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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
P.T. Anderson's Glanzstück als gelungene Special Edition, 23. April 2007
Dieser rundum geniale Ensemle-Film brachte Regisseur P.T. Anderson den Durchbruch. Nach dem zwar gelungenen aber nicht sensationellen Debüt "Last Exit Reno" setzte er kräftig nach was die erzählerische, handwerkliche Raffinesse angeht. Mark Wahlberg beweist in der Rolle des Dirk Diggler erstaunlich viel Talent, was ihm bis dahin wohl kaum einer zugetraut hätte. Juliannne Moore, John C. Reilley und William H. Macy sind auch Oberklasse und passen wunderbar zusammen, weshalb Anderson sie wohl auch in "Magnolia" wieder besetzte. Burt Reynolds, in seiner Comeback Rolle, übertrifft sich ebenfalls als Dirk's Mentor und Ersatz-Vaterfigur. Unverständlich dass Reynolds einmal geäussert haben soll, Boogie Nights nie gemocht zu haben.
Wie auch immer. Eins steht fest : Dieses sehr empfehlenswerte 2,5 Stunden Film-Drama ist keine Sekunde langweilig und ein perfektes Sittengemälde aus dem Porno-Milleu der bunten 70er (handlungsmässig.) Man sollte ihn auf jeden Fall mal gesehen haben.
Die vorliegende Special-Edition ist äusserst empfehlenswert. Sie bietet nämlich nicht nur erstmals (ernstzunehmendes) Bonusmaterial (Geschn. Szenen, Interviews, sehr guter Audiokommentar) auf einer 2. DVD, sondern wartet erstmals mit dem korrekten Bildformat auf (2,35:1 in 16:9). Die "alte" DVD hatte 1,85:1!! Da entging einem nicht nur massig Bildinformationen, nein ,die ganze Bildkomposition war dahin, und obendrauf war die Bildqualität auch noch schlecht. Somit ist diese Version auch für Besitzer der Erstauflage ein Muss. Aufgefallen ist ausserdem das eine kurze Sequenz von ein paar Sekunden direkt am Anfang des Films (schwarzer Bildschirm) ebenfalls auf der alten DVD einfach gefehlt hat. Diese Arthaus Premium Version ist in jeglicher Hinsicht und in allen Belagen eine deutliche Verbesserung der früheren Version. Definitive Empfehlung!
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Eine Familiengeschichte (wenn auch kein Familienfilm), 30. Januar 2008
Ein sehr gut gemachter und oft witziger Film über das Pornobusiness in den USA am Ende der Siebziger und Anfang der Achtziger Jahre. Eigentlich aber auch ein Film über das Scheitern von Lebensträumen allgemein und darüber, dass nach den geplatzten Träumen das Leben dann doch irgendwie weiter geht. Und auch darüber, dass Familie etwas ist, was nicht durch Geburt entstehen muss, sondern auch durch gemeinsames erleben wachsen kann.
Der siebzehnjährige Eddie kann eigentlich nichts. Außer gut Vögeln. Und er hat auch eine anatomische Besonderheit, nämlich ein Instrument dazu, was den Durchschnitt etwa um das Doppelte übersteigt. Und so wird er schnell von einem Pornoregisseur entdeckt, darf viele Filme drehen und wird ein Star der Branche. Leider kommt dann Video, was die Budgets der Filme drastisch reduziert, und das mit den Drogen tut Eddie alias Dirk Diggler auch nicht wirklich gut. Denn sein bestes Stück ist immer öfters aus der Form. Schneller Aufstieg heißt wohl doch schneller Fall, das will uns die Geschichte wohl sagen.
