Aus der Amazon.de-Redaktion
Auf der Erde leben rund 10 Trillionen Insekten! Das heißt, daß auf jeden Menschen zwei Milliarden Sechsbeiner kommen. Eine große Zahl rückt uns ziemlich nah auf den Leib und bei dieser unglaublichen Übermacht wundert es nicht, daß der Mensch zu diesen Lebewesen eine durchwegs zwiespältige Beziehung hat. Entomologen mögen derartige Kalkulationen und so überzieht es einen mit Grauen, wenn man liest, daß die Nachkommen von nur einer Essigfliege im Laufe eines einzigen Jahres rein rechnerisch zu einer Population führen würde, die man zahlenmäßig nur noch mit einer Eins mit einundvierzig Nullen ausdrücken kann. Eng zusammengepackt würde das eine Kugel mit 150 Millionen Kilometern Durchmesser bilden.
Dieses Buch der Insektenforscherin May R. Berenbaum wird den interessierten Leser aber nicht nur wegen dieser aufregenden Fakten fesseln. Man spürt, daß die Autorin eine ganz besondere Beziehung zu ihren Forschungsobjekten hat. So wird vielleicht so manche gruselige Abscheu in fasziniertem Staunen enden. Das Buch ist sachkundig und wissenschaftlich professionell geschrieben. Besonders gut gefällt der Umfang. Auf gut 500 Seiten werden die vielfältigen Beziehungen zwischen Mensch und Insekt dargestellt. Dabei fehlen Exkurse in Kunst, Geschichte und Literatur ebenso wenig, wie die Darstellung von Systematik, Physiologie und Überlebensstrategien.
Beim Lesen wird klar, wie undifferenziert das menschliche Verhalten in der Regel gegen die Insekten gerichtet ist. Die komplizierten Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Arten und dem Ökosystem sind so faszinierend und sensibel, wie die Beziehung zwischen Mensch und Insekt: zwischen "lausigen Zeiten" und "Schmetterlingen im Bauch". --Joachim Schuering
Neue Zürcher Zeitung
Allgegenwärtige Insekten
hc. Elefant und Löwe mögen uns als Wildtiere zwar beeindrucken; ihre Bedeutung im Rahmen der globalen Biologie ist indes marginal im Vergleich zur Insektenwelt. So sind schätzungsweise 80 Prozent aller Tierarten Insekten mit einer Gesamtzahl von 10 Trillionen. Ein Drittel unserer Nahrung entsteht nur dank Bestäubung der Blüten durch Insekten. Die kleinen Sechsbeiner können aber auch Krankheit und Tod bringen, von Malaria und Gelbfieber bis zum Massaker an Napoleons Soldaten, wo 1812 in Russland 300 000 Mann dem durch Läuse übertragenen Fleckfieber erlagen.
Die amerikanische Insektenforscherin May Berenbaum hat sich zum Ziel gesetzt, die in der Öffentlichkeit meist nur als ekelhafte Viecher zur Kenntnis genommenen Tiere ins rechte Licht zu rücken. In einem lehrreichen wie amüsanten Buch gibt sie eine Einführung in die Physiologie und das komplexe Sozialverhalten der Insekten und stellt dann die zwiespältige Beziehung zwischen Mensch und Insekt von der Antike bis zur Gegenwart dar. Es ist beeindruckend, mit welchem Erfindergeist die Menschen den Plagegeistern (oftmals erfolglos) zu Leibe rückten. Insekten sind aber auch Kulturgut; sie sind in der Kunst gegenwärtig (etwa in Japans Prosa und Malerei), beschäftigen die Juristen (wem gehört ein schwärmendes Bienenvolk?) oder beleben den Speisezettel (400 Gramm Termiten decken unsern Tagesbedarf an Energie, Eiweiss, Phosphor und Eisen). Das Buch ist eine populärwissenschaftliche Perle.
Pressestimmen
(...) Das Buch ist eine Fundgrube für alle. Es wird jeder etwas Neues entdecken und mit Staunen auf die (Über-)Lebensleistungen vieler Insekten staunen. Entomologische Zeitschrift Das nicht wir Menschen, sondern genauer betrachtet die Insekten die Welt beherrschen, ist keine ganz neue Erkenntnis mehr. Nie aber wurde dies so verständlich und spannend dargestellt wie in May Berenbaums Blutsauger, Staatsgründer, Seidenfabrikanten. (...) Zugreifen und staunen! Naturschutz heute Unveränderte Taschenbuchausgabe eines der besten populärwissenschaftlichen Werke über Insekten. (...) ekz-Informationsdienst Holen Sie sich dieses Buch, wenn die Frühlingssonne scheint, und setzen Sie sich damit in ein nettes Straßencafé. Sie werden von der ersten bis zur letzten Seite zwischen Begeisterung und Abscheu schwanken. Am Ende jedoch überwiegt vermutlich die Faszination. Laborjournal Ein überaus humorvolles Werk über alle Aspekte der Insekten: von der Biologie der Metamorphose über die Geschichte der Schädlingsbekämpfung bis zum Auftritt von Insekten in Filmen. Das Buch wurde 1997 von "bild der wissenschaft" als bestes populärwissenschaftliches Buch ausgezeichnet. Neue Zürcher Zeitung (...) eines der bemerkenswertesten Bücher, die je auf meinem Pult gelandet sind. (...) Mit [diesem Buch] ist May Berenbaum, der jungen Biologin an vorderster Forschungsfront, ein Wurf gelungen, den sonst - und auch das selten genug - nur emeritierte Größen wagen (...) Das Buch ist gleichzeitig ein anthropologisches, kulturgeschichtliches, ein