Der deutsche Kriminalschriftsteller Detlef B. Blettenberg schreibt Polit-Thriller auf höchstem Niveau. Wer sich davon überzeugen möchte, sollte zur Neuausgabe Blut für Bolivar aus dem Pendragon-Verlag greifen.
Sein Debütroman Weint nicht um mich in Quito besitzt bereits alle Elemente, die für Blettenberg charakteristisch sind und die er in späteren Romanen vervollkommnet. Einzelne Erzählstränge werden episodenhaft aneinander montiert, ohne innere Monologe oder Reflektionen. Psychologische Motive der handelnden Personen oder Reflektionen sind bestenfalls skizzenhaft erkennbar. Trotzdem gelingt es Blettenberg durch starke Pinselungen lebendige Charaktere zu schaffen, die durch ihre Dialoge oder ihre Sichtweisen deutlich unterscheidbar sind.
Agaven sterben einsam ist ungleich komplexer. Der Roman beginnt mit einem Epilog und springt dann in die Zeit zurück. Blettenberg erzeugt damit eine große, intensive Spannung, denn er greift hier zum Stilmittel der andeutenden Vorwegnahme der Handlung. Blettenberg hat ein feines Gespür für Dramaturgien und atmosphärische Inszenierungen. Sein Gespür für interessante Figuren, der verwickelte Plot und seine lakonische, zurückhaltende Sprache zeigen die Qualität und Meisterschaft dieses Autors. Insbesondere Agaven sterben einsam entwickelt zum Finale hin die Qualität eines Page-Turners. Das Finale ist furios und bemerkenswert, überraschend und doch konsequent.