Aber es geht hier nicht nur um die zentrale Figur von Eddie, der versucht, sich als Dirk neu zu definieren. Um ihn herum versuchen das weitere Menschen. Da ist Maggie alias Amber, die Ehefrau des Regisseurs, die versucht, eine gute Mutter zu sein. Und während das beim eigenen Kind nicht gelingen will, wird sie es aber für ein paar ganz andere Leute. Da ist das Rollergirl, eine Pornodarstellerin mit abgebrochener Highschool, die mit ein paar Geistern aus der Vergangenheit klarkommen muss. Dirks Filmpartner will lieber Zauberer werden. Maurice, der Barbesitzer, wäre gerne Pornostar. Ein weiterer Pornostar dagegen hätte lieber ein Geschäft mit Stereoanlagen. Alle diese Träume müssen erst einmal scheitern, ehe die Menschen kapieren, dass sie nur gemeinsam eine Chance auf Glück haben. Das könnte schrecklich kitschig anzusehen sein, ist hier aber wunderbar verfilmt.
Mark Wahlberg gibt den Eddie bzw. Dirk. Eine sehr gelungene Darstellung. Julianne Moore darf als Mutter des Hauses brillieren und dabei noch eine ganze Menge Erotik ausstrahlen. Heather Graham hat mal wieder eine wunderbare Nacktszene, darf sonst eine eher schräge Performance als gewollt süßes Rollergirl liefern. Einmal darf sie dann überzeugend explodieren. Burt Reynolds Darstellung des Regisseurs wird überall sehr gelobt, seine Rolle ist aber aus meiner Sicht auch die mit den wenigsten Anforderungen weil nur geringen Änderungen im Lauf der Geschichte. Aber dafür sind auch weitere Nebenrollen herausragend besetzt, man kann sie hier kaum alle aufzählen.
Handwerklich ist der Film vor allem in Ausstattung und Musik gelungen. Beides sorgt für einen gelungenen Ausflug in die damalige Zeit. Der Film hat mich insbesondere an meinen eigenen Jahreswechsel zu 1980 erinnert. Selbst die Badehosen passen. Das Drehbuch scheint mir in vielen Dialogen auch den spezifischen Wahnsinn der damaligen Zeit gut zu treffen. Es kommt klar heraus, wie orientierungslos die Menschen in vielen Punkten waren. Dadurch entstehen manchmal aber auch Längen, denn der Zuschauer verliert dann auch etwas den Zusammenhang zwischen Handlung und Dialog. Man merkt auch an den vielen, auf einer zweiten DVD dokumentierten, geschnittenen Szenen, dass die Regie hier mit der Laufzeit des Films zu kämpfen hatte. Denn immer wenn man mal wieder etwas über die damalige Zeit erzählt, verlangsamt das die Handlung. Und so ist mit durchaus verständlich, warum die geschnittenen Szenen hier aus dem Film genommen wurden. Sonst ist vor allem das Essay über den Film bemerkenswert, das auf die Innenseite der Verpackung aufgedruckt ist.
Eine witzige, wohl aber gefakte Schlussszene bietet einen gelungenen Abschluss des Films. Ansonsten gibt hier allerdings kaum Porno zu sehen.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
The Dirk Diggler Story, 25. September 2008
Ende der 70er Jahre in Los Angeles. Der junge Eddie Adams ist Küchenhilfe in einem Nachtlokal, wo er eines Abends auf den Porno-Regisseur Jack Horner trifft. Dieser ist von dem Jungen fasziniert und lädt ihn zu sich ein. Als Jack dann noch erfährt, dass Eddie zu seinem guten Äußeren auch noch ein dickes Ding in der Hose hat, nimmt er ihn unter Vertrag und erfüllt Eddie zudem noch seinen Traum. Schnell steigt Eddie unter seinem Künstlernamen "Dirk Diggler" zu einem Pornostar auf. Von nun an beherrschen Pornodrehs und Partys sein Leben. Als mit der Zeit auch noch Drogen ins Spiel kommen, lernt Dirk Diggler die Schattenseiten der Branche kennen, hebt immer mehr ab und wird schlussendlich von Jack gefeuert. Der Versuch im Musikbusiness Fuß zu fassen schlägt fehl und so rutscht Dirk immer tiefer in den Schlamassel. Am Tiefpunkt angelangt, kehrt er zu seinem früheren Mentor Jack zurück und bittet ihn um Hilfe. Denn Dirk Diggler muss das tun, was er am besten kann und wozu er die besten Voraussetzungen hat...
