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Schillernde Hauptfigur ist Ivory Pearl, eine junge Frau, die es vom flüchtenden Waisenkind im Zweiten Weltkrieg zur weltbekannten Fotografin gebracht hat. Diese Karriere hat sie nicht zuletzt ihrem reichen Gönner Samuel Farakhan zu verdanken, den sie pflichtschuldigst jeden ersten Januar in seinem abgelegenen Landhaus besucht. Während eines dieser Besuche gesteht sie ihm, dass sie unbedingt aussteigen will, da sie die Menschen satt hat. Und so zieht sie sich auf Samuels Vorschlag hin einige Zeit später mit einem Zelt und Vorräten in das kubanische Hochland zurück. Als sie dort auf einen in der Wildnis lebenden Mann und ein kleines Mädchen trifft, ahnt sie noch nicht, dass sie in eine Geschichte hineingezogen wird, an der nicht nur ein mächtiger Waffenhändler, sondern auch diverse Geheimdienste interessiert sind.
In den Jahren vor und während seiner Arbeit an dem vorliegenden Roman übersetzte Manchette mehrere Bücher des amerikanischen Thrillerautors Ross Thomas, eine Arbeit, die ihn nachhaltig beeinflusste. Hatte er sich bisher auf Frankreich beschränkt, wurde jetzt die ganze Welt zum Schauplatz seiner Handlung. Die Blutprinzessin zeigt, dass er dieser Herausforderung mehr als gewachsen war. Hätte er die Zeit gehabt, weitere Romane von diesem Kaliber zu schreiben, würden wir Jean-Patrick Manchette heute sicherlich zu den ganz großen Thriller-Autoren zählen. So müssen wir uns mit einem halben Roman zufrieden geben, der von Arbeitsnotizen -- trocken, aber immerhin -- zu Ende erzählt wird.
Manchette-Fans sollten sich dadurch jedoch auf keinen Fall abschrecken lassen. Die Blutprinzessin ist ein Juwel; wie alle seine Romane innerhalb der Série Noire. --Hannes Riffel
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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
4.0 von 5 Sternen
Blutige Machtspiele,
Rezension bezieht sich auf: Blutprinzessin (Gebundene Ausgabe)
Max Cabanes hat in diesem Comic ein Romanfragment von Jean-Patrick Manchette adaptiert. Die Handlung setzt 1950 ein, als Alba Black, die siebenjährige Nichte eines Waffenhändlers, von Entführern in ein abgelegenes Haus verbracht wird. Die Entführer werden bereits von anderen Männern erwartet. Nach einem heftigen Kampf überlebt offenbar nur einer der Entführer und das Mädchen. Der Überlebende macht sich mit Alba davon. Sechs Jahre später. Ivory Pearl, weltbekannte Fotojournalistin, nimmt sich eine einjährige Auszeit im kubanischen Hinterland. Eingefädelt von einem sehr guten Freund, ex Offizier des Royal Air Force, wird Sie die zentrale Figur in einem ausgeklügeltem Spiel des französischen und amerikanischen Geheimdienstes. Aber innerhalb des involvierten Waffenschieberrings gibt es ebenfalls unterschiedliche Interessen. Ein mörderische Intrige und Verfolgungsjagd entwickelt sich bis zu einem blutigen Ende.Innerhalb dieser Hauptgeschichte erfahren wir Hintergründe zu Ivory und ihrer Beziehung zu Robert Messenger, dem RAF Offizier. Angerissen werden auch die Konflikte die sich im kalten Krieg entwickeln. Algerienkonflikt und Aufstand in Ungarn sind hier die Hauptelemente. Die Handlung ist komplex und konzentriertes Lesen ist erforderlich um die Zusammenhänge zu erfassen. Die Romanvorlage,so das zweiseitige Hintergrundmaterial am Ende des Comics, orientiert sich am Noir Stil Chandlers und Hammets. Demzufolge wird weniger das Innenleben der Figuren beleuchtet, nur die Taten sprechen für sich. Die Darstellung der Gewalt durch die Mächtigen, oder einfach derer die am längeren Hebel sitzen, ist zentrales Element und wird zur Sozialkritik. Diese Sozialkritik und auch die skrupellose Interessenpolitik der Mächte im kalten Krieg transportiert der Comic nur zum Teil. Gerade die Hintergründe zum Algerienkonflikt die hier ein entscheidendes Thema sind, sind schwer aus der Handlung und den wenigen Kommentaren der Figuren zu entnehmen. Sicherlich für französische Leser der Originalversion weniger schwierig, dort dürfte das Thema wesentlich besser bekannt sein als für deutsche Leser. So wirken einige kritische Aspekte bzw. politische Anspielungen ein wenig aufgesetzt und nicht wirklich zwingend für die Handlung. Eher so als ob sie der Geschichte etwas Farbe geben sollen. Chandler und Hammet, dem Realismus verpflichtet, hätten vermutlich mit mehr als nur einer Augenbraue gezuckt, wenn man einige der Abenteuerelemente der Handlung auf Kuba liest. Im Rahmen des Comics funktionieren diese Elemente aber durchaus. Über jeden Zweifel erhaben ist jedoch die graphische Umsetzung. Cabanes zeichnet mit ungemein sicherem Strich. Die Figurengestaltung, deren Haltung in Ruhe und Bewegung ist faszinierend real, ohne in bloßen Hyperrealismus abzugleiten. Seine Hintergründe sind detailreich ohne überladen zu wirken. Die Farbgebung und Farbverläufe sind großartig. Nie knallig, immer wieder den Licht und Umgebungsverhältnissen angepasst. Die Seitenaufteilung in oft schmale, die ganze Breite einer Seite einnehmende Panels und kleine, Details zeigende Bilder ist Abwechslungsreich und dynamisch. Ganz große franko belgische Schule. Kein Wunder das er damit Preise gewann. Die Aufmachung des Bandes mit solidem Einband, sehr gutem Papier und Druck ist ohne Fehl und Tadel. Aber bei dieser graphischen Pracht hätte man sich doch das Albenformat gewünscht, indem die Zeichnungen noch besser zur Geltung gekommen wären. Insgesamt ein überdurchschnittlicher Comic Krimi mit großartiger Gestaltung. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
3.0 von 5 Sternen
Klasse Fragment,
Von
Rezension bezieht sich auf: Blutprinzessin (Taschenbuch)
Tja, wenn man die düsteren, französichen Krimis mag, so wie ich, findet man hier wieder eine tolle Geschichte. Diesmal etwas komplexer als die anderen Krimis, jedoch war diese Story als eine Art Mehrteiler geplant. Tja, leider hat das Schicksal dem Autor einen Strich durch die Rechnung gemacht. Er starb an den Arbeiten zu diesem Roman. Deshalb endet die geschriebene Fassung auf ca. Seite 179. Wie die Geschichte weitergeht erfährt der Leser als Zusammenfassung aus den verbliebenen Notizen. Dieser Roman ist also eher etwas für Fans des Autors, wobei der vollendete Teil durchaus sehr spannend ist.
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