Inhalt in aller Kürze:
Matthew ist ein Vampir. Wie lange schon, weiß er nicht mehr. Er lebt in seiner staubigen Ewigkeit und könnte auch noch so weiter so vor sich hin leben, würde ihm nicht eines Tages die kleine Curley über den Weg laufen. Sie erregt Matthews Aufmerksamkeit - jedoch nicht als Abendessen. Das Waisenkind Curley erweckt in Matthew den schon tot geglaubten menschlichen Teil und "zwingt" den Vampir mit ihrer freundlich, kindischen Art (sie ist 7 Jahre) ihr zu helfen. Zusammen finden sie auch die verschwunden geglaubte Melody - Curleys große Schwester. Matthew verliebt sich in Melody... und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.
Eckdaten:
"Blutiger Kuss - Gefangen in der Ewigkeit" ist der Auftakt einer Trilogie mit Matthew Wineblood (seines Zeichens Vampir) als alleinigem Perspektivträger. Der Roman ist für Leser ab 12 Jahre vom Verlag angesetzt worden.
Stil/Atmosphäre:
Es steht "ab 12" auf der Beschreibung und so ist der Roman gehalten. Er ist für Mädels ab 12 Jahren. Die Autorin benutzt einfache Satzkonstruktionen und setzte auch voll und ganz auf emotionale Liebe, anstatt auf eine sexgeschwängerte Atmosphäre zwischen dem blutdurstigen Monster der Dunkelheit und dem liebreizenden Mädchen. Leserinnen, die bei einem Vampir also wilden Sex asoziieren, sollten sich lieber an die Romane des Sieben Verlags halten. Auch versteckt Frau März immer ein bisschen Moral zwischen den Zeilen - jedoch nie mit erhobenem Zeigefinger. Es soll den jungen Leserinnen Vertrauen in sich selbst vermitteln - so kam es mir zumindest vor.
Was mich an Frau März' Roman störte, war jedoch die Erzählperspektive. Obwohl Matthew aus der "Ich"-Perspektive dem Leser von seinem Leben erzählt, sind mir viele Handlungsstränge zu stark zusammengerafft (und dadurch unemotionaler) und andere, für mich eher uninteressante Dinge, zu stark herausgearbeitet. Gerne hätte ich mehr über Melody erfahren, vielleicht etwas mehr an ihrer "Ausbildung" teilhaben wollen, um die Beweggründe zu verstehen. Dafür hätte ich das Alltagsleben wohl teils komplett gestrichen - auch wenn es interessant ist zu lesen, wie ein Vampir seinen Alltag meistert und was er im Kühlschrank hat (außer einem toten Hund).
Mein Fazit:
Es hatte mich etwas an Buffy erinnert, jedoch eher an eine Buffy, die erst ihren Verstand gebraucht, bevor sie einen Vampir in die ewigen Jagdgründe schickt.
Auch wurden Vampire anders dargestellt, als erwartete. Viele sind sonnenunempfindlich und einige leben sogar in Kirchen. Manchmal kam es mir auch so vor, als flüchten die "Monster" vor den Menschen, weil sie wissen, was sie sind und was sie anrichten können. Nur bei Matthews Bruder kam mir der bösartige "Ur-vampir" in den Sinn.
Dadurch, dass der Roman nur 189 Seiten hat, war ich schnell durch. Die Länge hängt damit zusammen, dass der Roman deutlich eingekürzt wurde und der Perspektivträger oft nur erzählt, anstatt nach dem Motto: Show, don't tell, zu handeln. Das ist auch die größte Schwäche des Romans, wenn man es von der Erwachsenensparte aus betrachtet. Wenn man hingegen gängige Romane für 12-Jährige zur Rate zieht, wird man schnell merken, dass viele Abschnitte auch in jenen Romanen nur erzählt werden. Deswegen empfehle ich an dieser Stelle den Tip des Verlags wirklich zu befolgen. Der Roman ist und bleibt für 12-Jährige.
Besonders gefesselt hat mich die feinfühlige Wortfarbe der noch jungen Autorin. Man spürt die Liebe, die in diesem Roman steckt. Ich hoffe, dass auch in den zwei Folgebändern die gleiche Liebe zu den Figuren und der Storyline zu spüren ist.
Netto: Bei "Blutiger Kuss - Gefangen in der Ewigkeit" handelt es sich um das interessante Debüt einer jungen Autorin, von der sicherlich noch Spannendes zu erwarten ist!