Paul Thomas Anderson schuf mit "Boogie Nights", seinem zweiten Film nach "Hard Eight" ("Last Exit Reno"), ein wahres Film-Meisterwerk. Basierend auf seinem eigenen Kurzfilm "The Dirk Diggler Story", welcher von einem Dokumentarfilm über einen wahren Pornodarsteller namens John Holmes inspiriert wurde, erzählt P.T. Anderson teils in satirischer Art und Weise und auch teilweise in dramatischer die Geschichte des Eddie Adams, der vom Tellerwäscher zum Pornostar aufsteigt und sich am Ende fast zu Grunde richtet.
"Boogie Nights" kann grob in zwei Hälften geteilt werden. In der ersten Hälfte geht es um den Einstieg ins Pornobusiness und den raschen Aufstiegs von Eddie. Mittlerweile unter dem genialen Künstlernamen "Dirk Diggler". In der zweiten Hälfte beginnt dann die Krisenzeit und der Fall des ehemaligen Porno-Kings. Während des gesamten Films erfährt der Zuschauer nichts über den Hintergrund der Personen, z.B. warum sie ins Pornogeschäft einstiegen. "Boogie Nights" stellt auch keine moralischen Fragen, erhebt nicht den Zeigefinger, aber verschönert auch nichts. Es wird schlicht und einfach die Ist-Situation dargestellt und wie die Figuren damit fertig werden oder auch nicht. Selbst am Ende gibt es kein richtiges Happy End. Es hat sich nichts verändert und vielleicht ist das das traurige an der ganzen Geschichte (vgl. Amber mit ihrem resignierenden Blick alleine vor dem Spiegel).
Mittelpunkt der Geschehnisse ist das Haus von Jack Horner, dem Porno-Regisseur, der eine Art Vaterfigur für alle Beteiligten darstellt. Seine Frau und Pornodarstellerin Amber übernimmt dabei die Mutterrolle. So entsteht dieses wundersame Bild einer großen Familie, die Pornos am laufenden Band produziert. "Boogie Nights" betrachtet das Pornogeschäft Ende der 70er/ Anfang der 80er Jahre und so bekommt man dementsprechend auch Sexszenen zu sehen. Doch durch die Tatsache, dass man weiß, worum es im Film geht, müssen nicht in jeder Szene nackte Brüste zu sehen sein. Vielmehr rücken die Darsteller in den Vordergrund, die angefangen mit Mark Wahlberg als Eddie Adams, Burt Reynolds als Jack Horner, Julianne Moore als Amber, John C. Reilly als Reed, Heather Graham als Rollergirl, William H. Macy als Little Bill oder auch Philip Seymour Hoffman als Scotty einfach überragend sind. Dazu kommen noch tolle Kameraeinstellungen bzw. -fahrten, wo Szenen mehrere Minuten lang am Stück gezeigt werden und so alle Figuren in einem Schnitt zu sehen sind. Dies alles wird mit cooler und funkiger Musik untermalt. Auch optisch wirkt der Film durch die Überarbeitung sehr ansprechend und man sieht ihm nicht an, dass er vor zehn Jahren gemacht wurde. Die Verpackung als aufklappbarer Pappschuber ist sehr schick und bietet noch ein Essay auf der Innenseite. Das Bonus-Material hingegen ist doch recht mager (Laufzeit ca. 50 min.). Aber die beiden gelungenen Audiokommentare können über die restlichen Extras hinweg trösten. Informativ und auch unterhaltsam - so machen Audiokommentare Spaß.
"Boogie Nights" ist ein großer Film von einem noch größeren Drehbuchautor und Regisseur namens Paul Thomas Anderson. Ich kann diesen Film nur empfehlen. Die Geschichte, die Schauspieler, der 70er/80er Jahre Flair - hier stimmt so ziemlich alles. Ein Film, den man einfach gesehen haben muss!
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