Jon Evans konnte bereits mit seinem Debüt-Roman "Tödlicher Pfad" den Leser spannend und fesselnd unterhalten. Sein nun vorliegender, zweiter Roman "Blutpreis" legt dem noch einen drauf.
Abermals fegt der Autor in seiner Geschichte um den halben Erdball und zeigt darin, dass dies seine persönlichen Interessen zu decken scheint - anders könnte man den Detailreichtum und die gut recherchierten Hintergründe auch nicht so virtuos darlegen.
Des weiteren schafft er es nun verstärkt, den Leser zu fesseln und den Spannungsbogen zum Zerreissen gespannt zu halten.
Seine Geschichte verknüpft scheinbar losgelöste Themen, wie z.B. albanische Schmuggler, Drogendealer, Guerillas usw. mit -weltpolitisch betrachtet - lapidaren Problemen einer Ehefrau, die ihren brutalen Mann verlassen möchte, dies aber nur durch eine illegale Ausreise schaffen kann.
Jon Evans steuert seinen Hauptprotagonisten Paul Wood - der nicht nur der ausreisewilligen Saskia helfen will, sondern es dadurch auch gleich mit ganzen Banden aufnehmen muss - durch eine sehr rasant erzählte, originelle und actionreiche Geschichte, die auch geschickt eingefügte Thrillerelemente nicht vermissen lässt.
Somit hat Jon Evans nicht nur einen erfolgreichen Nachfolgeband kreiert, sondern auch gezeigt, dass er diesem noch gewaltig einen drauf setzen konnte.
Lediglich der unvermeidliche Showdown ist etwas zu lang geraten und die Geschehnisse während des Burning Man - Festivals scheinen sehr übertrieben zu sein und wirken somit für den Leser mehr und mehr unglaubwürdig. Vielleicht gebe ich dem Autor auch Unrecht - ich kenne dieses Festival nicht - aber man muss natürlich für alle Leser glaubwürdig bleiben und ich kann einfach nicht glauben, dass es ein Festival mit ausschließlich "durchgeknallten" Teilnehmern und Besuchern gibt. Hier hätte etwas weniger sicherlich für mehr gesorgt.
Alles in allem bleibt aber ein extrem spannender und interessanter Roman mit gut gezeichneten Figuren, dessen Genuss an das Buch fesselt und den Leser problemlos für einige Stunden eintauchen lässt.
Jürgen Seibold/01.09.2007