Das ist ein merkwürdiges Büchlein. Es behandelt gewollte Veränderungen des menschlichen Körpers durch verschiedenartige äußere Eingriffe. Gemeint ist die Körper-Verschönerung oder das, was man dafür hält, mittels Tätowierung, Piercing und Skarifikation.
Wer der Meinung ist, dass die Verschönerung des Körpers allein mit Hilfe von kosmetischen Mitteln oder von sichtbar getragenem Schmuck erreicht werden kann, der irrt. Wer es nicht ohnehin weiß, der erfährt aus diesem Buch, dass praktisch der ganze Körper durch verschiedene Maßnahmen und Gegenstände modifiziert, also gestaltet (und auch verunstaltet) werden kann. Die Motive können sehr verschieden sein. Sie reichen von der Anbringung von Schmuck bis zur Selbstverursachung von Schmerz. Hierüber wird in dem Buch im Einzelnen berichtet.
Schöner zu sein, als die Natur es vorgegeben hat, ist schon immer das Sinnen und Trachten der Menschen gewesen. Wir halten es heute für selbstverständlich, dass Frauen, die einen ausgeprägten Sinn für das Schöne haben, seit alters her Ohrschmuck tragen. Hierfür haben sie Löcher in den Ohrläppchen. Auch ein bescheidener Schmuck in der Nase, der früher hauptsächlich in Indien getragen wurde, ist heute weltweit nicht mehr wegzudenken. Und die Teenager haben schon vor Jahren den Schmuck am Bauchnabel für sich entdeckt. Der hat allerdings wenig Gelegenheit, sichtbar zu werden, was er vielleicht auch gar nicht soll. Wenn nun noch an einer wenig auffälligen Stelle ein kleines Tattoo getragen wird, so bleibt für die Verschönerung des Körpers aus ästhetischer Sicht wohl nichts mehr zu wünschen übrig. Wer darüber hinausgeht, kann ziemlich sicher sein, mit seinen zusätzlichen Signalen nicht mehr verstanden zu werden.
Die Skarifikation, im ursprünglichen Sinne also das Anritzen der Haut, wird im Schlussteil des Buches recht ausführlich behandelt. Was hier besprochen wird, hat mit Körperverschönerung nichts zu tun. Branding, Cutting, das Einsetzen von Implantaten unter die Haut u. ä. sind Praktiken, die der Verhunzung oder sogar der Verstümmelung des Körpers gleichkommen. Body modification macht es möglich.
Das Schlimme ist, dass die Grenze zwischen dem Schönen und dem Hässlichen fließend zu sein scheint. Die Zeit wird hier auch in Zukunft Wandel schaffen - hoffentlich zum Guten und Schönen.