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Blutiges Edelweiß. Die 1. Gebirgs-Division im Zweiten Weltkrieg
 
 
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Blutiges Edelweiß. Die 1. Gebirgs-Division im Zweiten Weltkrieg [Gebundene Ausgabe]

Hermann Frank Meyer
3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Blutiges Edelweiß. Die 1. Gebirgs-Division im Zweiten Weltkrieg + Mörder unterm Edelweiß. Dokumentation des Hearings zu den Kriegsverbrechen der Gebirgsjäger + Die deutsche Gebirgstruppe: Der Kampf der deutschen Gebirgsjäger an allen Fronten, 1939-1945
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 800 Seiten
  • Verlag: Ch. Links Verlag; Auflage: 3., aktualisierte Auflage (Dezember 2007)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3861534479
  • ISBN-13: 978-3861534471
  • Größe und/oder Gewicht: 24 x 17,2 x 5,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.6 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 309.994 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Hermann Frank Meyer
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Produktbeschreibungen

Pressestimmen

In sachlichem Erzählstil zeichnet der Autor die Blutspur der Division nach, lässt keine Widerlichkeit aus, solange er sie belegen kann, und stellt ihr immer wieder die Schilderungen der Beteiligten gegenüber. Nicht nur die Brutalität der deutschen Angreifer raubt dem Leser dabei mitunter den Atem, sondern darüber hinaus die skrupellose Nüchternheit, mit der sie die Beteiligten beschreiben. (...) Vorgelegt hat der Autor mit diesem Band eine der wenigen Gefechtsgeschichten eines Großverbandes der Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges samt dessen Rolle in der sogenannten (west-)deutschen Vergangenheitsbewältigung. Der naheliegenden Versuchung des moralisierenden Urteils hat er widerstanden und die Regeln der historischen Grundlagenforschung durchgehalten. (...) Ein Standardwerk, das Maßstäbe setzt. (Militärgeschichtliche Zeitschrift)

Neben anderen, kleineren Publikationen der letzten Jahre ist es nun vor allem Hermann Frank Meyer und seiner umfassenden und sachlichen Darstellung der Geschichte dieser 1. Gebirgs-Division zu verdanken, dass mit dem unsäglichen Mythos von der Elitetruppe mit dem Edelweiß aufgeräumt wird. (Saarländischer Rundfunk)

Kurzbeschreibung

Das Edelweiß war das Erkennungszeichen der 1. Gebirgs-Division der Wehrmacht, einer Elitetruppe, um die sich bald ein Mythos rankte. Noch jahrzehntelang galt das Edelweiß als Symbol »besten deutschen Soldatentums im Frieden und im Krieg«. In solcher Traditionspflege kamen die von der 1. Gebirgs-Division und dem übergeordneten XXII. Gebirgs-Armee-Korps während des Zweiten Weltkriegs verübten Kriegsverbrechen nicht vor, etwa die Ermordung Tausender jugoslawischer, griechischer und alba-nischer Zivilisten als Racheaktion nach Partisanenangriffen oder das Massaker an über 2000 italienischen Kriegsgefangenen auf Kefalonia. Nach über 15 Jahren intensiver Recherche in Archiven und bei Zeitzeugen legt Hermann Frank Meyer erstmalig eine ungeschminkte Gesamtgeschichte der »Edelweiß«-Gebirgsjäger vor: von den ersten Einsätzen im Polen- und Frankreich-Feldzug über den Vorstoß in den Kaukasus, die Verbrechen in Südosteuropa bis hin zu den Nachkriegskarrieren von Gebirgsjägern in der Bundeswehr. Zugleich wird in diesem Buch auch der Lebenslauf von Hubert Lanz, dem ehemaligen Kommandeur dieser Division, geschildert. Im Nürnberger Prozeß als Kriegsverbrecher verurteilt, brachte er es später zum wehrpolitischen Berater der FDP und wurde Mitbegründer des bis heute existierenden Traditionsvereins »Kameradenkreis der Gebirgstruppe«. (Dieser Band ist mit vier Karten und 199 Abbildungen versehen.) Hubert Lanz, Tagesbefehl vom 1. Oktober 1943: »Ich erwarte, daß die 1. Gebirgs-Division diesen ruchlosen Banditenmord an einem unserer besten Kommandeure in einer schonungslosen Vergeltungsaktion in 20 Kilometer Umkreis der Mordstelle rächen wird.« Nikolaos Rouskas über das Massaker in Lyngiades am 3. Oktober 1943: »Unsere Häuser wurden durchsucht und geplündert. Als sie damit fertig waren, wurden wir in Gruppen von 10 bis 15 Personen aufgeteilt und auf verschiedene Häuser verteilt. Sodann schossen sie mit Gewehren und Maschinengewehren auf die Gruppen und setzten die Häuser in Flammen. Mit meinem Vater Dimitrios und meiner drei Jahre alten Tochter im Arm wurde ich zu einem der Häuser gebracht. Nachdem der Soldat es durchsucht hatte, erschoß er meinen Vater. Der war sofort tot. Der nächste Schuß galt mir. Die Kugel rasierte mein Haar, verbrannte es leicht und traf meine Tochter. Sie starb kurz darauf. […] Von 86 Menschen, die sich an diesem Nachmittag im Dorf befanden, überlebten nur ich und drei andere.«