wissenschaftshistorisches und ein fachbiologisches Werk. (...) durchaus als Nachschlagewerk verwendbar, aber seine Stärke liegt auf beinahe belletristischem Gebiet. (...) ein Lesebuch, in dem niemand ins Stolpern zu geraten braucht, wenn von Anatomie, Physiologie, Genetik oder Populationsdynamik die Rede ist. Man lässt sich, oft erstaunt, manchmal amüsiert, immer fasziniert durch ein Kaleidoskop geleiten, quer durch eine Zeitspanne von gut 300 Millionen Jahren, von den ersten Vorfahren der Küchenschabe im Karbonzeitalter bis zu den jüngsten Fehlschlägen auf dem Gebiet der chemischen Insektenbekämpfung.Die Weltwoche Wie sie über Räuber, Diebe und Fallensteller, über Musikanten, Gaukler und Staatsgründer schreibt, das hinterlässt bleibendere Eindrücke als mancher bunte Bildband. Bild der Wissenschaft Selbst derjenige, der mit dem vermeintlichen Ungeziefer bisher nicht viel am Hut hatte, läuft Gefahr, sich in ihrem faszinierenden Buch festzulesen. Stuttgarter Zeitung Das Buch ist eine populärwissenschaftliche Perle. Neue Zürcher Zeitung Man spürt, dass die Autorin eine ganz besondere Beziehung zu ihren Forschungsobjekten hat. So wird vielleicht so manche gruselige Abscheu in fasziniertem Staunen enden. Das Buch ist sachkundig und wissenschaftlich professionell geschrieben. amazon.de May R. Berenbaum hat uns die beste derzeit auf dem Markt erhältliche Quelle unglaublicher Fakten aus dem Insektenbereich zur Verfügung gestellt. (...) Hier findet sich genügend Material, um die Missionare unter den Insektenkundlern mit Geschichten für die nächsten Generationen zu versorgen. Nature Kapitel nach Kapitel enthüllt verblüffende Tatsachen und überraschende Zusammenhänge zwischen der Welt der Insekten und der unsrigen. Berenbaum breitet ihr fundiertes Wissen und ihren mitreißenden Enthusiasmus für Kerbtiere äußerst gekonnt auf jeder Seite aus. (...) Kurz gesagt, dieses Buch ist ausgesprochen gut zu lesen, reich an Informationen sowohl für Biologen wie für Laien, für Studenten ebenso wie für ihre Dozenten (...) Wenn Sie Insekten wirklich nicht ausstehen können, nehmen Sie sich dennoch dieses Buch vor. Scientific American
Kurzbeschreibung
Sie produzieren Honig oder Gift, bringen Glück oder nächtliche Alpträume. Sie kooperieren in hochkomplexen Gesellschaften oder töten ihre nächsten Angehörigen. Gemeinsam ist ihnen nicht nur die Zugehörigkeit zur Klasse der Insekten. Sie zeigen auch Verhaltensweisen, die an die menschlichen erinnern, und Lebensformen, die unsere beeinflussen.
Die verblüffenden Fähigkeiten und Eigenheiten der Gliederfüßer wie auch ihre vielfältige Bedeutung für die menschliche Geschichte stehen im Mittelpunkt dieses außergewöhnlichen und interdisziplinären Insektenführers.
Buchrückseite
Sie produzieren Honig oder Gift, bringen Glück oder nächtliche Alpträume. Sie kooperieren in hochkomplexen Gesellschaften oder töten ihre nächsten Angehörigen. Gemeinsam ist ihnen nicht allein die Zugehörigkeit zur Klasse der Insekten. Sie zeigen auch Verhaltensweisen, die an die menschlichen erinnern, und Lebensformen, die unsere beeinflussen. Die verblüffenden Fähigkeiten und Eigenheiten der Gliederfüßer wie auch ihre vielfältige Bedeutung für den Menschen und seine Geschichte stehen im Mittelpunkt dieses außergewöhnlichen und interdisziplinären Insektenbuches. Ganz nebenbei vermittelt es die Grundlagen der klassischen Insektenkunde (wie Sinnesphysiologie, Systematik, Verhalten) und kann fast schon als entomologisches Nachschlagewerk dienen. Unterhaltsam und lehrreich zugleich verdeutlicht das eloquente, kenntnisreiche Buch die zentrale Rolle, die Insekten im Getriebe der Natur spielen. Es erläutert ihre große Bedeutung innerhalb der Ökosysteme und vor allem ihre ambivalente Beziehung zum Menschen, der sie gleichermaßen verabscheut, mystifiziert und wirtschaftlich ausbeutet. ((U3)) ((Photo der Autorin)) Die Insektenforscherin May R. Berenbaum leitet das Entomologische Institut der University of Illinois. Im Jahre 1994 wurde die Preisträgerin des National Science Foundation’s Award für junge Nachwuchswissenschaftler in die National Academy of Sciences der USA aufgenommen. Sie veranstaltet alljährlich das Fear of Insects Film Festival.
Über den Autor
Die Insektenforscherin May R. Berenbaum leitet die Abteilung für Entomologie an der University of Illinois in Urbana-Champaign. Seit 1994 ist sie Mitglied der National Academy of Sciences der USA. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die chemischen Wechselwirkungen zwischen pflanzenfressenden Insekten und ihren Wirtspflanzen sowie die ökologische und evolutionäre Bedeutung dieser Wechselwirkungen. Berenbaum organisiert alljährlich das "Fear of Insects Film Festival" (2004 läuft das 21. Festival).
-- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.