Schottland im 18. Jahrhundert. Der junge Daniel Kenneth wuchs gut behütet in der familiären Burg auf. Doch als sein Vater von Wegelagerern ermordet wird, ändert sich sein Leben schlagartig. Seine Mutter heiratet den ehemaligen Geschäftspartner ihres Gatten, den jedoch weniger die Liebe, als der Wert des Guts treibt. Als dieser nach der Heirat erkennt, dass laut dem Testament das gesamte Vermögen in Daniels Besitz übergehen wird (und bei seinem etwaigen Tod auf die Kirche übertragen wird), macht er Daniel das Leben zur Hölle. Besonders seine beiden Söhne George und Ken haben es auf Daniel abgesehen.
So sieht dieser eines Tages den einzigen Ausweg in der Flucht. Er kommt zu einem Zirkus, bei dem er dank seiner Begabung für Tiere arbeiten kann. Doch schon bald entdeckt er, dass der Zirkusdirektor in einem der Wagen einen Mann gefangen hält. Daniel beschließt, ihm zu helfen, nicht wissend, dass dieser ein Vampir ist. Doch aus der anfänglichen Angst entwickelt sich langsam eine tiefe Freundschaft.
Vampirromane sind ja vor allem in letzter Zeit zu einer großen Beliebtheit gelangt. Auf viele Leser wirken die nachtaktiven Blutsauger eine Faszination der besonderen Art aus. Interessant ist hierbei immer die Art, wie sie dargestellt werden. Von mordgierig über erotisch bis hin zu liebevoll war schon so ziemlich alles da. Und gerade diese Komponente der Darstellung ist es, die mir bei „Blutsfreunde" besonders gefallen hat. Nicholas ist ein Vampir, der nur tötet, weil er es muss. Er ist „menschlich". Im Zentrum des Romans steht weder eine actionreiche Handlung, noch eine epische Weltrettung. Die Geschichte spielt sich im Kleinen ab und es geht rein um die wunderschöne Freundschaft, die sich zwischen Nicholas und Daniel entwickelt. Durch die Beschränkung auf die kleine und eigentlich sehr persönliche Sache hängt man als Leser nur noch mehr an den Beiden. Man freut sich, wenn man sieht, wie die Freundschaft langsam wächst und bekommt selbst einen kleinen Stich ins Herz, als sie zu zerbrechen droht. Die gefühlvolle Art, wie Gerdi M. Büttner „Blutsfreunde" erzählt, lässt die Geschichte zu etwas ganz Besonderen werden und ich freue mich schon auf weitere Bände.