In diesem Band geht es nun, wie sich schon im vorangegangen Band angedeutet hat, um Phury und Cormia. Aber anders als ich erwartet hätte, steht, zumindest im ersten Band, die Geschichte um die beiden alles andere als im Mittelpunkt. Es passiert alles eher nebenbei und eine wirklich enge Bindung zu der Beziehung der beiden entsteht für mich im Verlaufe des Buches nicht ganz, sondern findet ihre tieferen Ansätze erst ganz am Schluss und das natürlich alles höchstproblematisch, da Phury ja nun definitiv Primal ist und diese Rolle nur mehr schlecht als recht ausfüllt.
Aber dass die beiden so wenig Platz gemeinsam einnehmen ist auch alles andere als schlimm, denn zuerst sind die Verwicklungen mit Bella zu lösen, die in der Schnelle angesichts der Tiefe unglaubhaft erschienen wären. Und auch sonst gibt es eine Menge zu erzählen. Es werden so viele potentielle zukünftige Entwicklungen aufgezeigt, dass man mal wieder unbedingt wissen will, wie es weitergeht.
Eine zentrale Rolle im Buch nehmen die Ereignisse im Elternhaus der beiden Zwillinge nach der Zs Entführung ein, sowie Einblicke in die psychische Verfassung des neuen Primals und warum er so ein Suchtproblem mit sich rumträgt. Bisher hat man es immer nur zur Kenntnis genommen, doch nun erfährt man was bzw. wen er damit zu verdrängen ersucht. Dass er angefangen hat, die Lesser regelrecht zu schlachten, ist dem Leser bekannt, doch seine unkontrollierte Vorgehensweise bleibt von Wrath nicht ungeahndet und Phury hat mit weitreichenden Folgen zu kämpfen.
Auch die Lesser und Omega sind mal wieder nicht untätig und erreichen einen schier unglaublichen Vorstoß in die Gemeinschaft der Vampire und nicht zuletzt der Black Dagger mit Verbindungen in deren Welt, bei denen mir ehrlich erstmal die Kinnlade runtergefallen ist.
Bei dem ganzen Drama werden auch die Handlungsfäden zu John und seinen beiden Freunden nicht fallengelassen und sie stehen die ganze Zeit in engem Bezug zu den Geschehnissen und auch da ereignet sich Unglaubliches vor allem in Hinblick auf John. Ebenfalls eine zentrale Rolle nimmt Rehv mit seinem Club ein und auch da wird Spannendes für die Zukunft in den Raum gestellt.
So viele Dinge passieren gleichzeitig und werden doch sehr eindringlich an den Leser herangeführt, dass man das Gefühl hat, es muss mindestens 10 weitere Bände geben, damit das alles aufgelöst werden kann, zumal aus den letzten Bänden ja auch noch einiges unangesprochen im Raum steht.
Mir hat dieser Band sehr gut gefallen und sicher habe ich hier vieles was passiert nicht angeführt, aber ich habe versucht, nicht zuviel zu verraten, sondern nur Neugierde zu erwecken.
Zuerst war ich zugegebenermaßen etwas enttäuscht, dass es so wenig um die eigentlichen Protagonisten Phury und Cormia geht und dass sich dieses Mal keine wirklich zentrale Liebesgeschichte ereignet, aber die Welt außenrum und die Vergangenheit die aufgezeigt wird, sind so spannend und mitreißend, dass man da wirklich sehr entschädigt wird.
Wieder mal sehr schade, dass es nicht einen gesammelten Band gibt und man wieder ewig auf die Fortsetzung warten muss, aber ich denke, dass sich das Warten wie bisher jedes Mal lohnen wird.