Um ehrlich zu sein, brauchte ich nach dem Hammer im letzten Teil erst mal eine Weile Abstand von dieser Serie, weil Mrs. Harrison es langsam ein wenig übertreibt ihre Hauptfiguren zu quälen.
Nach einer angemessenen Pause, habe ich diesem Teil also relativ neugierig entgegengesehen und war echt gespannt wie sehr sie Rachel dieses Mal fertig machen würde. Und wurde angenehm überrascht.
3 Monate nach Kistens Tod ist Rachel zwar immer noch traurig, aber nicht so melancholisch, wie am Ende des letzten Bandes zu befürchten war. Sie und Ivy sind auf der Suche nach seinem Mörder, doch die zieht sich hin. Währenddessen kümmert sich Rachel um ihre Mutter, die mit dem Tod von Rachels Vater damals schließlich Ähnliches durchgestanden hat, es nur leider nicht ganz so unbeschadet überstehen konnte.
Mir hat Rachels Mutter wirklich gut gefallen und auch wenn sie ein bisschen ausgeflippt war, konnte ich meistens nicht nachvollziehen, weswegen in der Vergangenheit immer von der durchgeknallten Frau die Rede war.
Was mir anfangs eher weniger gefallen hat, ist die Hartnäckigkeit mit der Al immer wieder aufzutauchen versteht. Wer die Serie verfolgt hat, wird sich auch nach dem letzten Teil sicher nicht darauf verlassen haben, dass sich ein Quälgeist wie Al wirklich von so etwas wie dem Gefägnis davon abhalten lassen würde, Rachel zu terrorisieren, und so versucht er weiterhin sich an Rachel dafür zu rächen, dass sie ihn ins Gefängnis gebracht hat. Dabei schreckt er auch nicht davor zurück die anzugreifen, die Rachel am Herzen liegen...
Natürlich sind auch Trent und Quen wieder mit von der Partie und sorgen dieses Mal sogar für einigen Wirbel, da sich endlich einiges aus der Vergangenheit von Rachel, im Zusammenhang mit ihrer Krankheit und dem Tod ihres Vaters klärt, und auch einige Besuche im Jenseits anstehen. Endlich wirkt Trent sogar eher wie eine Person, die man lernen kann zu verstehen, als eine abstrakte Randfigur, die mich bis dato eher gestört als fasziniert hat.
Das Ende des Buches hat mich wirklich positiv überrascht, da es ausnamsweise mal nicht mit irgendwelchen Dramen endete, die die Handlung des folgenden Buches negativ beeinflussen werden.
Was Ausdruck und Sprache angeht, hat Kim Harrison immer noch das drauf, was den Leser fesselt und bei ihr kann man dabei sogar auf Witz setzen. Auch wenn mir Jenks Kommentare dieses Mal etwas zu lasch ausgefallen sind, hat Rachels Mutter dafür eine fast genauso große Klappe.
Abzug gab es weil mir langsam der Stoff irgendwie bekannt vorkommt. Zwar kommen in diesem Buch viele neue Details ans Licht, mit denen sich Harrison im nächsten Buch hoffentlich mehr beschäftigen wird, aber die ewige Hetzjag zwischen Rachel und den Dämonen wird langsam zwar (noch!) nicht langweilig, aber zur Gewohnheit.