt gemacht hat: junges und modernes Kochen, unkompliziert und auch für Anfänger bestens geeignet. Das hat er mit "Born to Cook 2" auch wieder bestens hingekriegt: Suppen, Fleisch- und Fischgerichte, Desserts, dazu Tips und Tricks. Die Vielfalt kennt keine Grenzen.
Dazu ist die Aufmachung vom Feinsten. Schöne und stimmungsvolle Bilder, ein edler Prägedruck auf dem Einband, alles wirklich optisch sehr ansprechend.
Einer weiteren Steigerung seines Erfolgs dürfte also nichts im Wege stehen...
Für Fans von Tims Küche sicher ein Muss, alle anderen wird er aber auch mit seinem neuen Buch wohl nicht bekehren können!
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