"Blutrote Küsse" von Jeaniene Frost ist mitunter nämlich das Beste, was ich in der letzten Zeit gelesen habe. Zudem ist es auch ein ganz heißer Anwärter auf die Spitze meiner Top3-Liste der tollsten Vampirromane 2009. Ich mag jetzt wahrscheinlich wie ein wahnsinnig gewordener Teenager klingen, aber bei einem so umwerfenden und spannenden Werk werde ich gerne auch mal zum Groupie!
Und dabei wäre diese Perle beinah noch länger unentdeckt geblieben. Das Buch lag nämlich schon seit Anfang Januar oben auf dem Schrank und nur den vielen positiven Rezensionen hier ist es zu verdanken, dass ich spontan mit dem Lesen anfing. Eine schlaflose Nacht und einen halben Tag später war ich durch. Und war bzw. bin restlos begeistert!
Cat und Bones sind wundervolle Charaktere, sympathisch und ich habe beide von der ersten Seite an geliebt. Sie, die Halbvampirin, die im Auftrag ihrer Mutter Blutsauger jagt, weil diese durch eine Vergewaltigung von einem Vampir mit Cat schwanger wurde und er, der Vampirmeister, dem alle Frauen erliegen, der total stark ist und natürlich alle wichtigen und für dieses Gerne kennzeichnenden Attribute mitbringt sind einfach wundervoll. Seufz... Und die Kombination der beiden ist natürlich traumhaft. Das Ganze wird dann in eine gut konzipierte, super spannende und abwechslungsreiche Geschichte verpackt, die mit dem nötigen Witz und Humor und einem ordentlichen Schuss Erotik vollendet wird und für Fans von "Paranormal Romance" einen Lesespaß erster Klasse bietet.
Über die ganzen Lobeshymnen hinweg möchte ich dennoch auch etwas kritisch sein; ja, die Sprache ist manchmal wirklich etwas flach und ja, manchmal ist alles ein bisschen zu sexlastig. Ich glaube auch, dass die Autorin ein großer Fan der Serie "Buffy- Im Bann der Dämonen" war, denn beim Lesen hatte ich irgendwie ständig Bilder der Vampirslayerin und ihrem wassenstoffperoxidblonden Spike vor Augen. Ich fand die beiden als Pärchen schon immer gut und selbst wenn Ähnlichkeiten Zufall sind, werden die Bilder wohl ewig bleiben.
Im Prinzip alles aber eher belanglos, da der Rest ansonsten stimmig war. Was mir dann schließlich doch einen kleinen Dämpfer verpasst hat, waren einige Szenen kurz vor Ende. Man hatte fast den Eindruck, Cat mutiert zwischendurch zu einer verrückten Psychopathin. Das Töten im Buch ist ja ständig präsent und wird meist sehr brutal und kaltblütig ausgelebt. Der Kampf am Ende gleicht aber wirklich einem Massaker: Blut spritzt und Gliedmaßen fliegen durch die Gegend und man fragt sich, was denn da los ist. Diese kurzzeitige Metamorphose stellt fast schon einen Bruch der Figur Cat selbst dar.
Ich sage das alles nicht, um irgendetwas zu verraten, sondern als Warnung, dass in diesem Buch mit der Thematik Töten nicht zimperlich umgegangen wird und die Autorin nicht mit Details spart. Ob Mrs. Frost damit übers Ziel hinaus geschossen ist, muss jeder selbst entscheiden.
Ich gebe "Blutrot Küsse" trotzdem!!! insgesamt 5 Sterne, weil ich wirklich gut unterhalten wurde, weil ich viel lachen konnte, Spaß hatte und mich riesig auf den zweiten Teil im August freue. Wer mit den von mir genannten Kritikpunkten leben und mit der Thematik gut kann, wird meines Erachtens mindestens genauso viel Freude an diesem Band haben wie ich :)...