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12 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
2.0 von 5 Sternen Blutiges Edelweiß, 21. Juni 2011
Rezension bezieht sich auf: Blutiges Edelweiß. Die 1. Gebirgs-Division im Zweiten Weltkrieg (Gebundene Ausgabe)
Ich bin der Autor des Buches "Michl Pössinger - Lebensbilder eines Gebirgsjägers" und möchte zum "Blutigen Edelweiß" wie folgt Stellung nehmen, bzw. Herrn Meyer Vorwürfe machen.

1. Er bezeichnet Herrn Pössinger auf Seite 461 als "Kriegsverbrecher". Als einzigen "Beweis" für diese ungeheure Behauptung dient ihm die Tatsache, dass Pössingers Kompanie in der Nähe eines Dorfes, in dem Geiselerschießungen stattgefunden haben, Quartier bezogen hatte.

2. Als Herr Meyer vor vielen Jahren in dieser Sache recherchiert, wandte er sich auch an mich mit der Bitte um Hilfe. Ich war ihm dienlich mit Fotos und einigen Informationen und stellte auch den Kontakt her mit Funktionsträgern in der 1. Geb.Div. (Pössiner, Starl). Er suchte diese Zeitzeugen auf, war äußerst freundlich und zuvorkommend zu ihnen und befragte sie zu den damaligen Geschehnissen.

Am 27.02.2009 verwahrte ich mich im Namen des inzwischen verstorbenen Michl Pössinger schriftlich gegen den Vorwurf und bemerkte dazu auch Folgendes: "Ich empfinde es als gelinde gesagt höchst merkwürdig", bzw. auf bayerisch hinterfotzig", dass sie erst eine ganze Reihe von Gebirgsjägern in ihrer Gutgläubigkeit für Ihre Zwecke abkassiert" haben, ihr Buch aber erst erschienen ist, als alle gestorben waren und sich gegen Vorwürfe nicht mehr wehren konnten. Schämen Sie sich!

Es folgte ein Antwortschreiben mit dem Hinweis, ich könnte mich ja mal in Griechenland erkundigen, worauf ich ihm am 18. März 2009 erneut schrieb:

"...deutet darauf hin, dass Sie Rechtsgrundsätze durcheinanderbringen. Nicht der Beschuldigte muss nachweisen, dass der Kläger Recht hat, sondern der Kläger, dass der Beklagte Unrecht hat - dürfte Ihnen schwer fallen.

Ich möchte an dieser Stelle aber nicht unerwähnt lassen, dass Michl Pössinger, nachdem das Buch bereits gedruckt war (Michl Pössinger - Lebensbilder...), mir gegenüber erwähnt hat, dass er - wenn mich meine Erinnerung nicht trügt in Korfu - den Auftrag bekam, Italiener erschießen zu lassen. Er hat, wie er sagte, diesen Befehl abgelehnt -wie auch andere. Die Erschießung hat aber dann offenbar doch stattgefunden, aber nicht unter seinem Kommando. (...)

Diese unerfreulichen Vorkommnisse sind wohl unbestritten, doch auch von Binder, der alles andere als ein Nazi war, kein Hinweis, dass der Sunnyboy Pössinger", wie ihn Binder (Anmerkung: Mischling 2. Grades und als Leutnant Untergebener Pössingers) bezeichnete, daran mitgewirkt war.

