Ein Buch das ich so oft gelesen habe wie kaum eines meiner Jugendbücher. Es ging für mich dabei nicht so sehr darum die eigene Sexualität in Frage zu stellen als viel mehr darum mich immer wieder an den lebendigen, farbenfroh und detailreich geschilderten Figuren zu erfreuen. Nach "Sowieso und Überhaupt" gewissermaßen das Buch für die direkt darauf folgende Altersstufe. Wieder ein Scheidungskind. Aber ein sehr glamouröses: Sebastian. Der erlebt dann so einiges mit seinerillustren Verwandtenschar.
Ein anderer Rezensent kritisiert die Sprache, weil sie unrealistisch sei. Der Jugendsprache bedient sich Christine Nöstlinger eigentlich gar nicht in diesem Buch, deswegen läuft sie auch - anders als viele anderen Autoren - auch nicht in irgendeine Falle zu machen.
Der wienerische Dialekt hingegen: ja, der wird in der Tat gesprochen. Und der wird auch nicht zur Belustigung verwendet, sondern spielt in Österreich tatsächlich auch im öffentlichen Leben ungefähr die Rolle (des erweiterten Lokalkolorits) die ihm auch in diesem Buch zugestanden wird.
Das hätte aber jeder mittelmäßige Deutschlehrer in der Tat erklären müssen, wenn er das Buch zur Schullektüre macht. Wozu es hervorragend geeignet ist, da sich beispielsweise unterschiedliche philosophische Exkurse hervorragenderweise unmittelbar aus der Handlung entwickeln lassen.
Hoffen wird, dass es ein Klassiker wird!