Wie die Vorschreiber schon anmerkten, ist dieses Buch nicht so wirklich Fachkundig geschrieben. Dass die Schussfrequenz der Bogenschützen mehrfach wiederholt wird wäre ja noch zu verschmerzen, selbst die Tatsache, daß das unterschiedliche Frequenzen ergibt, so pingelig will ich dann nun nicht sein.
Aber von Entwicklung der Fernwaffen kann nicht die Rede sein, es ist eher eine unübersichtliche und unkomplette Aufzählung diverser Schusswaffen. Die Armbrust - mit eine der wichtigsten Waffen wird recht kurz abgefrühstückt, Kugelarmbruste, Schwarzpulverdrehlinge usw. nichtmal erwähnt, Eine Pfeilspitzenartenauflistung ist nicht vorhanden, Schusswirkung aufs Ziel nicht eingeordnet, Stichwortverzeichnis gibts nicht, zum Text passende Zeichnungen, Bilder usw. wären insbesondere für Einsteiger auch sicher ganz nett gewesen etc.
Dazu kommen neben ortografischen Fehlern und teils schwer verständlichem Satzbau auch reichlich sachliche Fehler. Bsp: S.44 Bandelier: "Der Arkebusenschütze trug ein über die Schulter und quer über die Brust gehängtes Bandelier, an dem Pulverflasche mit etwa einem Pfund Schwarzpulver sowie Zündkrautflaschen mit einzelnen Pulverladungen hingen Hinzu kam die mit den schweren und dicken Bleikugeln gefüllte Ledertasche"
Ob die Bleikugeln der damals üblichen Büchsen nun wirklich als dick und schwer (Na sind halt aus Blei ;-) ) zu beurteilen sind lasse ich mal dahingestellt. Aber Zündkraut ist ein feiner gemalenes Schwarzpulver, was man in die aussenliegende Zündpfanne der Waffe gibt, und welches bei schussauslösung den Zündfunken in die eigentliche Pulverkammer im hinteren Ende des Laufs weitergibt. Da die Menge des Zündkrauts zwischen soviel dass man sich das Gesicht verbrennt und sowenig, dass der Schuss nicht auslöst frei variabel ist ohne Auswirkungen auf den eigentlichen Schuss, wäre es Unsinn, das in einzelne Flaschen abzupacken.
Richtig ist daher, dass am Bandelier neben der Schwarzpulverflasche (weil die da eigentlich recht brauchbar hängt, obgleich sie im Kampf zumeist eher nicht benötigt wird) noch eine sehr viel kleinere Zündkrautflasche hängt, die eben das feinere Pulver zur Zündung enthält, dann der Kugelbeutel, ein Reinigungsgerät (Zündlochnadel weil schwarzpulver nicht rückstandsfrei verbrennt, also schnell die Zündlochbohrung verstopft ist und gereinigt werden muss, und anderes gerät zur Waffenwartung) Ein Behältnis mit Fett (Unschlitt, zum einfetten von Kugeln und dem Feuchtigkeitsschutz sowie dem Schutz vor herausfallen des Zündkrauts in der Pulverpfanne) Verdämmmaterial (Lumpen o.ä. zum verdämmen des Pulvers) und mehrere hölzerne Pulvermaße, die eben je die exakt abgemessene Schwarzpulvermenge für einen Schuss enthalten und daher ein schnelleres Laden, eine bessere Mengenbemessung (in Ruhe, nicht im Stress der Schlacht) sowie einen nicht zu verachtenden Sicherheitsaspekt ermöglichen. - Wenn die Pfund-Pulverflasche aus Metall oder Horn explodiert ist das ne andere Hausnummer, als wenn ein Holzbehälterchen mit wenigen Gramm infolge von Funkenflug zündet. Die Pulverflasche reisst einem vermutlich das komplette Bein ab, das Pulvermass ergibt normal nur schwere verbrennungen und Holzsplitter im Fleisch.
Ausserdem brauchts natürlich noch nen Feuerschläger und die Lunte, die auch irgendwo untergebracht werden müssen. Ergibt Sinn, die auch ans Bandelier zu hängen, ebenso, wie die Büchse selber da zum Transport teils auch drangehängt wurde, die wiegt nämlich auch einige Kilo.
Das zu Recherchieren wäre übrigens nicht schwer gewesen, dass wird ähnlich immer noch so gehandhabt, es ist bspw. nicht zulässig auf nem Schwarzpulverschiessstand mit einer Pulverflasche aufzukreuzen, sondern es sind Einzelbehältnisse vorgeschrieben, die Heutzutage aber normal aus Kunstoff sind. (Ich schiesse selber mit Schwarzpulverwaffen)
Fazit: Geld besser sparen, einmal durch Wikipedia geklickert bietet a) mehr b) richtige c) übersichtlichere d) fundiertere/fachkundigere Information und das e) für umsonst.