Nora Jacobi ist eine auf Stalker spezialisierte Psychologin. Zur Ergreifung eines Serienmörders, der die Frauen, die er umbringt, vorher beobachtet und in Schrecken versetzt, soll sie für die Polizei in Bielefeld ein Profil des Täters erstellen. Der verantwortliche Kommissar ist Leonard Engel, mit dem Nora in ihrer Studienzeit zusammen war, und der nach Jahren wieder in die Stadt zurückgekehrt ist. Damals fühlte sie sich von Leonard verfolgt, und die beunruhigenden Ereignisse scheinen sich zu wiederholen. Das hindert Nora aber nicht daran, die sexuelle Beziehung mit ihm sofort wieder aufzunehmen. Um den Killer aus der Reserve zu locken, setzt die SOKO nach ausbleibenden Ermittlungserfolgen schließlich auf einen Köder. Die Bestie lässt sich aber nicht täuschen und hat längst die Krallen nach der nächsten Beute ausgefahren - Nora.
Dem Anspruch eines Erotikthrillers kann Ria Wallmanns so angepriesener Roman nicht vollständig gerecht werden. Dazu sind die Sexszenen nicht in ausreichendem Maße vorhanden und dürften hart gesottenen Fans des Genres vermutlich auch nicht heiß genug sein. Als Romantic Suspense hingegen macht der Roman etwas her. Die Grundidee des Krimis ist gekonnt umgesetzt, selbst wenn aufmerksame Leser dem Täter noch vor seiner Entlarvung auf die Schliche kommen könnten. Auch das aufwühlende emotionale Drama, in dem sich die Protagonistin verfängt, ist fesselnd. Eine etwas ausgereiftere Charakterisierung der Hauptfiguren wäre jedoch wünschenswert gewesen. So bleibt unklar, weshalb Nora Leonard bereitwillig in ihr Bett lässt, obwohl sie insgeheim befürchtet, er könne ihr Böses wollen. Abgesehen von diesen kleinen Abstrichen handelt es sich bei "Blutrote Rosen" jedoch um eine eingängige Lektüre. (TD)