Diese Rezension bezieht sich auf das ganze Buch, aber schon nach der Hälfte hätte ich sagen können, dass es großartig ist. Es geht um einen Serienmörder, der alte Männer tötet und in Müllcontainern entsorgt. Blutskizzen beschreibt in ganz eigener Weise die Arbeit einer Mordkommission, die diesen Fall bearbeitet.
Denn Horst schreibt wie kein anderer Autor, den ich kenne. Seine Kombination aus Perspektive und Stil führt einen in den Kopf des Protagonisten und man hat keine Sekunde Vorsprung vor diesem. Das ist wie Lesen online, oder besser: Erleben online. Und der Autor macht das in einer Sprache, die nur scheinbar kunstlos ist, sondern in Wahrheit das Geschehen in kunstvoller Weise so punktgenau verdichtet, dass mit drei, vier Worten oder wenigen Sätzen meisterhaft Bilder entworfen oder Stimmungen beschrieben werden. Dabei gelingen ihm Szenen von bedrückender Tragik, brüllender Komik und unglaublicher Spannung.
Allerdings stellt diese Sprache einen hohen Anspruch an den Leser und wer lieber adjektivbeladene Landschafts- und Personenbeschreibungen in Schachtelsätzen liest, sollte zu anderen Autoren greifen. Wer sich aber auf etwas Neues, Anderes einlassen kann, sollte dieses Buch lesen, denn es ist eigentlich unbeschreiblich. Und unbeschreiblich gut.