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Blutprinzessin
 
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Blutprinzessin [Taschenbuch]

Jean-Patrick Manchette , Christina Mansfeld
3.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Als Jean-Patrick Manchette 1989 mit der Niederschrift seines neuen Romans beginnt, sind seit der Veröffentlichung des Vorgängers lange sieben Jahre vergangen. Sechs Jahre später stirbt er: Die französische Krimiszene verliert ihren einflussreichsten Autor. La Princesse du sang bleibt Fragment. Zwölf Jahre später liegt die Blutprinzessin endlich auch in deutscher Sprache vor. Aber kann man dieses unfertige Buch auch mit Genuss lesen und nicht nur aus akademischem Interesse?

Schillernde Hauptfigur ist Ivory Pearl, eine junge Frau, die es vom flüchtenden Waisenkind im Zweiten Weltkrieg zur weltbekannten Fotografin gebracht hat. Diese Karriere hat sie nicht zuletzt ihrem reichen Gönner Samuel Farakhan zu verdanken, den sie pflichtschuldigst jeden ersten Januar in seinem abgelegenen Landhaus besucht. Während eines dieser Besuche gesteht sie ihm, dass sie unbedingt aussteigen will, da sie die Menschen satt hat. Und so zieht sie sich auf Samuels Vorschlag hin einige Zeit später mit einem Zelt und Vorräten in das kubanische Hochland zurück. Als sie dort auf einen in der Wildnis lebenden Mann und ein kleines Mädchen trifft, ahnt sie noch nicht, dass sie in eine Geschichte hineingezogen wird, an der nicht nur ein mächtiger Waffenhändler, sondern auch diverse Geheimdienste interessiert sind.

In den Jahren vor und während seiner Arbeit an dem vorliegenden Roman übersetzte Manchette mehrere Bücher des amerikanischen Thrillerautors Ross Thomas, eine Arbeit, die ihn nachhaltig beeinflusste. Hatte er sich bisher auf Frankreich beschränkt, wurde jetzt die ganze Welt zum Schauplatz seiner Handlung. Die Blutprinzessin zeigt, dass er dieser Herausforderung mehr als gewachsen war. Hätte er die Zeit gehabt, weitere Romane von diesem Kaliber zu schreiben, würden wir Jean-Patrick Manchette heute sicherlich zu den ganz großen Thriller-Autoren zählen. So müssen wir uns mit einem halben Roman zufrieden geben, der von Arbeitsnotizen -- trocken, aber immerhin -- zu Ende erzählt wird.

Manchette-Fans sollten sich dadurch jedoch auf keinen Fall abschrecken lassen. Die Blutprinzessin ist ein Juwel; wie alle seine Romane innerhalb der Série Noire. --Hannes Riffel

Pressestimmen

"Meisterhaft konstruiert, steigert sich der Roman allmählich, wird dichter und komplexer." (Le Monde)

"Nichts in dieser Geschichte ist, was es zunächst zu sein scheint. Alle Charaktere sind doppelbödig, alle Motivationen nur fadenscheinig, Gründe nur vorgeschoben, Verwicklungen doppelt und dreifach kompliziert. Kurzum: es handelt sich um einen perfekt konstruierten politischen Roman. Nur merkt man das zunächst nicht. Das Buch beginnt wie ein amerikanischer Trashkrimi, wandelt sich in eine Erzählung über moderne Abenteuer und entwickelt sich dann allmählich zu einem großen Roman ... Und das alles im scheinheiligen Gewand eines billigen Actionthrillers. Verblüffend." (taz - die tageszeitung)

"Eng vernetzt wirft der Roman seine Schlingen aus, wechselt in Form harter Schnitte rasant die Erzählebene ... 'Blutprinzessin' markiert einen letzten finsteren Höhepunkt im Werk des Jean-Patrick Manchette - und einen Höhepunkt innerhalb des Noir-Genres überhaupt ... Kurz: Neo-Polar in Reinkultur..." (Die Weltwoche)

