Schon der erste Ratgeber SelbstVerlag - Das eigene Buch erfolgreich vermarkten gab Autoren und Kleinverlegern eine Vielzahl nützlicher Tips und Tricks, um sich in der wachsenden Medienkonkurrenz zu behaupten. In seinem neuen Buch ist der Münchner Spezialist für Autorenmarketing, Andreas Mäckler (www.maeckler.com) noch radikaler. Er sieht im Internet nicht nur die Zukunft des Buchvertriebs für Sach- und Fachbücher, sondern hört bereits die Todesglocken des traditionellen Buchmarkts.
"Die Beziehung Autor - Verlag - Buchhandlung - Leser ist keine gottgegebene Grundordnung. Angesichts der Chancen, die neue Technologien wie Books on Demand und Internet bieten, stellt sich die Frage: Wofür braucht der Autor einen Verlag, der bestenfalls 0 bis 10 Prozent des Umsatzes bezahlt - sofern er das Manuskript überhaupt annimmt? (Bekanntlich werden mehr als 95 Prozent aller eingehenden Manuskripte von den Publikumsverlagen abgelehnt). Wofür braucht der Autor weiterhin Barsortiment und Buchhandel, wenn er den (weltweiten) Markt selbst bedienen kann? Noch ist es nur eine Horrorvorstellung der Verlagsbranche, daß die Wertschöpfungskette zwischen Autor und Leser auf diese beiden Faktoren zusammenschrumpft."
Doch die Zeichen für professionelle, zielgruppenorientierte Autoren ständen gut, über das Internet Texte und Bücher mit Gewinn zu verkaufen und in der "digitalen Revolution" als Gewinner hervorzugehen - im Gegensatz zum traditionen Buchverlag. Jährliche Verluste in Millionenhöhe vieler Publikumsverlage machten es ohnehin für neue Autoren nahezu unmöglich, für ihr Werk einen Verlag zu finden, der das kommerzielle Risiko auf sich nimmt. Von Zuschußverlagen rät Mäckler ab.
Sein Buch ist folgendermaßen gegliedert: Im ersten Kapitel breitet der New Yorker Buchmarktforscher Mike Shatzkin (www.idealog.com) eine Vision des Buchhandels der nächsten 10 Jahre aus. Der Handel im Internet mit digitalen Dateien (eBooks) steigt rasant, ebenso das Publishing on Demand - Buchdruck nach Bestelleingang. Im Gegensatz dazu gibt es deutlich weniger Bücher, die in Auflage gedruckt werden, weil das verlegerische Risiko zu groß geworden ist, auf dem unverkauften Bücherberg sitzenzubleiben. Shatzkin ist der Ansicht, daß in zehn Jahren nahezu jeder professionelle Autor Selbstverleger geworden ist, der sein Werk mit Hilfe der neuen Technologien selbst vermarktet und fertige Dateien verschiedenen Verlagen zum Vertrieb zuliefert.
An den Beispielen der Autoren Reinald Goetz ("Abfall für alle") und Matthias Politycki ("Marietta") zeigt Mäckler, wie mit Hilfe des Internet neue literarische Projekte vorabpubliziert und der Buchverkauf angekurbelt werden kann. Interessant sind zahlreiche Beispiele autonomen Verlegens im Ausland, besonders Schweden, wo Books on Demand eine größere Marktposition erreicht haben. Zahlreiche Links ermöglichen, sich sofort zu informieren. Weiterhin wird das Konzept der Books on Demand des Hamburger Buchgrossisten Libri (www.bod.de) dargestellt - Dateiformate, Distribution, Preise.
Planung, Organisation und Praxis des erfolgreichen Online-Auftritts sind weitere Themen. Dem professionellen Eintrag in Suchmaschinen und Katalogen widmet Mäckler viel Aufmerksamkeit, denn in der wachsenden Informationsflut sind optimale Suchtreffer überlebenswichtig. Bücher- und AutorenLinks runden das Buch ab, das allen zu empfehlen ist, die mit dem Schreiben oder Verkaufen von Büchern sowie mit Internet-Marketing zu tun haben.