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Produktinformation
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Hierzulande wurde der New Yorker Jugendbuch-Autor Morton Rhue vor allem durch seinen Roman Die Welle bekannt, der illustrierte, inwieweit sich junge Menschen auch heute noch (und auch außerhalb Deutschlands) für faschistische Ideale begeistern lassen. Diesmal hat er sich ein anderes brisantes Thema der US-amerikanischen Gesellschaft vorgenommen. Denn Boot Camps wie das im Roman beschriebene existieren wirklich, 50 bis 100 schätzungsweise. Eltern mit Geld, die ihre Kinder einer reinigenden Gehirnwäsche unterziehen wollen, um sie gefügig -- oder auch gläubig im religiösen Sinn -- zu machen, können ihre Sprösslinge dorthin abschieben. Minderjährige haben keine Chance zu entkommen. Diesem Schicksal entrinnt Connor zwar. Aber der letzte Satz des Buches signalisiert, dass er eine Entwicklung genommen hat, die auch seinen Eltern unheimlich sein muss.
Allein schon dafür, dass Rhue sich dieses Themas angenommen hat, gebührt dem Autor höchster Respekt. Aber er hat auch ein überaus spannendes Buch vorgelegt, das, ebenso wie Die Welle, unbedingt wieder Schulstoff werden sollte. Ab zwölf Jahre. --Stefan Kellerer -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.
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Ja, hat man mal so vage was von gehört. Sind das nicht diese Lager in den USA, in denen kriminelle Jugendliche durch Drill und harte Arbeit geläutert werden? Eigentlich gar nicht so schlecht. Besser als Jugendknast oder Intensivtäter immer wieder laufen zu lassen. Oder?
Morton Rhue behandelt in seinen Jugendromanen immer brisante Themen. Sei es in „Die Welle“ der Einfluss faschistischer Strukturen auf Jugendliche, in „Asphalt Tribe“ das harte Leben von Straßenkindern in New York oder in „Ich knall euch ab“ Amoklauf in einer Schule.
„Boot Camp“ ist vom Anfang bis zum Ende beklemmend. Man mag es nicht glauben, was sich da abspielt. Aber das Nachwort des Verfassers klärt darüber auf, dass der Roman zwar Fiktion ist, aber auf Realität beruht.
Connor ist 15 Jahre alt. Er ist ein hochintelligenter Junge, der schon früh die Fassade seiner Karriere-Eltern durchschaut und sie mit seinen offenen Bemerkungen in Verlegenheit bringt. Er geht nur selten zur Schule, weil er sich dort langweilt und in Kürze den Stoff nachholen kann, für den seine Mitschüler Wochen brauchen. Sein „Verbrechen“? Er liebt seine Lehrerin Sabrina. Natürlich sorgen die Eltern sofort dafür, dass diese Lehrerin entlassen wird. Trotzdem hält Connor die Beziehung aufrecht. Daraufhin lassen die Eltern ihn von Profis entführen und in ein Boot Camp bringen, damit er dort Gehorsam lernt. Weit weg von der zivilisierten Welt wird Connor für teures Geld unterworfen. Gewalt, Willkür, Grausamkeit, Dummheit – das sind die „Werte“, mit denen er konfrontiert wird. Anscheinend gibt es in diesen Camps durchaus auch Todesfälle. Connor unternimmt mit zwei anderen „widerspenstigen“ Jugendlichen einen Fluchtversuch. Sie wollen sich nach Kanada retten. Aber wie der Verfasser im Nachwort betont: Minderjährige haben keine Rechte, wenn ihre Eltern sie in so ein Camp bringen. Sie kommen erst dann wieder raus, wenn sie volljährig sind oder ihre Eltern sie als „erzogen“ betrachten. Das "Happy end" kommt zu spät...
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