Aus der Amazon.de-Redaktion
„Da Hartmut Beck von der SPD Rheinland-Württemberg seine Memoiren noch einmal verändert hat, habe auch ich mich entschlossen, meinen Lebenslauf noch einmal zu überdenken.“ Mit diesen Worten hebt Helge Schneider in seinem Buch an, das den ebenso abstrusen wie typischen Titel
Bonbon aus Wurst trägt, den Refrain eines Liedes, das im Folgenden überhaupt nicht erwähnt wird. Statt dessen ergeht sich der Entertainer, Humorist, Schriftsteller, Regisseur, Schauspieler und Multiinstrumentalist in der Fortsetzung seiner 1992 vorgelegten Erinnerungen, die angeblich „zum größten Teil auf erfundenen Lügenmärchen basierten“, in einer im wahrsten Sinne des Wortes „hintersinnigen“ Aneinanderreihung von Anekdoten, Reflexionen und Clownesken, schlecht illustriert mit Fotos aus dem Ausschusskarton.
Abermals besteht das Kunststück beim Lesen darin, die Grenzen zwischen Wahrheit und Quatsch in diesen in geradezu kindlicher Manier dargebrachten Erzählungen mit Tagebuchcharakter zu erkennen. „Es ist aufgebaut auf vielen Sachen, die stimmen“, gab der in seiner Art wohl einzigartige Dadaist, der sein Faible zelebriert, nicht so zu funktionieren, wie viele es erwarten, anlässlich der Buchpräsentation zum Besten. „Ich stelle mich selber als einen unsympathischen Superstar hin, der sein Publikum verachtet“ – wieder so eine Behauptung, die sich im Buch nirgendwo verifizieren lässt. Solche Arroganz, so Schneider, komme bei Prominenten zuweilen tatsächlich vor und beruhe nach seiner Erfahrung meist auf Unsicherheit.
Ein gänzlich sinnloses Büchlein für Fans des skurrilen Humors, schnell durchgelesen und wieder vergessen. Franz Klotz
Kurzbeschreibung
Mein Leben pur
Da nicht nur Hartmut Beck von der SPD Rheinland-Württemberg seine Memoiren noch einmal verändert hat, habe auch ich mich entschlossen, meinen Lebenslauf noch einmal zu überdenken. Ich habe 1992 bereits handgeschriebene Erinnerungen vorgelegt, die aber aufgrund meines damaligen Zeitmangels und meiner Beschränktheiten zum größten Teil auf erfundenen Lügenmärchen basierten. Jetzt ist es an der Zeit aufzuräumen.
Über den Autor
Helge Schneider, Autor, Musiker und Clown, geboren 1955 im Ruhrgebiet. Tritt regelmäßig auf den Bühnen dieses Landes auf und überrascht seine Fans stets mit neuen Einfällen. Nebenbei schrieb er bisher neun Bücher. Weitere Titel bei Kiepenheuer & Witsch: "Guten Tach. Auf Wiedersehn. Mein Leben, Teil I", KiWi 279, 1992. Unter weiblichem Pseudonym "Eiersalat. Eine Frau geht seinen Weg", KiWi 534, 1999. "Aprikose, Banane, Erdbeer", KiWi 818, 2004. "Globus Dei", KiWi 865, 2005. "Die Memoiren des Rodriguez Faszanatas", KiWi 968, 2006. "Eine Liebe im Sechsachteltakt", KiWi 1030, 2008. Die Kriminalromane von Helge Schneider erschienen 2004 als Viererband unter dem Titel "Arschfahl klebte der Mond am Fenster ... Die Kommissar Schneider Romane 1-4", 2004.
Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.
"Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Versuchen wir es mal hier: Ein Wolkenbruch geht über Köln hernieder. Ich sitze beim Frisör und lasse mir per Computer ein paar Frisurmodelle vorführen. Es ist nichts dabei, wie immer. Der Frisör hat einen abstehenden Daumen vom vielen Haareschneiden. Als Superpromi (ich habe gerade "Katzeklo" komponiert, 1993) muss man auf sein Äußeres achten. Doch die Auswahl fällt schwer. Es gibt ja schon alle Frisuren, und ich interessiere mich nur für extravagante Kuriositäten. Ein damaliger Fehler von mir, aber das war der Zeitgeist. Jetzt betritt der berühmte Filmproduzent John Fichteshymer (Name geändert) den Salon und erkennt mich, da ich am Vortag im Fernsehen war, bei Biolek. Hammersendung, wo ich auf Fips Asmussen traf, der mir vier Witze erzählte, und zwar die folgenden ..."