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Bocksgesang. Antworten auf Fragen vor und nach dem 11. September
 
 
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Bocksgesang. Antworten auf Fragen vor und nach dem 11. September [Taschenbuch]

Gore Vidal
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Produktinformation

  • Taschenbuch: 120 Seiten
  • Verlag: Europäische Verlagsanstalt (eva); Auflage: 1 (24. März 2003)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3434505636
  • ISBN-13: 978-3434505631
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,8 x 1,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 5.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 954.930 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Gore Vidal
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Gore Vidal nimmt unter den US-amerikanischen Intellektuellen einen besonderen Platz ein: Der Schriftsteller gilt als einer der schärfsten Kritiker der Washingtoner Weltmachtspolitik. In den zahlreichen Essays dieses Buches rechnet er vor allem mit Präsident George W. Bush ab. Schonungslos und mit ätzender Ironie analysiert er das Verhalten der USA in den letzten Jahren und kommt dabei zu Schlüssen, die im Weißen Haus ganz sicher nicht geteilt werden.

Vidals Grundthese: Das Selbstverständnis der Supermacht USA beruhe letztlich auf dem Führen von Kriegen. Erst im Kampf gegen äußere Bedrohungen und für das vermeintlich Gute in der Welt finde die amerikanische Gesellschaft zu sich selbst. Und anders als durch den ständigen Verweis auf zahlreiche Feinde könne die US-Regierung ihre Politik auch kaum rechtfertigen: Denn im Frieden machen weltweite Militärpräsenz und hohe Ausgaben für Rüstung und Geheimdienste keinen Sinn.

Was also tun, als nach Ende des Kalten Krieges die Sowjetunion in ihrer Rolle als "Reich des Bösen" nicht mehr zur Verfügung stand? Für Vidal ist klar: Neue Feindbilder mussten her -- die "Achse des Bösen" wurde konstruiert. Und auch der Terroristen-Führer Bin Laden sei Washington gerade recht gekommen: "Der unattraktive Osama wurde aus ästhetischen Gründen zum Furcht einflößenden Symbol für unsere längst beschlossene Invasion und Eroberung Afghanistans stilisiert." Nach dem Afghanistan-Feldzug habe die US-Regierung dann mit hohem PR-Aufwand Saddam Hussein zur neuen "Inkarnation des Bösen" aufgebaut.

Manchmal lässt sich Vidal zu Verschwörungstheorien hinreißen, die er nicht mit überzeugenden Beweisen unterfüttern kann: Etwa wenn er behauptet, dass US-Regierung und CIA die Attentate vom 11. September absichtlich nicht verhindert hätten, weil sie politisch davon profitieren konnten. So demonstriert auch der Autor, dass er ein gutes Feindbild und eine kräftige Polemik im Zweifelsfall einer ausgewogenen Argumentation vorzieht. Doch abgesehen von manchen Überzeichnungen treffen Vidals Analysen mehrfach ins Schwarze. --Christoph Peerenboom

Literaturtest.de

Als Vertreter leiser Töne kann man den amerikanischen Schriftsteller Gore Vidal mit Sicherheit nicht bezeichnen. Seine jüngsten politischen Veröffentlichungen brachten ihm den Ruf ein, einer der unerbittlichsten Kritiker der Bush-Regierung zu sein. Blies ihm nach Ewiger Krieg für ewigen Frieden schon ein Sturm der Entrüstung entgegen, dürften die Reaktionen auf seinen neuen Essayband Bocksgesang nicht minder heftig ausfallen.

Alle neun Essays sind mit spitzer Feder geschrieben. Vidals Wortwahl ist alles andere als zimperlich. So spricht er beispielsweise in "Bocksgesang", dem titelgebenden Essay, von der “Öl- und Erdgasjunta von Bush und Cheney”, die anstelle des legitim gewählten Präsidenten an die Macht gekommen sei. Diese Junta anzugreifen, wo immer es geht, ihr ihre Ungereimtheiten und bisweilen sogar offenkundigen Lügen vorzuhalten: Das ist Vidals Ziel.