Sie wissen, dass Sie die ehrenrührige Behauptung Kriegsverbrecher" beweisen müssten, sollte die Sache vor Gericht gehen. Ich werde keine Schritte einleiten - der Michl hätte es wohl getan, hätte er Gelegenheit dazu gehabt.

Es ist mir aber eine Herzensangelegenheit, diesen posthum gegen ihn erhobenen Vorwurf, da er es selbst nicht mehr kann und er auch keine Kinder hat, zurückzuweisen. Zu diesem letzten Dienst an ihm fühle ich mich verpflichtet.

Nun aber noch zu einem Punkt, den ich nicht verstehe: Bei aller Hochachtung für ihre umfangreiche, akribische Recherchearbeit, was treibt Sie an - wie schon erwähnt zu einem Zeitpunkt, an dem keine Gegenwehr mehr zu erwarten ist, das Edelweiß in Blut zu tränken"? Seien Sie froh, dass Sie das Schicksal davor bewahrt hat, in solche Situationen zu geraten wie die damaligen Jager" auf dem Balkan.

Ich weiß auch nicht, in welchem Zusammenhang Sie zu den antifaschistischen" Kreisen stehen, die am Brendten alljährlich ihr Unwesen treiben und vor ein paar Jahren die Garmischer Krieger-Gedächtniskapelle verwüstet haben. Ob Sie sich der geistigen Brandstiftung schuldig gemacht haben, müssen Sie mit sich selber ausmachen.

Ich habe mir diese Sauerei am nächsten Tag angeschaut. Schmierereien und jede Menge aus der Verankerung gerissene und zerdepperte Gedenk-Marterl für blutjung gefallene Burschen, überwiegend Gebirgsjäger im Rgt.98.

Sie hätten sicher lieber ein so friedliches Leben geführt wie Sie und ich und haben ein Anrecht auf ein trauerndes Gedenken.

Den Text eines zersplittert am Boden liegenden Marterls habe ich mir aufgeschrieben. Ich hoffe, Sie haben mit Ihrem segensreichen Wirken" nicht zu diesem Vandalismus beigetragen und ich kann mir gut vorstellen, zu welchen Heldentaten" solche fanatisierte Idioten vor über 65 Jahren in Griechenland im Stande gewesen wären.

Für Martin Buchwieser, am 22.10.43 in Russland vermisst:

Von allem was geschrieben ward,

kein Wort so bös', kein Wort so hart.

Von allem was geschehen ist,

so bitter nichts als wie Vermisst!"

Ein Grab, ein Kreuz ist Ziel dem Schmerz.

Hier findet Ruh' ein trauernd Herz.

Doch ruhlos in der Seele frisst

das grauenvolle Wort Vermisst!"

Mit deinem ganzen Fragenschmerz,

mein liebes teures Mutterherz,

geh' zu ihm, der allwissend ist.

Bei ihm ist kein Soldat vermisst.

Mit freundlichen Grüßen

P.S.: Kann mir vorstellen, dass der Michl Pössinger mit aufgekrempelten Ärmeln auf Sie wartet, wenn Sie einmal das Zeitliche segnen und in der selben Abteilung landen!
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52 von 82 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Dieses gewichtige Buch ist ein Ereignis!, 3. Februar 2008
Von 
Jakob Knab (Kaufbeuren) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Blutiges Edelweiß. Die 1. Gebirgs-Division im Zweiten Weltkrieg (Gebundene Ausgabe)
Dieses gewichtige Buch ist ein Ereignis! Denn Hermann Frank Meyer bringt die Lügengebäude, die die kriegsnostalgischen Gebirgsjäger (»Kameraden unter''m Edelweiß«) errichtet hatten, zum Einstürzen. Deren Kult um zeitlose soldatische Tugenden, um kriegerische Tüchtigkeit und siegreichen Kampf ist nun zu Ende. Das Edelweiß ist nicht mehr Symbol »besten deutschen Soldatentums in Frieden und im Krieg«. Diese Blume der Berge ist beschmiert mit braunen Flecken und mit dem Blut bestialischer Kriegsverbrechen.

