Das ist die zentrale Frage, auf die es am Ende hinausläuft. Zwischen dem Restaurantbesitzer Thomas Wackerle(Herbert Knaup) und der Weinkellnerin Hanna(Nora Tschirner); zwischen dem Koch Daniel(Unax Ugalde) und seiner Freundin Eva; zwischen Hanna und Daniel. Am Ende der 97 Minuten -Bon Appetit- werden sie wissen, wie die Antwort auf die Frage lautet, aber bis dahin bleibt alles offen.
Daniel aus Bilbao versucht sein Glück als Koch in Zürich. Im Restaurant des Sternekochs Thomas Wackerle ergattert er einen Job. Dort freundet er sich mit dem Küchenchef Hugo(Giulio Berruti)an und arbeitet sich in der Küchenhierarchie beständig nach oben. Nebenbei verliebt er sich in die Weinkellnerin Hanna. Die hat allerdings ein Verhältnis mit Thomas. Schnell muss Daniel erkennen, dass Hanna ihm eine Freundin aber keine Gefährtin wird. Sie liebt Thomas. Als Hanna jedoch schwanger wird, ändert sich alles. Ein Trip nach Bilbao, den Hanna, Hugo und Daniel gemeinsam unternehmen, mischt die Karten neu. Doch am Ende gibt es nur Verlierer. Es scheint nicht zusammen zu kommen, was doch eigentlich zusammen gehört. Da kann wirklich nur noch das Schicksal helfen...
Juan Carlos Rubio hat mit -Bon Appetit- einen leisen, gefühlvollen, erfrischend realen Beziehungsfilm gemacht. Dabei ist -Bon Appetit- keine Liebesschnulze und auch kein Drama, das einem das Herz zerreißt. Vielmehr konzentriert sich Rubio voll und ganz auf die zwischenmenschlichen Beziehungen seiner Protagonisten. Das macht er mit dem Blick fürs Detail, einer Menge Herzblut und einem ausgeklügelten Drehbuch. Die kleine, aber feine Produktion besticht weiterhin mit einem unauffälligen Soundtrack, zu dem u.a. Sigur Ros und The Radio Dpt. hervorragende Songs beigesteuert haben.
In der Besetzungliste lässt -Bon Appetit- keine Wünsche offen. Herbert Knaup und Giulio Berruti spielen ihre Parts professionell gut. Nora Tschirner kann ihren "Berliner-Stadtgören-Charme" zwar nicht ganz ablegen, überzeugt aber auch in dieser ernsten Rolle. Unax Ugalde ist in der Rolle des Daniel die absolut perfekte Besetzung.
Sollten sie auf kleine, feine Produktionen stehen, lege ich ihnen -Bon Appetit- ans Herz. Dann warten 97 interessante Minuten vor dem Bildschirm auf Sie. Immer vor dem Hintergrund der wichtigsten Frage überhaupt: "Liebst Du mich?"