Der Begriff "Wellness" springt uns von überall her an. Nicht nur Hotels werben mit Wellness-Aufenthalten, auch im Lebensmittelbereich hat die (!) Wellness längst Einzug gehalten. Und Bücher gibt es ja sowieso schon einige zu dem Thema. Nicht aber ein so kompaktes wie das Handbuch "The Body Shop Wellness".
Schon der Name bürgt für Qualität. "The Body Shop" gab es schon, als Wellness in dem Sinne niemandem ein Begriff war. Der Ratgeber ist so umfangreich, dass er zwar nicht mehr in die Bademanteltasche passt, dafür aber mit einem abwaschbaren Umschlag versehen ist, damit man ihn auch im Badezimmer mit cremigen Händen anfassen kann - wunderbar mitgedacht!
Bei der Einteilung wurde dann leider weniger mitgedacht. Der Wellness-Neuling - ich bin so einer - findet sich irgendwie nicht so richtig zurecht. Aufgeteilt ist "The Body Shop Wellness" in neun große Kapitel: "Haut- und Haarpflege", "Spa", "Aromatherapie", "Massage", "Yoga", "Meditation und Atmung", "Pilates", "Tai Chi", "Rundum fit" und "Gesunde Ernährung". Klingt gut.
Doch zu einem praktischen Beispiel: Füße. Dass man im Kapitel "Haut- und Haarpflege" etwas zu Füßen findet, ist logisch. Aber warum stehen die Tipps "Gegen müde Füße" und die "Pflege für trockene Füße" nicht hintereinander? Und warum steht im Register zum Stichwort "Füße" nur Fußmassage und Fußzonenreflexmassage? Und dann gibt es noch ein wunderbares Rezept für ein "Pfefferminzfußbad", das wieder ganz woanders zu finden ist. Bin ich zu doof für Wellness? Anderes Beispiel: Nacken - wer leidet nicht an einem verspanntem Nacken. Doch auch hier wieder das gleiche Desaster: Nackenwickel auf Seite 247, Nackendehnung auf Seite 193, Nackenmassage auf Seite 260, Ursachen für Nackenschmerzen wieder auf Seite 63, und auf Seite 193 findet sich noch der Grund für "Der Stress sitzt im Nacken" - vielleicht weil ich so viel hin- und herblättern muss, um meinem Nacken etwas Gutes zu tun?
Die Unübersichtlichkeit, die jedoch den Vorteil hat, dass man immer wieder in dem Buch herumblättert und so auf Interessantes stößt, - also vielleicht Absicht? - ist allerdings auch das einzige, was an "The Body Shop Wellness" zu bemängeln ist. Das Buch steckt voller wertvoller Tipps für Körper, Geist und Seele, ganz auf die weiblichen Bedürfnisse zugeschnitten, denn der Ratgeber wendet sich klar an Frauen jeden Alters. Und das ganz ohne dauernden Werbehinweis auf Produkte von "The Body Shop", was wohl dem englischen Understatement zu verdanken ist.
Die Autorinnen Mona Behan und Susan Elisabeth Davis haben viel Wissenswertes rund um Körper und Geist, Wohlbefinden und Ernährung zusammengetragen, aus dem Englischen von Renate Weinberger und Dr. Gabriela Lehari übersetzt. Weitere neun Fachautoren schreiben über ihr jeweiliges Spezialgebiet. Die Seiten sind übersichtlich und ansprechend gestaltet, wichtiges wird in Extrakästen hervorgehoben. Die kompetenten Texte sind auch für Wellness-Anfänger verständlich, und im Anhang erklärt ein Glossar Begriffe von Akupressur bis Zitronenöl.
Dazu gibt es viele schöne Bilder von Fotograf John Robbins, die schon beim Anblick entspannen und Lust machen, die vielen selbst gemachten Rezepte für Massageöle und Schlammpackungen aber auch Tees und Suppen auszuprobieren.
"The Body Shop Wellness" ist Garant für Gesundheit, Schönheit und Wohlbefinden und das noch zu einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis - was will man mehr?!
(c) Steffani Lehmann von Literaturtipp.com