Mit seiner detaillierten, akribischen sowie umfassenden Darstellung der Geschichte der 1. Gebirgs-Division legt Meyer sein »opus magnum«, ja sein Lebenswerk vor. Denn zwanzig Jahre lang sichtete und studierte er Akten und Dokumente, er las die nostalgische, teils den Krieg verherrlichende Erinnerungsliteratur ehemaliger Gebirgsjäger. Seine Forschungsreisen führten ihn in über zehn Länder. Er suchte über 200 Dörfer in Albanien und Griechenland auf, um Zeitzeugen zu befragen. Oft war er dort der erste Deutsche nach dem Zweiten Weltkrieg, der aufrichtiges Interesse und tief empfunden Abscheu für die Gräueltaten der Gebirgsjäger zeigte.

Meyer nennt die Täter beim Namen. Sein Werk ist auch eine Biografie des Generals der Gebirgstruppe Hubert Lanz (1896 bis 1982), dem zeitweiligen Kommandeur der Edelweiß-Division, der schon früh in den Bann des verbrecherischen NS-Regimes geriet. Als Lanz im August 1982 zu Grabe getragen wurde, hob ein aktiver General der Bundeswehr hervor, dass »General Lanz für alle Gebirgsjäger, auch für die Bundeswehr, ein Vorbild war und bleiben wird«. Indes: Als die Wehrmacht die Sowjetunion überfallen hatte, da lautete Lanz' Tagesbefehl: »Die 1. Gebirgs-Division holt den Teufel aus der Hölle. Der Teufel steht vor uns! Wir werden ihn vernichten! Es lebe das Edelweiß! Heil dem Führer!« Und wer das Kapitel »Die Gebirgsjäger und das Juden-Pogrom von Lemberg (Juni 1941)« liest, schaut in die Abgründe von Mord, Krieg und Vernichtung: »Viele waren durch Genickschuß getötet worden, andere fand man erschlagen, missbraucht, auf schlimmste Weise misshandelt und verstümmelt: an die Wand und auf den Boden genagelte Kinder und Priester, Frauen mit abgeschnittenen Brüsten und Zungen, an Fleischerhaken aufgehängte Kinder, entmannte und skalpierte Männer, deren Geschlechtsteile man in Zeitungspapier eingewickelt in deren Hosentaschen fand, aufgeschnittene Frauenleiber ' aus einem ragte der Kopf eines Kindes ' , mit Zwirn zugenähte Münder, ausgestochene Augen.« Bataillonskommandeur Josef Salminger aus Mittenwald nutzte dieses NKWD-Pogrom, um seine Gebirgsjäger auf den Kampf gegen die »jüdisch-bolschewistische Verbrecherbande« einzuschwören. Bis März 1943 hinterließ die 1. Gebirgs-Division eine Blutspur im Krieg gegen die Sowjetunion; ab Juni 1943 wütete die Edelweiß-Division in Griechenland und auf dem Balkan.

Autor Meyer berichtet, wie die Gier der Kommandeure nach dem Ritterkreuz, wie deren selbstherrlicher und hemmungsloser Ehrgeiz die jungen Soldaten in Tod und Verderben hetzte. Nach dem Krieg nährte Lanz die Legende, das Wohlergehen seiner Soldaten sei ihm oberstes Gebot gewesen, tatsächlich war er getrieben von Ruhmsucht und seiner Gier nach Beförderungen. Im Januar 1943 hatte Adolf Hitler General Lanz zum Befehlshaber einer Armee-Abteilung ernannt. Sein Auftrag war der Kampf um Charkow im Februar 1943. Als Lanz 1947 im Nürnberger Nachfolgeprozess zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden war, wurde die Legende von dem Widerstandskämpfer Hubert Lanz lanciert. Autor Meyer zeigt die Entstehung dieser Geschichte auf: Lanz hatte in einer strategisch ausweglosen Lage seinen Unmut über den »Führer« und das Nazi-Regime geäußert.

Lanz war kein Widerstandskämpfer, sondern ein Kriegsverbrecher, der die truppendienstliche Verantwortung für den Massenmord von Kefalonia (September 1943) trägt. Schritt für Schritt schildert Autor Meyer den Ablauf dieses Blutbades, das an italienischen Soldaten verübt wurde. Angesichts von Spekulationen und Manipulationen der Opferzahlen kann der Leser Meyers akribische Berechungen nachvollziehen.

