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Eine Utopie für die Zukunft?, 6. September 2000
Rezension bezieht sich auf: Bolo'bolo (Sondereinband)
Die Idee ist ein neues Lebens- und Gesellschaftmodell jenseits der Megamaschine und ökologischer Zerstörungskapazität vorzustellen. Es wird Abschied genommen von den heutigen Staatsvorstellungen und vielen anderen Selbstverständlichkeiten an die wir gewöhnt sind. Erst mal kann es gut sein sich auf die Vorschläge von p.m. denkerisch einzulassen, um einfach mal anders auf die Dinge zu sehen. Jedoch fürchte ich, daß vieles auch aus alternativer Sicht ganz anders angegangen werden kann und müßte. Mein Vorschlag ist nur den Freiraum, den p.m. aufzeichnet, nicht gleich von vorherein auszugrenzen, in dem man mit Abwehrhaltung an seine Gedanken herangeht. Sie sensibilisieren nämlich auch für Fragen, die sonst ausgeklammert blieben.
Literaturempfehlungen zum Thema: Ökotopia; ERNEST CALLENBACH/ Wege zur ökologischen Zeitenwende; RUDOLF BAHRO u.a./ Morgen. Die Industriegesellschaft am Scheideweg; ROBERT HAVEMANN
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
bolo'bolo, 20. Juni 2003
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Bolo'bolo (Sondereinband)
vieleicht ist der einstieg etwas schwierig, aber es lohnt sich. ein buch, zeigt es die zukunft, welches auf realistische art ein gegenpol zum kapitalismus schafft. auch zeigt es das anarchie nicht einfach gesetzlosikeit und chaos heisst, wie es heute oft interpretiert wird. es ist schade, dass sogar zeitungen ein volkommen falsche sicht der anarchie vermitteln und das ein grossteil der bevölkerung keine ahnung über dieses, bestimmt besser, system bescheid wissen. es ist bestimmt eine lektüre die hoffnung geben kann, die lehren kann, die augen öffnen kann. unbedingt lesen.
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5.0 von 5 Sternen
Eine interessante "klassische" Utopie, deren Gelingen aber allzuviel "Allzumenschliches" entgegensteht., 5. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Bolo'bolo (Sondereinband)
Abgesehen von der kritischen Gesellschaftsanalyse zur Einleitung und dem darauf folgenden Aufruf, sich zur Sabotage der bestehenden Ordnung zusammenzuschließen, liegt uns mit Bolo'Bolo eine im Prinzip "klassische" Utopie vor.
Der Autor (oder das Autorenkollektiv?) entwirft nämlich eine weltweite, alle Menschen umfassende, allerdings stark vereinfachte, Sozialordnung, die, wie allen klassischen Utopien zu eigen a.) Gar nicht erst zur Diskussion gestellt wird, b.) deren Institutionen für immer statisch bestehen müssten, ohne einen Weg aufzuzeigen, wie weitere Verbesserungen noch möglich wären, oder "Systemfehler" beseitigt werden könnten.
Das hinter dem Inhaltlichen verborgene, jedoch durchschimmernde, Leitmotiv, erscheint mir dagegen sympathisch: P.M., der Autor, stellt sich nämlich die Frage, wie eine Welt aussehen, gestaltet sein müsste, um ein größtmögliches Maß an Leben, Lebendigkeit, Entfaltung, Fülle des Daseins, Freiheit, Gemeinschaft, Kreativität, "Erdigkeit", "Kernigkeit" u.s.w... zu ermöglichen. Seine Antwort ist ein doch recht großzügig bemessener "Rahmen", einige wenige Strukturprinzipien, die unter anderem eine extreme Begrenzung des Privateigentums, weitgehende Subsidiarität, Autonomie et cetera... enthalten und ein radikales Gegenkonzept zur bestehenden Weltordung darstellen, deren Wiederaufkeimen (in Form von Macht, Staat, Kapitalismus...) im Übrigen durch das System der Bolos (Bolo'Bolo) verhindert werden soll.
Kurzum: das kleine Büchlein regt gehörig zum Träumen an, seine Utopie ist aber wahrscheinlich nicht zu verwirklichen, schon deshalb, weil der Mensch aus Bequemlichkeit und dem Wunsch nach "Selbstwirksamkeit" z.B. das Eigentumsrecht rasch wieder ausweiten würde, oder die Regionalkoordinierung für Großprojekte (Straßenbau, Schienenverkehr) schnell wieder zu einer Art von Regierung ausarten würde.
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