Das Buch BLUTMILCH von Romuald Schaber, einem Milchbauern aus dem Allgäu, einem von 30.000 Milchbauern in Deutschland, thematisiert das große Problem um den Milchpreis. Seit Jahrzehnten ist die Milch anscheinend zu billig in Deutschland und obwohl es immer wieder einmal Preiserhöhungen gibt, bleibt der Preis pro Liter Milch doch auf einem Spottpreisniveau. Wer ist daran Schuld? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten, denn es hat Wechselwirkungen gegeben, zwischen den Milchbauern, den Genossenschaften und den Milchkonzernen sowie den großen Händlern. Klar ist aber das die Milchbauern in Deutschland ihre Milch zu billig abgeben, zwischen 20 und 23 Cent der Liter für die Rohmilch ist keine Seltenheit, es kann auch schon einmal weniger sein. Mehr bekommen nur die Biobauernhöfe, doch auch dieser Weg ist steinig und lang.
Es ist die Schuldfrage die uns alle interessiert, ist es nicht so?
Ich frage mich schon seit langem als Endverbraucher wieso die Genossenschaften nicht in der Lage sind ihre Milch zu einem anständigen Preis zu verkaufen?
Ich frage mich, wieso die großen Handelsketten, ich möchte hier keine beim Namen nennen, die Milch jedes Jahr billiger einkaufen wollen und müssen und wieso sie sogar bereit sind die Milch aus dem Ausland zu beziehen, um die Milchbauern noch mehr unter Druck zu setzen?
Ich frage mich, wieso das Heil vieler Genossenschaftsvorsitzenden und des Bauernverbands darin liegt, den Bauern zu raten mehr und mehr und mehr Milch zu produzieren - ich denke dieser Weg führt in den Untergang und hilft nicht.
Ich frage mich letztendlich warum überhaupt diese Situation eingetreten ist und niemand den drohenden Kollaps und die jahrelange Subventionsspirale aufgehalten hat.
Das Buch BLUTMILCH von Romuald Schaber zeigt anhand des Schaberhofs ein Einzelschicksal das aber symptomatisch für die 30.000 Milchbauern in Deutschland ist. Es zeigt auf das die Verbände reden aber nicht tun können oder wollen, es zeigt auf das die Banken die Kredite zur Expansion und Modernisierung weiter einziehen auch wenn die Preise für Milch mal eben schnell um 20 - 30% fallen und es zeigt auf das die Milchbauern immer länger arbeiten für immer weniger Einkommen. Die Subventionen der EU sind notwendig geworden um das Überleben zu sichern doch muss man sich fragen ob etwas Sinn macht das subventioniert werden muss.
Wo liegt die Lösung? Revolution? Breite Medienpräsenz? Öffentlichkeitsarbeit? Ein höherer Milchpreis der bei 40 Cent den Liter liegen sollte? Sind das Lösungen?
Wieder einmal denke ich, es ist nicht Zeit dafür die Auswirkungen zu bekämpfen sondern die Ursache? Wer ist Schuld, hier hilft auch Selbstreflexion, selbst wenn es schmerzhaft ist und das Übel an der Wurzel packen.
Eine Lösung wäre: es muss eine halbstaatliche Stelle her, nach dem Vorbild von Kanada, die Milchquoten und Preise sowie den Fluss der Milch von den Erzeugern zu den Verarbeitern und den Händlern kontrolliert und alle schützt. Der Bauer bekommt den fairen Preis, die Verarbeiter haben ihre Marge und der Handel überzeugt den Kunden den richtigen Preis pro Liter zu bezahlen.
Ob nun eine Kommission das Richtige ist oder das DPSB aus den USA oder eventuell eine Eigenkreation in Deutschland mag vorerst nicht ausschlaggebend sein - was wichtig ist, ist das die Milchbauern das Heft selbst in die Hand nehmen und informieren.
Ich rate jedem Milchbauern alle Nachbarn und Einwohner in seiner Umgebung zu informieren und auf den Missstand aufmerksam zu machen, so wird ein Bewusstsein geschaffen das dem Verbraucher hilft am Ende auch höhere Preise zu akzeptieren.
Das Buch BLUTMILCH von Romuald Schaber war schon lange überfällig, jeder der Milch trinkt sollte es lesen!
Sehr empfehlenswert!