Amazon.de
Eine Satire soll entlarven, aufrütteln, Reaktionen provozieren.
Borat hatte all das schon erreicht, bevor er überhaupt in den Kinos gestartet war: Die kasachische Regierung empörte sich über die Darstellung ihres Landes und der Filmverleiher verkleinerte den US-Kinostart um über tausend Leinwände aus Angst, das Publikum könne den Humor des Films nicht verstehen. Allen Zweifeln zum Trotz avancierte Borat dennoch zum größten Überraschungshit im Filmherbst 2006 und startete einen kontroversen Siegeszug, der seinen Höhepunkt schließlich mit der Verleihung des Golden Globes für den besten Hauptdarsteller an Sacha Baron Cohen fand, der zuvor schon als seine Kunstfigur Ali G. weltweit bekannt geworden war. Als Borat Sagdiyev schlüpft Cohen hier in die Persönlichkeit eines TV-Reporters aus Kasachstan, der nach Amerika reist, um von der größten Nation der Welt Lektionen für seine Heimat zu lernen. Die dünne Handlung ist nicht weiter wichtig, das Herzstück von
Borat ist die Begegnung des frauen-, schwulen-, juden- und behindertenfeindlichen Reporters mit ganz normalen Amerikanern, die nur allzu gerne alle Vorurteile bejahen, die Borat ihnen anbietet. Inszeniert wie eine echte Reportage und gefilmt im Guerilla-Stil ist die Art und Weise, wie
Borat der angeblich so aufgeschlossenen westlichen Welt den Spiegel ihrer eigenen Heuchelei vorhält, ebenso dreist wie schlichtweg genial, und dazu auch noch unglaublich komisch. Angereichert mit derbem Slapstick-Humor und voll von unvergesslichen Momenten ist
Borat nicht nur eine brillant gelungene Satire, sondern ein wagemutiger komödiantischer Geniestreich, der seinesgleichen sucht.
-- Frank-Michael Helmke
MovieGod.de
Der durchschnittliche Amerikaner weiß so gut wie nichts über Kasachstan. Darin ähnelt er dem durchschnittlichen Deutschen. Dafür weiß der Deutsche jede Menge über den Durchschnittsamerikaner.
Borat verbindet dieses gefährliche Vakuum beim Wissen über Kasachstan mit den reichlich vorhandenen Amerika-Klischees zu einem satirischen Roadmovie.
Borat Sagdiev (Sacha Baron Cohen), der in einem kasachischen Kuhdorf lebt, begibt sich auf die Reise in die USA, um dort - im Auftrag von "kasachisches Ministerium von Information" - eine Dokumentation über Land und Leute zu drehen. Begleitet wird er dabei von seinem "Produzenten" Azamat Agatov (Ken Davitian) - und einem Huhn. Kaum im New Yorker Hotelzimmer angekommen, absorbiert Borat eine Überdosis amerikanischer Popkultur und verliebt sich beim Zappen in Baywatch-Star Pamela "CJ" Anderson. Es gelingt ihm, Azamat zu einer Fahrt nach Kalifornien zu überreden, wo er CJ finden und heiraten will. Borat lernt also fahren, kauft ein klappriges Auto und der satirische Roadmovie nimmt an Fahrt auf.
Natürlich hat Baron Cohens kasachische Kunstfigur auch jede Menge Rassismus, Antisemitismus und Sexismus mit im Gepäck, was immer wieder zu grotesken Konfrontationen führt. Nämlich, wenn Borats amerikanische Gesprächspartner trotz seiner ständigen Obszönitäten verkrampft versuchen, politisch korrekt zu bleiben. Wie die Feministinnen, denen Borat klarmachen will, dass Frauen - wie wissenschaftlich bewiesen - nur kleine Eichhörnchengehirne haben. Und die betroffen, aber ernst antworten: "Nein, das ist falsch!" Oder chauvinistische Collegeboys Borats Verhalten mit ebenso tumben Ansichten spiegeln. Oder ein Südstaatler Borat den Rat gibt, sich den terrorverdächtigen Schnauzbart abzurasieren. Schreiend komisch sind auch Borats ständige Fehlleistungen, etwa wenn er den Amis in einem Rodeostadion viel Erfolg bei ihrem "Terrorkrieg" wünscht - und dann alle jubeln.
Warnung: Wer bei diesem Film an irgendeiner Stelle lacht (und diese Gefahr ist sehr, sehr groß), sollte sich ertappt fühlen: Denn darf man lachen über einen hinterwäldlerischen Kasachen? Darf man lachen darüber, dass die Wohnung eines Menschen gleichzeitig ein Kuhstall ist? Und er einen Hotelfahrstuhl für ein großes Zimmer hält? Na, egal - man tut es jedenfalls! Wer ganz viel Pech hat, muss sogar über Borats und Azamats Judenphobie, über Borats fehlende kulturelle Einsicht in die Funktionsweise einer Toilette oder gar über Azamats unförmiges Hinterteil lachen, das abend- und leinwandfüllend in vollster Pracht dargeboten wird.
