Das Buch ist im politisch neutralen Ton geschrieben und erzählt alle wichtigen Zusammenhänge und Stichworte aus der bolivianischen Geschichte bis heute. Das ist zugleich seine Stärke und seine Schwäche. Vergleicht man es mit dem neuesten Buch von Robert Lessmann, so bietet es weniger Orientierung. Das hat zwei Gründe: Zum einen ist Pampuchs Werk nur eine aktualisierte Neuauflage einer früher erschienenen. Zum anderen steht Lessmann der jetzigen indigenen bolivianischen Regierung unter Evo Morales lesbar näher. Dadurch bekommt der Leser Orientierung, kann seinen Standpunkt mit dem des Autors vergleichen und bewerten. Und gerade wenn man noch keinen Standpunkt hat, weil man sich erst in die Materie einarbeitet, ist etwas mehr Parteilichkeit nützlich. Sie weckt nämlich Interesse und Kritik; beides nutzt der Erkenntnis.