Wenn sich junge Frauen in der Musik als stark, unabhägig und exzentrisch vermarkten, dann ist dies durchaus mit Vorsicht zugeniessen, zumal der Hype der um Sie dann recht schnell durch Medien und Internet gemacht wird, musikalisch oft nicht das halten kann, was er verspricht.
Im Fall der sich schrill und optisch papageienartig präsentierenden, schwarzen selfmade Sängerin Ebony Bones aber, ist das durchaus gerechtfertigt. Lässt man mal das optische Element, das einem binnen kürzester Zeit einen Strich in der Optik verpasst, beseite, und konzentriert sich auf die Musik stellt man fest, dass die junge Frau tatsächlich sehr innovativ, eklektisch und trotzdem unverkrampft an's Werk geht.
Natürlich kommt diese Musik vom R'n'B, allerdings hat sie richtige songs zu bieten, und wie Sie diese dann mit verschiedensten Stilmitteln aufbereitet, ist nicht nur charmant, sondern hat auch durchaus Dringlichkeit.
Da wird tribal verwurstet, Indierockgitarren (im kurzen Instrumental Titeltrack der im 6/4el Takt daherkommt) kommen zum Zug, ein brachiales Tom-lastiges Schlagzeug steht im Vordergrung und immer wieder diese hypnotischen Synthbasslines auf denen Sie ihr songwriting offensichtlich aufhängt. Nicht alles ist neu - so sind die beiden Discotracks ,The Muzik' und ,In God We Trust' eindeutig Lizzy Mercier Descloux verpflichtet und deren LP ,Mambo Nassau' von 1981, die damals schon mit worldbeats im dance Kontext experimentierte, aber das ist ein erfrischendes update dieses sounds.
Lustig, dass dieses Album den Geist der frühern 80er iun New York atmet, obwohl Bones aus London kommt. Da ist ganz viel Aufgeregtheit und Unruhe drin, die an die frühen Talking Heads gemahnt, nur dass es seitdem halt auch Hip-Hop und R'n'B gab. Dass Sie gute songs schreiben kann beweist Sie mit ,Guess We'll Always Have NY' und ,When It Rains' auch wenn Sie dieses kompositorische Level nicht auf Albumlänge halten kann, so lassen diese songs doch Einiges für die Zukunft erwarten.
Aller Wahrscheinlichkeit nach wird Bones mit diesem Album noch keinen Hit landen, aber auf jeden Fall mischt Sie die R'n'B Szene mit diesem rumpelnden stilübergreifenden Album
einmal kräftig auf und zeigt den US boys & girls das eine Erneuerung nur durch vorherige Zerstörung möglich ist. Ein wichtiges und wegweisendes Album, auch wenn noch ein wenig die Reife fehlt.