Grundgütiger, bei Lisa Bund wäre doch nun wirklich Zeit gewesen, in Ruhe ein Album heranreifen zu lassen, dass ihrer Stimme und Ausstrahlung angemessen ist.
Stattdessen bekommt sie ein Album von der Stange, bei dem jeder Ton pure Berechnung ist. Offenbar lag die Schublade "Kelly Clarkson" am nächsten zum vorbereiteten Image, also bekommt sie soften amerikanischen Radiorock mit glatten Gitarren und Refrains aus der Klonfabrik.
Es bleibt ein pelziger Geschmack von angestaubtem Achtziger-Rock a la Bonnie Tailer, Heart oder Cher, zumeist bräsig aufgemotzt und mit schlaffen Drums umterlegt.
Das ganze zieht dermaßen lustlos an einem vorbei, dass man in Gedanken schon die Alben von Pink oder Avril Lavigne in der Hand hat (denn beide werden ausgiebig nachgeäfft.)
Wie schon bei Monrose bleibt zwischen all dem Produktionsbling kaum Platz für die Stimme, die hier langweilige Melodien für Millionen zu Gehör bringt.
Also ist der erste Stern für Ihre Stimme, der zweite dafür, "Flugzeuge im Bauch" mit auf das Album zu nehmen.
Bleibt zu hoffen, dass sie mit dem Album soviel Geld verdient, dass sie beim nächsten Mal die rauhe, ehrliche und verletzliche Platte macht, die uns ihre Stimme längst versprochen hat.
Bis dahin schüttelt man den Kopf, wie die Musikindustrie ihre mühsam ausgesiebten Talente mit nichtssagender Dutzendware verheizt.