Als Weltverneiner von Schopenhauerschen Ausmaßen wird Droste im Reclam-Klappentext bezeichnet - und das ist wirklich nicht ganz falsch. Nur kannte der Misanthrop Schopenhauer noch nicht das 16-Tonnen-Gewicht von Monthy Python's Flying Circus, welches Droste so sehr verehrt, weil es "regelmäßig vom Himmel fällt und die Existenz von Leuten beendet, gegen die außer einer radikalen, finalen Maßnahme kein Mittel hilft." In Ermangelung eines solchen Gewichtes, aber zuweilen mit gleicher Zerstörungskraft, geht Droste rein sprachlich gegen alle vor, die ihm das verdient zu haben scheinen. So bezeichnet er Henryk M. Broder als "Biermann ohne Klampfe" [somit wäre also Biermann wie ein Broder-mit-Klampfe], dem Dalai-Lama möchte er ein Schild umhängen beschriftet mit "Vorsicht - spukt!", was Hellmuth Karasek schreibt, findet er verschwiemelnd und bedeutungshubernd, Martin Walser sei ein Feigling, bei Günter Grass tiriliere die Altersmeise und der FAZ-Chef Frank Schirrmacher sei "ein Intrigant, dessen Verhältnis zur Wahrheit ein ausschließlich taktisches" sei. Cohn-Bendit sei "berufsmäßiger Blindlaberer" und Wigald Boning beweise, "dass wirklich nichts unmöglich ist"; Karl Lagerfeld ahne nicht, "dass man beides, einen Zopf UND eine Würde, nicht gut haben" könne, Kardinal Ratzinger bekommt das Gedichtchen verpasst: "Herr Ratzinger hat viel Erfahrung / mit den Folgen einer Paarung", der Kurdenführer Öcalan habe das Air eines grinsenden Herrenfriseurs und die UNO wird zusammengefasst in: "Koof i annan - koof i alle." Warum macht Droste das? Auflösung auf Seite 118: "Nur einen autoritären Ehrgeiz habe ich: Herr über meine Gedanken will ich sein." Das klingt plausibel und nachahmenswert ...