Aus der Amazon.de-Redaktion
Das vierte Album der United Future Organisation zeichnet sich durch eine nicht gewohnte, musikalisch rundgeschliffene Geschmeidigkeit aus. Während auf dem letzten, mittlerweile drei Jahre zurückliegenden Studio-Output
3rd Perspective auch noch rauhere Jazz-Tracks zu hören waren, kommt nun ein schon immer vorhandener, leichter Pop-Ansatz zu Tage.
Pop unter dem unterschwelligen Einfluss von Weltmusik. Von daher gesehen könnte Bon Voyage fast als Konzeptalbum durchgehen. Nach einer fünfwöchigen Tournee durch 12 Länder der Erde begaben sich der UFO-Franzose Raphael Sebbag, Tadashi Yabe und Toshio Matsuura ins Studio, um ihre gewonnenen Eindrücke musikalisch umzusetzen. Die Reise führt den Hörer unter anderem durch Südamerika, Frankreich, England und last but not least Japan. Samba, Tango und afro-kubanische Rythmen mischen sich mit Soul und Jazz, dem Ausgangspunkt aller U.F.O. Produktionen. Auf der einzigen Coverversion des Albums, dem High Speed Bossa "Flying Saucer" von James Moody, begeistert Dee Dee Bridgewater, eine der ganz grossen Stimmen des Jazz, mit ihrem treibenden Scat Gesang. Diese Verbindung alleine untermauert den hohen Stellenwert der Japaner im Zirkel des Nu Jazz, ist Dee Dee mit Sicherheit die Traumvokalistin so mancher Produzenten des Genres. Bon Voyage ist in seiner typisch japanischen High End Qualität, smooth und ohne Ecken und Kanten, ein weiteres Statement für U.F.O., zu den besten und ausgereiftesten JazzNotJazz-Köpfen zu gehören. Und trotz seiner Tunes für den Dancefloor überzeugt das Gesamtwerk mehr im CD-Player zuhause oder dem Kaffeehaus nebenan. Perfekt auch für Jazz-Neueinsteiger. --Michael Rütten
STEREO
Zu Beginn der 90er schickten sie den Nippon-Pop zu uns und brachten damit eine Lawine ins Rollen. Auch mit seinem vierten Album landet das japanisch-französische Trio wieder einen Hit für die selig rotierenden Club-People und Freunde weltumspannender Musikkultur. Hier wandern sie lustvoll durch die Epochen, lassen Jazz-Chanteuse Dee Dee Bridgewater auftreten, erinnern an Disco-Zeiten oder generieren orientalischen Breakbeat. Zwar sind U.F.O. ernsthafter geworden, aber den Spaß am Tanz haben sie nicht verloren.
©Stereo, Olaf Maikopf
INTRO
Gute Reise mit UFO: in neun Tracks um die Welt, mit Soul über orientalischen Breakbeat zu Streichern und Bläsern, zurück mit brasilianischen Rhythmen und fetten Beats ins Land der aufgehenden Sonne. So oder ähnlich. In 40 Tagen tourten UFO durch 30 Städte in 12 verschiedenen Ländern, um anschließend ihre Reiseerinnerungen musikalisch umzusetzen. Musik für die Bar, den Club oder das Sofa in fließend swingender Leichtigkeit. Und Gastvokalistin Dee Dee Bridgewater gibt bei einer Neubearbeitung von James Moodys "Flying Saucer' die kleine Schwester von Ella Fitzgerald. Überhaupt gibt's viele Vocals - von lustig klingenden Leuten wie Masayuki Yui und so -, die neben dem bekannt guten UFO-Sampling zusätzliche Akzente setzen. Drei Jahre dauerten die Arbeiten an vorliegendem Werk, und das macht sich bemerkbar: gut abgehangen, jeder Ton an der richtigen Stelle. "Bon Voyage' kommt ganz entspannt und verschließt sich einer klaren Zuordnung, wie man es von UFO gewohnt ist. Deshalb: irgendwie Club-Sound, zeitlos, aber auf der Höhe der Zeit.
Oliver Bresch / © Intro - Musik & so
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DE:BUG
Wie man eine Platte so dreist mit einem Bonny & Clyde Sample starten kann, das dann eigentlich einen Track entstehen lässt, der durchaus als Coverversion durchgehen könnte, aber Japaner nehmen diese Geschichte mit Orginal und Kopie nicht so eng. Ein Hippyalbum ist es geworden, eins, das man gut mit einer 50köpfigen Band auf Tour schicken könnte, und deren bestes Konzert sicherlich auf dem Theaterfestival in Perpignan sein wird. Man muss über diese Musik nicht viel reden, denn sie erschöpft sich in einer Beliebigkeit, die eher versucht sich selber vergessen zu lassen.
© DE:BUG - Zeitschrift fr elektronische Lebensaspekte.
Jazz thing (09/99)
Feinste Club-Mucke servieren uns nach drei Jahren Platten-Pause die drei UFOs Raphael Sebbag, Tadashi Yabe und Toshio Matsuura auf "Bon Voyage". Locker und leicht kicken die Grooves, säuselnd fügen sich die Background-Vocals ein, melden sich knackige Bläser dezent zu Wort, vertreiben karibische Pianoläufe jeglichen Anflug von Depressionen. Die Amerikanerin Dee Dee Bridgewater veredelt mit ihrem Gesang die peppige und höchst tanzbare Version von James Moodys "Flying Saucer", dem einzigen Stück aus fremder Feder auf diesem Album. Es ist vor allem die Leichtigkeit, die beim Hören dieser Scheibe gleich auffällt und ansteckt. Und wer sich beim Singen von Geburtstagsständchen bislang immer unwohl fühlte, findet mit der Vokalnummer "Happy Birthday", eingebettet in Akkordeonklänge und mit französischem Esprit versehen, eine echte Alternative.
© Jazz thing - Christoph Giese