Auf der Reise durch Amerika arbeitet Borat Klischee für Klischee ab. Vom obligatorischen Besuch im Waffenladen über die Schwulenparade bis hin zur christlichen Erweckungsfeier. Das ist über weite Strecken grade deshalb komisch, weil die Reaktionen, die Borat in all diesen Situationen hervorruft, erschreckend authentisch wirken. Was zum Teil daran liegt, dass die Situationen wirklich authentisch sind, nicht umsonst wurde Cohen bei den Dreharbeiten in einem Hotel beinahe verhaftet. Andererseits merkt man dem Film an, dass kein wirkliches Drehbuch existierte - weshalb ihm gegen Ende etwas die Puste ausgeht.
Wer Spaß an Baron Cohens anderer Figur Ali G hat - oder den hiesigen Plagiaten - wird auch über Borat lachen können. Jedoch sollte man seine Warnung ernst nehmen: "Ich hoffe ihr seht meine Film, aber bitte sein gewarnt, da es enthält schmutzige Flüche, sinnlose Gewalt und eine Nahaufnahme des Bishkek von einem Mann. Auch war Film sehr kontrovers in meine Land wegen Menge an Antisemitismus - aber schließlich unser Zensor hat entschieden, dass genug davon drin ist und erlaubte Veröffentlichung."
Heiko Tico Titz
VideoMarkt
"Das ist meine Schwester, sie ist Nummer vier Prostituierte von Kasachstan!" verkündet der Parade-Kasache Borat, Über-Chauvi, Hobby-Onanist und glühender Pamela-Anderson-Fan stolz vor laufender Kamera. Als Repräsentant seines geliebten Heimatlandes reist er durch die Vereinigten Staaten, um - siehe Untertitel - "Kulturelle Lernung von Amerika um Benefiz für glorreiche Nation von Kasachstan zu machen". Er lernt Land und Leute kennen, hautnah - und macht sich ob seiner direkten Art (viel) mehr Feinde als Freunde.
Video.de
Borat ist eine weitere Schöpfung des britisches Star-Komikers Sacha Baron Cohen, der als krasser Checker "Ali G." zu internationalem Ruhm kam. Seine "Bildungsreise" funktioniert als überdrehte, politisch höchst unkorrekte Improvisationskomödie, die alle erdenklichen Klischees und Vorurteile ins Groteske überzeichnet und dabei manch schmerzliche Wahrheit entlarvt. Als Regisseur firmiert "Seinfeld"-Autor Larry Charles, der den ätzenden Spaß mit hohem Tempo und perfektem Timing über die Runden bringt. Die Komödie 2006!
Stern
Jagshemash, liebe Heimkino-Freunde!??Das kasachische DVD-Kombinat "Nukukkemaldasch" hat eine Edition veröffentlicht, auf der das Bonusmaterial durchgängig mal nicht überflüssig ist. 30 Minuten entfallene Szenen bieten weitere erhellende Einblicke in den Alltag des mutigen Titelhelden, etwa wenn er einen Masseur um einen Handjob bittet oder einen Arzt um eine Penisverkleinerung.??Nett auch, wie ihm in der Jay-Leno-Show die US-Hausfrauenikone Martha Stewart das Bettenbeziehen beibringen will. Fazit: Kaufe tun, sonst komme Borat mit dritte Cousine zu Frühstück bei dir.
Bernd Teichmann
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Groteske Improvisationskomödie mit Sacha Baron Cohen, der als enthusiastischer junger Mann aus Kasachstan auf Entdeckungsreise in den USA geht.
Kurzbeschreibung
Jagshemash! Nachdem er Kasachstan verlassen hat, ist Borat nach Amerika gereist um hier einen Dokumentarfilm über das Land und seine Einwohner zu drehen. Kreuz und quer fährt er durchs Land und trifft hier auf "wahre" Leute im "wahren" Leben und das hat zum Teil wahrlich irrsinnige Konsequenzen. Borats rückständiges und hinterwäldlerisches Auftreten ruft heftige Reaktionen hervor und entlarvt die Vorurteile und die Heuchelei der amerikanischen Kultur. In einigen Fällen teilen seine Interviewpartner durchaus seine unverschämten Ansichten vor allem bei den Themen Männer & Frauen und Hautfarbe. Andere versuchen ihm eine patriotische Lektion in "Westlichen Werten" zu erteilen. Wa-wa-wee-wa!
Erläuterung zur Special Edition mit O-Ring
Die Erstauflage der DVD steckt in einem O-Ring (Schuber), auf dem alle Angaben zur DVD richtig und in deutsch abgedruckt sind.
Die eigentliche Hülle in der Amaray-Box (die zu sehen ist, sobald man die DVD aus dem Schuber zieht) ist in russischer Sprache und hat weißt Farbabweichungen auf.
Das Label-Etikett ist einer DVD-R nachempfunden. Diese beiden Punkte sind Vorgaben des Hauptdarstellers Sacha Baron Cohen und sollen eine satirische Anspielung auf die Raubkopierzustände in Russland und Kasachstan sein.
Produktbeschreibungen