Sein Material bezieht Vidal in erster Linie aus den Medien. Er zitiert amerikanische und britische Tageszeitungen, Zeitschriften und Fernsehberichte. Auf diese Weise zeichnet er ein erschreckendes Bild der amerikanischen Politik. Kriege, so seine These, machten die USA stark und bestimmten deren Selbstverständnis. Über einen Feldzug gegen Afghanistan sei bereits vor dem 11. September nachgedacht worden. Die Terroranschläge hätten das nötige Alibi geliefert. Immer gehe es um wirtschaftliche Interessen: Pipelines in Afghanistan, Öl im Irak. Starke Worte, schwere Vorwürfe und eine Prise Verschwörungstheorie zeichnen Vidals Bocksgesang aus. Vielleicht liegt genau in dieser Mischung die angemessene Form für Kritik in Zeiten des Krieges. Leise Töne passen schlecht zu Kanonendonner. --Eva Hepper


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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
25 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von "echse1"
Format:Taschenbuch
Immerhin residiert dort der Autor des Buches in einer Art selbstgewähltem Exil. Nicht unbedingt die schlechteste Wahl, die er schon vor Jahren getroffen hat, denn spätestens seit "Ewiger Krieg für ewigen Frieden" zählt er nicht unbedingt zu den besten Freunden des ungeübten Brezel-Essers und amtierenden (wenn auch nicht unbedingt gewählten) Präsidenten des Landes, das Vidal über alles liebt und dessen Verfall er als unerbittlicher Chronist seit Jahrzehnten dokumentiert und kommentiert.

Leider wird der deutschen Leserschaft die komplette Sammlung von Texten aus "Dreaming War" noch vorenthalten - trotzdem Hut ab vor dem Verlag, zumindest "Bocksgesang" an die Spitze bereits mehrfach veröffentlichter Essays zu stellen. Aber schon dieser Text alleine sollte reichen, nicht nur Oliver Stone nach JFK eine ganz besonders perfide Verschwörungstheorie als perfektes Drehbuch zu liefern. Er bietet mehr als blanke Theorie: Daten, Zusammenhänge, Namen. Beweise? Vidal hat den Mut auszusprechen, was viele andere kaum zu denken wagen. Zwar lehnt er sich dabei weit aus dem Fenster, bleibt aber zu keinem Zeitpunkt eine Rechtfertigung dafür schuldig.
Der Vergleich mit den Geschehnissen um ein zum Hollywood-Spektakel verkommenes Kriegstrauma um einen Hafen und die Rolle der damaligen Regierung mit der Situation vor und nach dem 11. September und den wirtschaftlichen (und politischen?) Interessen der "Junta" im Weißen Haus wirken am Ende des Textes plausibel. Es gab Informationen, Verstrickungen, Ungereimtheiten, Befehle. Der Stich ins Herz des Imperiums kam nicht unerwartet, sondern er war willkommen und wahrscheinlich selbstgesteuert. Natürlich bleibt er Antworten auf Fragen, die er nicht stellt, schuldig. Z.B.: Warum starben an diesem Morgen "nur" ca. 3000 Amerikaner? Aber solche Fragen erübrigen sich nach der Lektüre.
Man kann "Bocksgesang" als versponnenen Verfolgungswahn eines ewigen Nestbeschmutzers abtun, der im Alter seiner liebgewonnenen Rolle nun gänzlich verfällt. Man kann es aber auch im Zusammenhang mit den Ereignissen vor und nach dem 11.09. sehen - so unbequem es (auch und besonders für Deutsche) sein mag. Jeder Tag bestätigt Vidals Beweiskette mehr.
Danke, Mr. Vidal, dass Sie diesen Text - mit dem die schöne Condoleezza so sicher nicht rechnen konnte - verfasst haben. Es gab Zeiten (Watergate), als sich Journalisten an solchen Fakten festbissen. Ist diese Gattung ausgestorben?
Keine Ahnung, wer einmal gesagt hat "Geschichte war nicht, Geschichte ist".
Ach ja, der Rest des Buches ist, wenn auch nicht taufrisch, allemal lesenswert. Aber mehr als 5 Punkte gehen nun mal nicht.

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