Als langjähriger Bollywood-Fan ist am natürlich sehr sensibilisiert, wenn man die jüngsten Entwicklungen des Bollywood-Hypes verfolgt. Obwohl es mich freut, dass Movies made in India ein mittlerweile recht großes Publikum im Westen finden, ist doch ein weinendes Auge dabei, denn Mainstreamtauglichkeit geht leider oft Hand in Hand mit Qualitätsverlust. "Bollywood/Hollywood" ist der Versuch die Formen des Bollywood Cinemas mit einem ironischen Augenzwinkern an westliche Sehgewohnheiten anzulehnen und fällt damit leider durch jedes Raster ins Bodenlose. Obwohl manche Bollywood-Seitenhiebe beim Kenner immerhin ein belustigtes Schmunzeln auslösen, windet man sich trotzdem zumeist im Schmerz der Peinlichkeit. Der Plot (ansich eine klassische Bollywood Story: boy-can't-have-girl-but-finds-true-love-anyway) windet sich zwischen Anbiederung ans westliche Publikum und indischem Selbstverständnis. Trotzdem gibt es einen Lichtblick: dem interessierten Seher wird klar, wie schwer die Verbindung zwischen westlicher Kultur und indischer Tradition ist und in welchem interkulturellem Dilemma Exilinder im Westen leben und mit welcher Schwierigkeit auch und eben gerade indische Filmemacher dieses Thema angehen. Fazit: für Bollywood Fans eine Lektion in fehlgeschlagenem East-West Masala, für Neulinge wahrscheinlich erschreckend schräg und hysterisch. Mein Tip: Neulinge sollten sich lieber an Bollywood Realthings wagen ("Devdas"/"Lagaan"/"3KG"/"Jayenge"/"Ashoka" sind gute Einsteigerfilme), sonst bietet "Bollywood/Hollywood" nur ein Zerrbild eines ansich wirklich spannenden Genres!