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Produktinformation
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In Blutmond versuchen Wilsberg und Petry lange Zeit, sich gegenseitig auszutricksen und einander auszuspielen, bevor man sich zusammen rauft, um den überaus spannenden Fall zu lösen. Die Autoren Petra Würth (Mutter Pia Petrys) und Jürgen Kehrer (Vater Georg Wilsbergs) scheinen da keinerlei Probleme gehabt zu haben. Derart stringent erzählt und überzeugend komponiert kommt ihr erster gemeinsamer Roman daher, dass man sich beizeiten fragt, wie sich zwei derartige Individualisten so schlüssig haben auf eine gemeinsame Sprache einigen können.
Keine Frage: Blutmond ist einer der besten Wilsberg-Krimis. Oder ist er doch eher einer der besten Petry-Krimis? Wie dem auch sei: Blutmond ist jedenfalls einer der besten deutschen Krimis der letzten Zeit. -- Stefan Kellerer
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Im Club Marquis wird ein Stammgast, die Firmenerbin Averbeck, bei SM-Spielchen schwer verletzt. Ihr Gatte und "Spielpartner" gibt an, von einem Unbekannten niedergeschlagen worden zu sein, der dann seine bereits gefesselte Frau misshandelt habe. Wilsberg ermittelt auftrags der Clubbesitzer und sucht Verdächtige auf der Gästeliste, während Pia Petry zunächst versucht, in die SM-Szene einzutauchen. Beide können aber nicht verhindern, dass Schlimmeres passiert: bald stehen sie vor einer ersten Leiche.
Mir hat gut gefallen, wie die Autoren ihre Helden zunächst gegeneinander, dann gemeinsam ermitteln lassen. An den Kapitelanfängen kann der Perspektivwechsel mit der Dauer ein wenig ermüden, aber insgesamt ist Blutmond ein sehr unterhaltsamer Krimi, der irgendwie das typisch-westfälische Wilsberg-Gemüt mit dem aufwühlend-chaotischen Charakter einer Pia Petry mischt, die wie eine Mischung aus Stephanie Plum (Janet Evanovich) und Cora Hübsch (Ildiko von Kürthy) daher gepoltert kommt. Und nicht nur aufgrund des Millieus, in dem Wilsberg und Petry ermitteln, knistert es zwischen den Zeilen gewaltig... die Autoren scheinen sich gut verstanden zu haben und das offene Ende läßt eine Fortsetzung erahnen.
„Blutmond“ ist ein guter Krimi. Die Story hat einen interessant geschlungenen (blut)roten Faden, eine dynamische und auf einen spannenden Höhepunkt zuführende Dramaturgie und hinterlässt einen Leser, der über 318 Seiten gut und intelligent unterhalten wurde.
Dass sich zwei Autoren in eine Geschichte reinteilen, ist keine neue Idee. Gerade Krimis sind dieserart schon geschrieben worden. Die Autoren-Kombination Würth/Kehrer jedoch hat etwas Besonderes geschafft: nämlich einen interessanten Krimi zu schreiben und dabei en passant eine Einführung in die Grundgegebenheiten von SM abzuliefern. Von Bondage bis hin zu einem (abgedruckten) Sklavenvertrag wird fast jedes SM-Stichwort angesprochen und dezent erklärt. Die Dezenz liegt in der fehlenden Abwertung dessen, womit die Neulinge Petry und Wilsberg beim Eintauchen in die SM-Szene konfrontiert werden. Ihre Sichtweise hält die ganze Story hindurch die Balance zwischen persönlich-wertendem Empfinden/Erleben und empathischer Neugier auf eine ihnen fremde Subkultur.
Immer mal wieder geht es auch um die Abgrenzung von Realsadismus in Form von Gewalt zu Sadomasochismus als Form von sexuellem Erleben. Die Schwierigkeit, als Außenstehender den Unterschied zu begreifen, ist für Petry größer als für Wilsberg. Da Pia Petry die beste Freundin des ersten Opfers ist, muss sie sich zwangsläufig damit auseinandersetzen, wie sie das Wissen um die SM-Sexualität in ihr Bild von ihrer Freundin integriert, während sie gleichzeitig spürt, dass Macht und Ohnmacht auch ein Thema für sie selbst ist. Dass die Trennlinie zwischen Realsadismus und konsensuellem SM hauchdünn sein kann, wird am Ende des Buches angerissen.
„Blutmond“ ist kein SM-Krimi, sondern ein Krimi, der in der SM-Szene spielt. Wer eine Story à la „Brennende Fesseln“ erwartet, wird enttäuscht. Auch lernen altgediente SM-Hasen nichts dazu, aber: einen spannenden Krimi zu lesen, der in der SM-Subkultur spielt, die Szene frei von Werturteilen darstellt, intelligent unterhält und mit viel Selbstironie gewürzt ist, war ein Vergnügen erster Kajüte...
Besonders das permanente Spannungsverhältnis zwischen den Protagonisten sorgt ständig für... Lesen Sie weiter...
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