Das Buch ist für meinen Geschmack blanker Schund. Sämtliche Charaktäre sind völlig eindimensional und der Handlungsstrang derart seicht, dass er zwar nicht unvorhersehbar, aber doch unglaublich ist.
Aufgemotzt wird der ausgesprochen dürftige Inhalt durch das Aufdröseln einer einzigen Idee in verschiedene Stränge, was handwerklich allerdings gut gemacht wurde. Ausserdem kann ich posiv erwähnen, dass ich das Buch zwar als langweilig, aber nicht als langatmig empfunden habe.
Als besonders negativ an dem Buch werte ich hingegen
die fehlende Plausibilität, die wirklich durchgängig ist und sich auf alle Bereiche erstreckt. Auch dem Laien ist unübersehbar, dass die Autorin weder von den Bereichen Profiling oder Journalismus, noch von Polizeiarbeit auch nur die geringste Ahnung, und Recherche offenbar für entbehrlich gehalten hat.
So hat es wohl auch guten Grund, dass die Tätigkeitbereiche der Protagonistin als "Profilerin und Journalistin" im Buch lediglich dazu dienen, sie mit einer Heldinnenaura auszustaffieren und einen vordergründigen Aufhänger zu bilden, um ihre Nase in polizeiliche Ermittlungsergebnisse reinstecken zu können.
Weder das eine noch das andere treibt auch nur im entferntesten die Handlung voran. Vielmehr muss es dem Leser genügen, mit Informationen wie etwa "das Ergebnis ihrer bisherigen Arbeit bestand in 3 Blatt Papier, die sie dem Kommissar übergab" abgespeist zu werden, und man denke nur ja nicht, man erfährt auch nur in Ansätzen, was denn eigentlich Inhalt des Täterprofils ist, geschweige denn, wie die Gute darauf kommt, was sie überhaupt zur "Profilerin" qualifziert, und, und...
Ständig sind mir Fragen wie diese aufgetaucht: Warum die Protagonistin ihr Täterprofil daheim am Küchentisch erstellt? Ob es wohl in ganz Südafrika oder nur in Kapstadt üblich ist, dass Akten über Serienmorde aus nicht mehr als "dünnen Mäppchen" bestehen? Ob sich dort Polizisten generell von aussenstehenden "Autodidaktinnen" herumkommandieren lassen? Und nicht zuletzt: war der Töpferkurs ausgebucht?
Prädikat: überflüssig!