"Ach! Schön ist der Tod. Virtuos choreographiert ist die Prosa des französischen Krimiautors Jean-Patrick Manchette. Mit dem Auge einer Hochgeschwindigkeitskamera verfolgt der Leser das Gemetzel oder das Eindringen einer Kugel in einen Menschenkörper ... Aber wenn er den Leser wie einen Kurzsichtigen übertrieben nah an die Details der Gewaltverbrechen heranführt, so erhalten die brutalsten Actionszenen etwas Parodistisches ..." (Die Zeit)

Kurzbeschreibung

1950: Ein junges Mädchen, Alba Black, Nichte eines Waffenhändlers, wird entführt und schwer verwundet in ein isoliert stehendes Haus am Meer gebracht. Dort kommt es zu einem blutigen Schußwechsel: Ein Mann dringt ein, tötet zwei der Entführer und ergreift - selbst verletzt - die Flucht. Der dritte Entführer macht sich mit dem Mädchen davon. 1956: Eine junge renommierte Photoreporterin und Kriegsberichterstatterin, Ivory Pearl, zieht sich für ein Jahr nach Kuba in die Sierra Maestra zurück. Dort wird sie zum Objekt einer Serie von Manipulationen. Sie trifft auf ein verwahrlostes Mädchen, von dem man sie glauben macht, es handle sich um Alba Black. Sie macht Fotos von dem Mädchen und schickt sie an einen Freund, einen gewissen Samuel Farakhan, der für den französischen Geheimdienst arbeitet. Plötzlich wird Ivory, ohne es zu ahnen, zu einer Schachfigur im blutigen Spiel von westlichen Geheimdiensten und internationalen Waffenhändlern. Die Erzählung erweitert nach und nach ihren Blickwinkel auf die politischen Ereignisse des Jahres wie die Erhebung der castristischen Bewegung, den Algerienkrieg, den Ungarnaufstand ... Internationale Waffenhändler, Killer, Geheimdienste bewegen sich nach komplizierten Regeln. Die weibliche Figur der Ivory Pearl dient gleichzeitig als Heldin, als Opfer und als Mittelpunkt der Erzählung.

Über den Autor

Jean-Patrick Manchette liebte Jazz, Kino und Literatur. Entsprechend virtuos wußte er Bilder aus Alltag, Abenteuer und Sozialkritik mit den Klängen eines großen "roman noir" zu verbinden. Durch seinen erzählerischen Reduktionismus, knappe Dialoge, kurze Sätze, und hintergründigen Humor hat Manchette - an die Tradition von Raymond Chandler und Dashiell Hammett anküpfend - eine moderne auf Europa zugeschnittene Form des amerikanischen "hard-boiled" Krimis gefunden. Manchette gilt als Begründer des neueren sozialkritischen französischen Kriminalromans, des sogenannten "néo-polar". Er arbeitete als Drehbuchautor und veröffentlichte u.a. zehn Kriminalromane, von denen die meisten verfilmt wurden. 1995 starb Manchette im Alter von nur 52 Jahren in Paris. Er wurde zur Leitfigur für eine neue Generation von Krimiautoren in Frankreich.

Auszug aus Blutprinzessin. von Jean-Patrick Manchette. Copyright © 2001. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Und dann war da diese Vollmondnacht, Sommernacht, in der Ivy nackt aus ihrem Zelt kam, in dem weißlichen Dämmerlicht herumrannte, so schnell sie konnte, und dabei fürchterliche Schreie ausstieß...
Im Krieg gibt es Leichen, und sie hat sie immer gern fotografiert. «Der Vampir wird sich noch bis zum Jahresende ausruhen», verkündete sie, als sie ihre Zigarette zu Ende geaucht hatte und, keinesfalls betrunken, sondern nur etwas verrückt, sich wieder schlafen legte. Am Hang des Turquino hatte jemand aus einem Kilometer Entfernung mit einem leistungsstarken Infrarot-Nachtsichtgerät das nackte Mädchen beobachtet.
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