Pressestimmen
In sachlichem Erzählstil zeichnet der Autor die Blutspur der Division nach, lässt keine Widerlichkeit aus, solange er sie belegen kann, und stellt ihr immer wieder die Schilderungen der Beteiligten gegenüber. Nicht nur die Brutalität der deutschen Angreifer raubt dem Leser dabei mitunter den Atem, sondern darüber hinaus die skrupellose Nüchternheit, mit der sie die Beteiligten beschreiben. (...) Vorgelegt hat der Autor mit diesem Band eine der wenigen Gefechtsgeschichten eines Großverbandes der Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges samt dessen Rolle in der sogenannten (west-)deutschen Vergangenheitsbewältigung. Der naheliegenden Versuchung des moralisierenden Urteils hat er widerstanden und die Regeln der historischen Grundlagenforschung durchgehalten. (...) Ein Standardwerk, das Maßstäbe setzt. (Militärgeschichtliche Zeitschrift)
Neben anderen, kleineren Publikationen der letzten Jahre ist es nun vor allem Hermann Frank Meyer und seiner umfassenden und sachlichen Darstellung der Geschichte dieser 1. Gebirgs-Division zu verdanken, dass mit dem unsäglichen Mythos von der Elitetruppe mit dem Edelweiß aufgeräumt wird. (Saarländischer Rundfunk)
Neben anderen, kleineren Publikationen der letzten Jahre ist es nun vor allem Hermann Frank Meyer und seiner umfassenden und sachlichen Darstellung der Geschichte dieser 1. Gebirgs-Division zu verdanken, dass mit dem unsäglichen Mythos von der Elitetruppe mit dem Edelweiß aufgeräumt wird. (Saarländischer Rundfunk)
Kurzbeschreibung
Das Edelweiß war das Erkennungszeichen der 1. Gebirgs-Division der Wehrmacht, einer Elitetruppe, um die sich bald ein Mythos rankte. Noch jahrzehntelang galt das Edelweiß als Symbol »besten deutschen Soldatentums im Frieden und im Krieg«. In solcher Traditionspflege kamen die von der 1. Gebirgs-Division und dem übergeordneten XXII. Gebirgs-Armee-Korps während des Zweiten Weltkriegs verübten Kriegsverbrechen nicht vor, etwa die Ermordung Tausender jugoslawischer, griechischer und alba-nischer Zivilisten als Racheaktion nach Partisanenangriffen oder das Massaker an über 2000 italienischen Kriegsgefangenen auf Kefalonia. Nach über 15 Jahren intensiver Recherche in Archiven und bei Zeitzeugen legt Hermann Frank Meyer erstmalig eine ungeschminkte Gesamtgeschichte der »Edelweiß«-Gebirgsjäger vor: von den ersten Einsätzen im Polen- und Frankreich-Feldzug über den Vorstoß in den Kaukasus, die Verbrechen in Südosteuropa bis hin zu den Nachkriegskarrieren von Gebirgsjägern in der Bundeswehr. Zugleich wird in diesem Buch auch der Lebenslauf von Hubert Lanz, dem ehemaligen Kommandeur dieser Division, geschildert. Im Nürnberger Prozeß als Kriegsverbrecher verurteilt, brachte er es später zum wehrpolitischen Berater der FDP und wurde Mitbegründer des bis heute existierenden Traditionsvereins »Kameradenkreis der Gebirgstruppe«. (Dieser Band ist mit vier Karten und 199 Abbildungen versehen.) Hubert Lanz, Tagesbefehl vom 1. Oktober 1943: »Ich erwarte, daß die 1. Gebirgs-Division diesen ruchlosen Banditenmord an einem unserer besten Kommandeure in einer schonungslosen Vergeltungsaktion in 20 Kilometer Umkreis der Mordstelle rächen wird.« Nikolaos Rouskas über das Massaker in Lyngiades am 3. Oktober 1943: »Unsere Häuser wurden durchsucht und geplündert. Als sie damit fertig waren, wurden wir in Gruppen von 10 bis 15 Personen aufgeteilt und auf verschiedene Häuser verteilt. Sodann schossen sie mit Gewehren und Maschinengewehren auf die Gruppen und setzten die Häuser in Flammen. Mit meinem Vater Dimitrios und meiner drei Jahre alten Tochter im Arm wurde ich zu einem der Häuser gebracht. Nachdem der Soldat es durchsucht hatte, erschoß er meinen Vater. Der war sofort tot. Der nächste Schuß galt mir. Die Kugel rasierte mein Haar, verbrannte es leicht und traf meine Tochter. Sie starb kurz darauf. […] Von 86 Menschen, die sich an diesem Nachmittag im Dorf befanden, überlebten nur ich und drei andere.«
Über den Autor
Hermann Frank Meyer: 1940-2009, geb. in Hannover; ab 1966 erfolgreicher Unternehmer in Brüssel; ab Anfang der neunziger Jahre - angeregt durch das Schicksal des Vaters, der 1943 als Oberleutnant der Wehrmacht von griechischen Partisanen getötet wurde - intensive Beschäftigung mit der Geschichte der deutschen Gebirgsjäger. Veröffentlichungen u. a. über den griechischen Freiheitskampf, das Massaker von Kommeno und die Kriegsverbrechen der 117. Jäger-Division in Serbien und Griechenland. Für seine Forschungsarbeiten erhielt Hermann Frank Meyer 2005 das Bundesverdienstkreuz.