Stereoplay
Das solistische Werk des Saitenvirtuosen und Sachwalters traditioneller amerikanischer Musikformen liegt jetzt komplett versilbert vor. Meisterliche Neuinterpretationen von Blues- und Folksongs aus vergangenen Jahrzehnten präsentierte Ry Cooder 1972 auf seinem dritten Album "Boomer's Story" (Bewertung siehe oben), zum Teil rein instrumental wie bei "Cherry Ball Blues" oder "Dark End Of The Street". Das Gros der Songs profitierte jedoch nicht unerheblich von Cooders inspiriertem, die unterschiedlichen Thematiken eindrucksvoll unterstreichendem Gesang. Respektvoll überließ er allerdings den Vokalpart von "President Kennedy" dem Komponisten, der Blueslegende Sleepy John Estes. Die Klangqualität der CD übertrifft das Vinylpendant um Klassen. Das schlicht "Ry Cooder" betitelte Solodebüt von 1970 (WPCP-3153, AAD, 30:33, I:08, K:08, R:08) läßt klanglich ebenfalls keine Wünsche offen. Sein Songmaterial bezog Cooder bereits aus demselben Fundus, aus dem er sich später immer wieder bedienen sollte, inter- pretatorisch erreichte er allerdings noch nicht die Finesse seiner späteren Aufnahmen. Hier erstmalig vorgestellte Songs wie "Alimony" und "How Can A Poor Man Stand Such Times And Live?" wurden in der Folgezeit zu Stützpfeilern seines Live-Repertoires. Beide Titel finden sich daher auch in ausgezeichneten Versionen auf dem Konzertmitschnitt "Show Time" (WPCP- 3156, 1977, AAD, 43:29, I:09, K:09, R:08). Zu hören ist hier die superbe Chicken Skin Revue, gebildet aus Musikern, die Cooder schon auf seinem Album "Chicken Skin Music" (stereoplay 6/88) begleitet hatten.
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