Story:
Es geht um die Geschichte der 24-jährigen Anne Müller, die mit ihrer Oma in einem kleinen verschlafenen Dorf in Deutschland lebt.
Sie arbeitet als Übersetzerin und erledigt die dazugehörigen Aufträge zuhause, wobei sie daher kaum Kontakt zu anderen gleichaltrigen Menschen hat und sich in der Öffentlichkeit auch recht unwohl fühlt.
Ihr einziger Kontakt zur Außenwelt ist Eunice, die in L.A. erfolgreich bei einer TV-Produktionsfirma arbeitet und mit der sie seit einigen Jahren regen Briefkontakt pflegt.
Auf Drängen ihrer Großmutter hin beschließt sie die Einladung von Eunice, sie in den USA zu besuchen, anzunehmen und begibt sich dann auf die Reise.
Zu Beginn fühlt sie sich unter so vielen Menschen sehr unwohl und möchte am liebsten zurück nach Hause in ihr beschauliches kleines Dörfchen fliegen, doch eines Abends begegnet ihr der mysteriöse Bildhauer John, der sie ab dem Zeitpunkt nicht mehr loslässt.
Die Ereignisse überschlagen sich und Anne erfährt etwas, wovon sie nie gedacht hätte, dass es jemals passieren wird.
Zu den Personen:
Anne ist eine 24-jährige junge Frau, die ein sehr zurückgezogenes Leben führt. Sie ist gerne allein und mag es nicht, wenn zu viele Menschen um sie herum sind. Selbst die mündliche Kommunikation fällt ihr schwer und so ist sie froh, dass es der Job ihr ermöglicht von zuhause aus zu arbeiten und der Kontakt zu ihren Kunden nur per E-Mail besteht. Durch diese Zurückgezogenheit hat sie auch in Sachen Liebe so gut wie keine Erfahrungen gemacht und verhält sich Männern gegenüber ziemlich naiv. Mich stört an ihr besonders, dass sie genau dieses Verhalten in der Handlung an den Tag, wobei man ihr beim Lesen am liebsten eine Klatschen und fragen möchte: 'Bist du so blöd oder tust du nur so?' Mir gefällt ihre Art überhaupt nicht, auch als sie sich im Laufe der Handlung verändert, bleibt sie in ihren Entscheidungen immer noch genauso naiv und gibt sich immer selbst die Schuld an allem, was besonders nervig ist.
Ansonsten hat sich die Autorin bemüht den anderen Figuren so gut es geht einen eigenen Charakter zu geben, was ihr mitunter am besten gelungen ist und diese sogar weitaus besser abschneiden als ihre Hauptfigur Anne.
Mein Fazit:
Ich habe wirklich ein wenig gebraucht um mich in das Buch rein zu finden, was mir zu Beginn auch recht schwer gefallen ist und ich das Buch sogar einmal abbrechen musste. Der Text ist auf den großen Seiten so eng beschrieben, dass man sich ein wenig durchkämpfen musste und an einigen Stellen auch zum Überfliegen einlud. Es fiel mir auch recht schwer in die Geschichte zu finden, weil der Anfang sich auch gnadenlos hinzog. Man erfuhr etwas über Annes Leben, aber so detailliert, dass ich mir nach den ersten 55 Seiten dachte: 'Jetzt kann es aber endlich mal losgehen'. Was es nicht gerade einfacher machte, war der Schreibstil der Autorin. Zwar fand ich es gut, dass sie die Handlungsorte und die Handlungen der Personen sehr detailliert beschrieben hatte, jedoch gefiel mir die Wortwahl nicht, da es sich doch schon etwas schmalzig und altertümlich anhörte. Ein Pluspunkt war die Aufmachung des Buches: Es ist in drei Abschnitte aufgeteilt, wobei man in der ersten Hälfte etwas über Anne selbst und ihre Reise nach Amerika erfuhr, die zweite ging noch mehr auf die Entwicklung von Anne ein und wie sie John kennen lernte, und der dritte beschäftigte sich schließlich mit einer kleinen Auflösung der Fragen, die man sich während des Lesens immer mal wieder stellte. Es gibt ein offenes Ende, mit einem Hinweis auf einen zweiten Teil.
Ich empfehle dieses Buch allen, die gerne anspruchsvollere Bücher lesen und die auch vor einer kitschigen Vampirromanze nicht zurückschrecken. Es ist halt nicht für jeden etwas, aber wer eine Schwäche für so etwas hat, der sollte sich das Buch einfach mal angucken und natürlich lesen. Für mich persönlich war das Buch jetzt leider gar nichts, weil es einfach zu kitschig war und ich mit Anne überhaupt nicht umgehen konnte, da sie mich wirklich an vielen Stellen nur genervt hat.