Endlich gibt es mal wieder einen Output von den Prog-Urgesteinen Nektar. Von der Anfangsbesetzung sind noch immer Sänger und Gitarrist Roye Albrighton sowie Drummer Ron Howden dabei. Ergänzt werden sie von den zwei deutschen Musikern Klaus Henatsch (Keyboards ... war schon bei Jane und der Jutta Weinhold Band) und Peter Pichl (Bass, den kennt man von Running Wild und Yargos), wobei dieses Line-Up als 'Nektar live are ...' bezeichnet wird. Deswegen weiß ich jetzt nicht, ob die 2 Jungs auch auf der CD mitgespielt haben oder 'nur' bei Konzerten mit auftreten. Aus dem Booklet geht das auch leider nicht hervor. Aber sei's drum ... 'Book Of Days' ist auf jeden Fall eine klasse Scheibe geworden. Der Opener 'Over Krakatoa' fällt noch etwas 'schräg' aus (vor allem durch die verzerrte Stimme) hat aber einen unheimlich guten Groove und auch die Gitarre darf hintenraus ein herrliches Solo spielen. 'King Of The Deep' klingt dann schon eher nach altem 'Krautrock' (wobei man das Wort bei Nektar ja eigentlich nicht in den Mund nehmen darf ... sie sind ja ne englische Band und Krautrock war ja ein Ausdruck für die damalige deutsche Rock-Szene), gepaart mit alten Uriah Heep (vor allem der Gesang ist echt nah dran an David Byron) und einer Spur Pink Floyd (der Refrain klingt fast ein bißchen nach Dark Side Of The Moon). Danach folgt ein kurzes instrumentales Zwischenspiel ('Lamorna') und dann geht's mit 'Doctor Kool', mit über 11 Minuten dem längsten Song auf dem Album so richtig ab. Mehrstimmiger Gesang, toller Rhythmus, herrliche Tempowechsel, wieder ein geiles Gitarren-Solo. Der Hammer. Und es wird nicht schlechter. Noch ein Long-Song ... 'The Iceman' ... zwar mit 10 1/2 Minuten etwas kürzer, dafür ein bißchen spaciger und dramatischer im Aufbau. Und nicht genug von den langen Stücken, denn auch 'Where Are You Now' ist fast 11 Minuten lang und kommt am Anfang recht rockig daher, wird nach knapp 5 Minuten instrumental, langsamer und richtig dramatisch (schon wieder ein geniales Gitarren-Solo!) und am Schluss wieder richtig fett. Könnte ne neue Live-Hymne werden!! Zum Schluss gibt es dann noch 2 kurze 3-Minüter, eine wunderschöne Ballade ('Book Of Days - Between The Lines) ... da kann man auf dem Konzert mal wieder das Feuerzeug rausholen und 'Book Of Days', ebenfalls ne Ballade und ein toller Abschluss der CD.
Fazit: Wie jung und frisch eine Band auch nach über 35 Jahren klingen kann, haben Nektar mit 'Book Of Days' eindrucksvoll bewiesen. Hier werden Liebhaber aller möglichen Stile von Prog bis Rock bedient und ich kann die CD nur wärmstens empfehlen.