Mit was für einem wunderbaren Debut-Album beschenkt uns hier eine deutsche Sängerin weitab von jeglicher übertriebenen Klischee-Emotionalität, überschwänglichem Liebesgeschnulz und sinnleerer Pophintergrundmusik. Annett Louisan, die es in ihrer ganz eigenen leisen Art und Weise versteht den von zu vielen musikalischen Enttäuschungen des Jahres geplagten Hörer für sich zu gewinnen, verzaubert wörtlich mit ihrer zurückhaltenden, aber dennoch so eingänglichen wie eindringlichen kleinen Stimme eines jeden Ohr - davon bin ich überzeugt. Sicherlich ist einzuwenden, dass sie noch unzureichend für ihre Musik in Wort und Ton verantwortlich ist, doch wenn ein derart leicht beschwingtes, zutiefst poetisch erdachtes und musikalisch einfallsreiches Album in Zusammenarbeit mit vor allem Frank Ramond dabei entwächst - dann soll uns das Recht sein. Ich bin wirklich nach einer langen Durststrecke endlich mal wieder hin und weg von einem vom ersten bis zum letzten Ton durchweg gelungenen Album, dessen Songs in chansonhafter Gestalt stets die unverwechselbare kleine feine Stimme Annett Louisans als Mittelpunkt haben. Die äußerst einfallsreichen Arrangements schmiegen sich ohne Störfaktoren wunderbar um ihren mal hauchzarten, mal gewitzt saloppen Gesang, dem ich in guter Hoffnung eine große Zukunft voraussage.