Bereits am 16. August 1943 hatte das Regiment 98, das von dem berüchtigten Oberstleutnant Josef Salminger geführt wurde, das Massaker von Kommeno begangen. Nach dem Krieg gab ein beteiligter Gebirgsjäger in einer eidesstattlichen Aussage zu Protokoll: »Was mich furchtbar abgestoßen hat, das war, daß einige Angehörige der 12. Kompanie sich in schändlicher Weise an den Leichen zu schaffen machten. So habe ich selbst gesehen, wie einige Soldaten den weiblichen Leichen Bierflaschen in den Geschlechtsteil einführten. Ich glaube, ich habe auch Leichen gesehen, denen die Augen ausgestochen waren.« Auf ihrem Mordzug durch das Dorf Kommeno waren die Gebirgsjäger auf eine Hochzeitsgesellschaft gestoßen. Am nächsten Tag wurde die tote Braut im blutverschmierten Kleid gefunden, daneben ihr toter Ehemann, Hochzeitsgäste und viele Kinder.

Hermann Frank Meyer nennt, wie gesagt, die Täter beim Namen. Er führt auch die Offiziere auf, die nach dem Krieg in der Bundeswehr Karriere machten. So Karl Wilhelm Thilo, der in Griechenland und Montenegro die Erschießung mutmaßlicher Partisanen verfügt hatte. Am Ende seiner Bundeswehrlaufbahn befehligte er als Dreisternegeneral das II. Korps in Ulm. Kein Wunder, dass ausgerechnet Thilo eine grundsätzliche Stellungnahme zum Traditionsverständnis der Bundeswehr formulierte: Es sei »Ehrabschneiderei«, daß die außergewöhnlichen Leistungen der Gebirgsjäger nicht anerkannt würden. Auch die »außergewöhnlichen Leistungen« von Josef Salminger (1903 bis 1943) finden nur noch materielle Anerkennung: Hermann Salminger, Bürgermeister von Mittenwald, und sein Bruder Helmuth, ließen die Orden, Briefe und das Fotoalbum des Vaters im Jahre 2006 versteigern und erzielten dafür 35000 Euro. Zum historischen Kontext: Nachdem Oberstleutnant Salminger am 1. Oktober 1943 von griechischen Partisanen getötet worden war, diktierte General Lanz diesen Tagesbefehl: »Ich erwarte, dass die 1. Gebirgs-Division diesen ruchlosen Banditenmord an einem unserer besten Kommandeure in einer schonungslosen Vergeltungsaktion in 20 km der Mordstelle rächen wird.«

Selbst einem akribischen Perfektionisten wie Meyer unterlaufen Flüchtigkeitsfehler. So wird Minister Georg Leber umgetauft zum (Widerstandskämpfer) Julius Leber; Generalleutnant Thilo wird degradiert zum Generalmajor; Josef Remold machte nicht nur Karriere bei der Bayerischen Bereitschaftspolizei, bis 1962 war er sogar deren erster Präsident.

Es gibt freilich nur einen einzigen echten Mangel an dem Werk »Blutiges Edelweiß« zu beklagen: Es erscheint zwanzig Jahre zu spät. Wäre dieses Opus magnum bereits Ende der 80er Jahre erschienen, dann wäre schon damals das Ende der Traditionslüge und der falschen Glorie bei den »Kameraden unter''m Edelweiß« eingeläutet worden.
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11 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Erschütternde Dokumentation, 4. Mai 2008
Rezension bezieht sich auf: Blutiges Edelweiß. Die 1. Gebirgs-Division im Zweiten Weltkrieg (Gebundene Ausgabe)
Der Autor hat minutiös die Aktivitäten der 1.Gebirgsdivision recherchiert und dokumentiert. Die Berichte der Zeitzeugen und Opfer sind erschütternd und lassen für den Aussenstehenden den Wahnsinn des Krieges erahnen. Für eine Glorifizierung des Kriegshandwerks ist hier kein Platz. Leider wurde und wird von den damals Verantwortlichen und den heutigen Militärs der Bundeswehr, sowie Politikern die Vergangenheit dieser Truppe verklärt und somit die Opfer verhöhnt. Von Verantwortungsgefühl, Aufarbeitung und Wiedergutmachung für die begangenen Verbrechen keine Spur. In Summe ein spannendes und wichtiges Dokument, um die jüngere Geschichte der Deutschen zu verstehen!
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